Notlüge erlaubt?

Notlüge erlaubt?

Notlüge erlaubt?

Die Weihnachtsdekoration war wieder in Kisten verstaut und wartete nun im Kellerregal auf den nächsten Einsatz. Auf der Terrasse stand der Weihnachtsbaum. Statt mit Kugeln und Kerzen war er mit Meisen-Knödeln geschmückt. Auf diese Weise erfüllte er noch einen guten Zweck und es war nett anzuschauen, wenn er von den vielen Gartenvögeln bevölkert wurde. Meisen, Spatzen und Rotkehlchen hielten sich hier ein Stelldichein.
Vor ein paar Tagen hatte das neue Jahr begonnen. Was es wohl bringen würde? Nun Elli war ein Mensch, der positiv in die Zukunft schaute. Auch wenn das vergangene Jahr alles andere als rosig gewesen war, es konnte doch nur besser werden. Oder?
Das fand auch ihre Freundin Rita, mit der Elli beinahe jeden Tag telefonierte. Wie gut, dass es diese Form der Unterhaltung gab. Früher war sie kein großer Freund vom Telefonieren gewesen, aber jetzt hatte sich das zwangsläufig geändert.
Ein Virus hielt die Welt in Atem. Es hatte persönliche Begegnungen stark eingeschränkt. Da war es doch wunderbar, dass es das Telefon gab. Rita und Elli quatschten oft stundenlang. Sie plauderten über dies und das und natürlich über ihr Lieblingsthema: Bücher. Beide waren Leseratten und tauschten sich gern über die gelesenen Bücher aus. Jetzt, in der Corona-Zeit waren sie auf die Idee gekommen, Bücher ‚gemeinsam‘ zu lesen. Es durften jeden Tag nur 25 Seiten sein, damit keine die andere überholte.
Elli freute sich schon auf den nächsten Tag, wenn sie sich über die zuletzt gelesenen 25 Seiten austauschen konnten. Pünktlich um 16 Uhr würde Rita anrufen. Da sie beide im Homeoffice arbeiteten, trafen sie sich telefonisch nach Feierabend. Not machte eben erfinderisch, Natürlich wäre es schöner, wenn sie sich mit einer Tasse Kaffee gegenübersitzen könnten. Aber beide gehörten sie nicht zu denen, die jammerten oder klagten. Man musste eben das Beste aus allem machen.
„Sag mal, bist du auch so wütend darüber, dass der Fred seiner Frau nichts davon erzählt hat, dass er sich um eine neue Stelle beworben hat?“, fragte Rita, nachdem sie sich vergewissert hatte, dass es Elli gut ging.
„Ja, das ist doch wohl unmöglich, oder? Schlimmer noch ist, dass diese Arbeitsstelle mehr als 200 Kilometer weit weg ist. Was stellt er sich denn vor, wie es mit seiner Frau weitergehen soll? Soll sie etwa die ganze Woche auf ihn warten und er kommt nur am Wochenende zurück?“, antwortete Elli.
„Ich verstehe es auch nicht. Es ist doch doof von ihm, will er sie etwa vor vollendete Tatsachen stellen?“ Auch Rita ist empört. „Vielleicht hat er ja auch vor, sie zu verlassen, könnte doch sein. Jedenfalls klingt das alles sehr geheimnisvoll.“
Elli seufzte enttäuscht. „Dabei habe ich sie für ein so glückliches Paar gehalten.“ Eine Weile waren beide still am Telefon, dann lachte Elli auf. „Morgen wissen wir sicher mehr, wenn wir die nächsten 25 Seiten gelesen haben.“
Rita schwieg. „Rita?“, fragte Elli verdutzt. „Bist du noch da?“
„Hmm, ja!“, sagte Rita leise. „Findest du nicht auch, dass es da Parallelen zu uns gibt?“, fragte sie.
„Wie? Zu uns?“, wollte Elli wissen, die nicht wusste, was Rita meinen könnte.
„Na, zu Rudi und mir. Wir haben doch auch eine Wochenendehe geführt. So richtig glücklich war ich damit nicht!“
„Das wusste ich nicht, du hast ja auch nie was gesagt.“
„Naja, damals kannten wir uns noch nicht so lange und ich wollte dich nicht mit meinen Sorgen belästigen. Jetzt ist er nicht mehr da und ich vermisse ihn auch sehr, trotzdem denke ich oft, dass es hätte besser laufen können.“, Rita seufzte.
„Ja und ich hoffe, dass es für Fred und Melanie in unserem Roman gut ausgeht,“ lachte Elli, die lieber vom Thema ablenken wollte. „Spätestens morgen werden wir es wissen, wenn wir das Buch zu Ende gelesen haben.“
„Stimmt! Aber sag mal Elli, du hast doch den Rudi auch gekannt. Traust du ihm zu, dass er neben mir eine Liebschaft gehabt haben soll? Sei bitte ehrlich!“
Elli erschrak und war froh, dass sie ihrer Freundin nicht gegenübersaß, denn diese hätte sofort bemerkt, dass sie log. Rudi hatte öfter versucht mit ihr zu flirten und ein Treffen auszumachen. Recht eindeutig hatte er sie wissen lassen, was er von ihr wollte und wenn er das bei der besten Freundin seiner Frau versuchte, dann würde er auch …
„Hallo Elli bist du noch da?“
„Ja, ich musste nur überlegen, denn so gut kannte ich deinen Mann ja auch nicht“, Elli war froh, dass ihre Stimme einigermaßen normal klang.
„Nein, ich denke nicht, dass er eine Liebschaft hatte. Du hast ihn doch geliebt, behalte ihn so in Erinnerung, wie du ihn kanntest. Mach dir nicht zu viele Gedanken, Rita!“
Sie hörte das Aufatmen ihrer Freundin und war froh zu dieser Notlüge gegriffen zu haben. Manchmal sind es die Worte, die nicht gesagt werden, die zur Heilung eines trauernden Menschen beitragen, dachte Elli. Ein kleines bisschen Bauchkneifen hatte sie aber dennoch. Hoffentlich war diese Corona-Zeit bald vorbei und sie durfte die Freundin wieder in den Arm nehmen. Das war sicherlich der bessere Trost.

© Regina Meier zu Verl

Schreiben oder Telefonieren, Kommunikationsmöglichkeiten in dieser Zeit, und die sollte man nutzen, oder?

Vom Vergessen

Vom Vergessen

Vom Vergessen

„Nun sag doch mal, mir fällt gerade der Name nicht ein!“
Die alte Dame schaut ihre Tochter hilflos an. Immer wieder vergisst sie die Namen ihrer Nachbarn und sogar die der Verwandten und engsten Freunde.
„Wen meinst du denn, Mutter?“
„Ich meine das Mädchen mit den Zöpfen, das in der ersten Klasse neben mir gesessen hat.“
Die Tochter überlegt. Sie weiß beim besten Willen nicht, wen die Mutter meinen könnte. Also zählt sie alle Namen auf, die ihr in den Sinn kommen und von denen sie schon einmal etwas gehört hat.
„Ist es die Ursula, oder die Elisabeth. Oder vielleicht die Margret?“
Die Mutter schüttelt nur verzweifelt den Kopf.
„Nein, die meine ich alle nicht!“, ruft sie und Tränen schimmern in ihren Augen.
„Ich hole mal das Fotoalbum“, schlägt die Tochter vor. Sie setzt sich neben die Mutter und gemeinsam blättern sie in den Erinnerungsbildern.
„Schau, Mama, da ist ein Foto mit all deinen Klassenkameraden. Meinst du dieses Mädchen mit den Zöpfen?“
„Ja, das ist sie. Wenn mir doch nur der Name einfiele.“
„Erzähl mir ein wenig von ihr, vielleicht kommt der Name dann zurück.“
Doch die Mutter mag nicht erzählen, es quält sie, dass sie sich manche Dinge nicht mehr merken kann. Es ist ja so, dass sie selbst merkt, wie vergesslich sie geworden ist. Jeden Abend vor dem Einschlafen bittet sie Gott darum, ihr zu helfen, denn sie möchte nicht so hilflos sein wie ihr Mann, der zuletzt nicht einmal mehr sie, seine eigene Frau erkannte. Dabei hatte er sie trotzdem geliebt, denn niemand anders durfte an seiner Seite sein, wenn es ihm so richtig schlecht ging, nur sie, seine Frau.
Damals hatte sie sich vorgenommen, alles aufzuschreiben, damit sie es nachlesen konnte, wenn sie selbst einmal vergesslich werden sollte. Aber sie hatte es nicht gemacht. Immer war etwas anderes wichtiger gewesen.
„Ab heute werde ich es tun“, dachte sie und nahm ein Heft, das lange dafür vorgesehen war. Sie schrieb:
„Es ist Sonntag. Heute habe ich lange über einen Namen nachdenken müssen. Er fiel mir einfach nicht ein. Mit meiner lieben Sarah zusammen habe ich die alten Fotos angeschaut und hatte keine Idee, wie meine Freundin …“, sie stutzte, plötzlich, war er da, der Name, Angelika!
„…wie meine beste Freundin Angelika geheißen hat. Ich bin so froh, dass ich nun endlich wieder weiß, an wen ich seit Tagen denken muss. Von nun an werde ich jeden Tag schreiben. Schreiben hilft!“

© Regina Meier zu Verl

 

Du und ich – Ein Tag mit dem Enkelkind

Du und ich – Ein Tag mit dem Enkelkind

Mit einem Kind spazieren gehen,
die Welt mit seinen Augen sehen
und staunen voll Entdeckerglück
Erinnerung dreht Zeit zurück.

Erblickst den Wolkenelefant
und Kieselstein am Bachesrand,
geformt wie eine Häuschenschnecke,
verwaistes Nest in Buchenhecke.

Sonnenstrahl kitzelt die Nase,
Tautropfen glitzern noch im Grase
hältst die kleine Hand ganz fest,
teilst mit ihr den Kuchenrest.

Wenn Herzen Purzelbäume schlagen
vor Glück an hellen Kindertagen
wenn’s Schnütchen dir ein Küsschen gibt,
dann fühlst du dich wie frisch verliebt

und Schmetterlinge tanzen Reigen
bevor sie auf zum Himmel steigen
wie Blüten, die zu Elfen werden
was gibt es Schöneres auf Erden.

Wenn ich dir etwas schenken kann,
dann ist es Zeit, nimmst du sie an,
dann machst du mir die größte Freude,
wir sind ein gutes Team, wir beide.

© Regina Meier zu Verl

Hey, Schneekugelmann

Hey, Schneekugelmann

Hey, SchneekugelmannHey, Schneekugelmann,

du schaust so traurig aus,
sicher willst du da raus.
Du bist so stark und wieder nicht,
das Glas, es hält und niemals bricht.

Hey, Schneekugelmann,

ich würde helfen, aber wie,
mit Kraft alleine klappt das nie,
vielleicht versuche ich’s mit Singen,
bringt das die Glaskuppel zum Springen?

Hey, Schneekugelmann,

Dein Anblick tut im Herzen weh,
mir fehlt die rettende Idee,
wie lange hältst du das noch aus,
wie kriegen wir dich nur da raus?

Hey, Schneekugelmann,

jetzt weiß ich’s, ich mach mich ganz klein
und komme dann zu dir herein.
Dann sind wir beide nicht mehr einsam
und planen unser Glück gemeinsam.

Hey, Schneekugelmann,

rück mal ein Stück,
hier kommt dein Glück!

© Regina Meier zu Verl

Eine kluge Frau

Eine kluge Frau

Eine kluge Frau
„Hans-Werner, mach doch nicht immer so ein Brimborium um einen Filmabend mit den Enkelkindern. Das ist ja nicht auszuhalten!“
Oma Gerlinde schüttelt unwillig den Kopf. Auf dem Tisch stehen verschiedene Schalen und Schachteln mit Süßigkeiten, Chips und Popcorn. Dann eine ganze Batterie Limonadeflaschen in allen Sorten. Zitrone, Orange, Mandarinen-Brause und Dunkelbier gibt es da.
„Wieso? Wenn wir nachher zusammen den Film anschauen, dann will niemand in die Küche laufen und für Nachschub sorgen. Ich denke halt mit!“ Opa Hansi stöhnt. Dass seine Gerlinde das einfach nicht verstehen will.
„Aber wir machen doch einen Filmabend, keine Süßigkeiten Verkostung und außerdem ist doch dieser ganze Süßkram ungesund. Das weißt du doch!“ Oma greift nach der Schale mit den Gummibärchen.
„Halt!“, ruft Opa Hansi verärgert. „Die bleiben stehen! Ich habe Kira versprochen, dass es Gummibärchen geben wird!“
„Also gut“, Oma Gerlinde stellt die Schale wieder hin und greift nach den Schokoküssen.
„Halt!“, ruft Opa. „Die sind für Flory, du weißt doch, dass er die so gerne mag!“
„Stimmt, hatte ich vergessen“, seufzt Oma. Ihre Augen wandern über den Tisch und bleiben bei den roten und schwarzen Zuckerhimbeeren hängen. Die kann sie unmöglich wegnehmen, Amelie liebt diese megasüßen Dinger so sehr.
„Hans-Werner“, sagt Oma nachdenklich.
„Ja, Gerlinde?“
„Ich glaube unsere Enkelkinder lieben uns auch ohne diesen ganzen Kram!“
„Das stimmt, aber …“
„Aber?“
„Mit diesen Leckerchen lieben sie uns noch ein bisschen mehr!“
„Das ist Quatsch, ganz großer Quatsch!“
„Wir machen eine Probe. Wir stellen alle Süßigkeiten weg und schnippeln schnell einen Teller voll Gemüse. Möhren, Gurken, Paprika und Stangensellerie. Dazu gibt es Kräuterquark und Cracker.“ Opa Hansi grinst, er könnte sich vor Freude selbst auf die Schulter klopfen, so toll findet er seine Idee.
„Okay!“, sagt Oma und kommt binnen zwei Minuten zurück mit einer riesigen Gemüseplatte und diversen kleinen Dippschälchen.
„Hier, bitte!“
Opa Hansi staunt. Seine Gerlinde ist flink wie ein Wirbelwind, und das in ihrem Alter.
„Wie hast du das denn so schnell hinbekommen?“, fragt Opa stolz.
„Hatte ich schon fertig!“, sagt Oma und lächelt still vor sich hin. Sie verrät Opa Hansi auch nicht, dass sie genau das bereits beim Mittagessen vorgeschlagen hatte. Das hatte Opa aber wohl vergessen, oder verdrängt und da es ihm so wichtig ist, dass es seine Idee war, schweigt Oma Gerlinde. Kluge Frau, oder?

© Regina Meier zu Verl


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Klassenspiel im Januar

Klassenspiel im Januar

„Ich kann mit meinen zwei Gesichtern in die Vergangenheit und in die Zukunft schauen!“, prahlte der Gott Janus*, der von dem eher schüchternen Robbi Maler aus der achten Klasse gespielt wurde.
„Ich bin der Gott des Anfangs und der des Endes!“, rief er und schlug sich drei Mal kräftig mit der rechten Faust, in der er einen riesigen Schlüssel hielt, auf den Brustkorb. Sein Gesicht nahm dabei einen gequälten Ausdruck an. Ihm war anzusehen, dass er sich nicht wohlfühlte.
„Dann sag uns, Janus, wie wird die Zukunft aussehen?“, bat der Priester, dargestellt von Dennis Watermann. Keiner passte so gut in die Rolle des Priesters wie Dennis, der auch im richtigen Leben sicherlich einmal Pastor werden würde. Predigen konnte er auf jeden Fall gut und was er sagte, das hatte Hand und Fuß.
Robbi als Janus erhob seine Hände über den Kopf, so als balancierte er einen dicken Medizinball über sich.
Im Zuschauerraum saßen Ira und Sophie. Gespannt verfolgten sie die Szene und als Robbi nach gefühlten zwei Minuten noch immer nichts gesagt hatte, kicherten sie.
„Wetten, dass er wieder seinen Text vergessen hat?“, wisperte Ira.
„Ruhe da hinten!“, rief Direktor Menzel verärgert. Ira schlug erschreckt die Hand vor den Mund.
„Bitte Robbi, machen wir weiter!“, ordnete er an.
Robbi hatte sich wieder gefangen. Er erhob erneut die Hände und schaute dann verzweifelt Toni Gerdecke an, der als Souffleur eingeteilt war. Dessen Aufmerksamkeit aber galt Carina, die sich neben der Bühne die Strumpfhose auszog, weil Göttinnen doch nicht mit rutschenden Strumpfhosen auftreten konnten.
„Gerdecke!“, kreischte Direktor Menzel. „Hilf Robbi weiter mit dem Text, oder schläfst du auch?“
„Ich, der Hüter der Tore und Brücken …“, stammelte Toni.
Robbi wiederholte erleichtert: „Ich, der Hüter der Tore und Brücken, muss nach vorn schauen, denn Neues kommt auf uns zu!“ Er drehte sich langsam um und zeigte sein zweites Gesicht, das im Gegensatz zum ersten jung aussah, frisch und unverbraucht.
„Ja, das wissen wir, großer Janus. Doch, was wird es uns bringen?“, fragte der Priester erneut.
Robbi schluckte. Dann sagte er ruhig und völlig unaufgeregt:
„Toni Gerdecke wird sich einen steifen Nacken einhandeln, weil er von Carina gar nicht genug sehen kann und die wiederum wird sich eine Blasenentzündung einfangen, weil sie in dieser Eiseskälte hier die Strumpfhosen ausgezogen hat. Ira und Sophie werden einen heftigen Schluckauf vom unterdrückten Lachen bekommen und Sie, Direktor Menzel sind stark gefährdet, einen Infarkt zu erleiden, ihr Gesicht ist hochrot. Und ich …“, er machte eine bedeutungsvolle Pause, „werde mich aus dieser Rolle verabschieden. Sie liegt mir nicht und Spaß macht mir dieses Theater auch nicht!“
Nach diesen Worten verließ er die Aula, in der es totenstill geworden war.
Direktor Menzel nahm sein Textbuch, zog sein Jackett an und verließ ebenfalls den Raum, die restlichen Anwesenden zogen ihre Privatkleidung an und gingen in die Pause.
Ich blieb zurück, mich hatte niemand gesehen. „Respekt“, dachte ich und meinte Robbi, der sich praktisch freigesprochen hatte von etwas, das er nicht wollte. „Respekt!“, sagte ich und ging ebenfalls nach Hause.

© Regina Meier zu Verl

*Janus, der Gott mit den zwei Gesichtern, hat dem Monat Januar seinen Namen gegeben

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Annelie und ich

Annelie und ich

Annelie und ich
Ich setzte das letzte Wort unter meine Geschichte. Ende! Zufrieden blickte ich auf die Seitenzahl. Zweihundertzwanzig Seiten, ein umfangreiches Manuskript war es geworden. Klar, nach der Überarbeitung würde es etwas schlanker werden. Doch im Moment war ich erstmal glücklich, dass ich durchgehalten hatte.
Lange hatte ich davon geträumt, diese Geschichte endlich aufschreiben zu können. Stets hatte mich etwas davon abgehalten oder der richtige Zeitpunkt war einfach noch nicht gekommen. Ich hatte mir dieses Gefühl ersehnt und genauso vorgestellt. Es war einfach wunderbar.
Nachdenklich drehte ich das Glas in den Händen, das ich mir zur Feier des Abends eingeschenkt hatte. Ich dachte an den Moment in der Buchhandlung, der dazu geführt hatte, dass ich mich endlich an die Geschichte gemacht hatte. Ich war zu diesem Zeitpunkt auf der Suche nach einem ganz besonders schönen Buch, das ich meinem Patenkind schenken wollte. In der gemütlichen Leseinsel hatte ich es mir bequem gemacht, als ein kleines Mädchen mich am Arm zupfte.
„Kannst du mir vorlesen?“, fragte das Kind und schaute mich erwartungsvoll an.
„Sicher, das kann ich, aber bist du denn ganz allein hier? Wo ist deine Mutter?“, fragte ich. Das Kind deutete nach oben.
„Mama ist da oben. Mir ist aber so langweilig und lesen kann ich noch nicht!“
In der oberen Abteilung der Buchhandlung befanden sich die wissenschaftlichen Bücher, sicher suchte die Mutter dort nach einem Werk und hatte das Mädchen in die Kinderbuchabteilung geschickt.
„Also gut, dann lese ich dir vor!“, willigte ich ein. „Was möchtest du hören?“
„Etwas, das ich noch nicht kenne!“
Das war aber nicht so einfach, wie sich schnell herausstellte. Das Kind kannte alle Bücher, die ich vorschlug.
„Dann such du doch etwas aus und bring es mir, dann lese ich für dich!“ Die Kleine zögerte, bevor sie fragte:
„Kannst du auch einfach so erzählen? Etwas ganz Neues, das ich noch nie gehört habe?“
Ich lachte. Das Kind war eine Herausforderung, oder sah man mir etwa an, dass sie selbst Geschichten schrieb?
„Kann ich auch, aber zuerst möchte ich wissen wie du heißt!“
„Ich heiße Annelie“, die Kleine stand auf und machte einen Knicks, ganz so, wie die Kinder das früher gelernt hatten, wenn sie Erwachsene begrüßten.
„Also gut, Annelie, dann erzähle ich dir jetzt von einer Geschichte, die noch gar nicht geschrieben ist und schon ganz lange in meinem Kopf wohnt.“
Die Augen des Kindes strahlten. Vertrauensvoll kuschelte sich Annelie an mich. Ich erzählte ihr vom Gasthaus Zum Paradeiser, in dem die kleine Annelie ihren Teddy Franz vergessen hatte und wie sie sich ganz allein auf den Weg machte, um ihn zurückzuholen. Es war eine lange Geschichte mit vielen spannenden Abenteuern.
Irgendwann waren alle Besucher der Buchhandlung gegangen und der Besitzer kam in die Leseinsel.
„Na, Annelie, hast du wieder jemanden gefunden, der dir vorliest?“, fragte er.
Das Kind drückte mir einen Kuss auf die Wange.
„Ja, Papa. So eine schöne Geschichte habe ich lange nicht gehört!“
„Leider müssen wir jetzt nach Hause, Oma wartet mit dem Abendessen. Ihnen danke ich sehr, dass Sie für meine Tochter da waren. Nachmittags nehme ich sie immer mit hierher, da ist sie gut aufgehoben und manchmal begegnet sie lieben Menschen wie Ihnen, die ihr vorlesen.“
Ich ahnte in diesem Moment, dass Annelie, als sie nach oben deutete und sagte, dass ihre Mutter da oben sei, den Himmel meinte. Das stimmte auch. Das habe ich aber viel später erfahren, denn von da an ging ich jede Woche in die Buchhandlung und erzählte meine Geschichte weiter.
Jetzt habe ich sie auch zu Papier gebracht und sobald sie überarbeitet und gedruckt ist, werde ich sie Annelie schenken.

© Regina Meier zu Verl

 

Veras Tränen

Veras Tränen

Veras Tränen

„Die Liebenden saßen aneinandergelehnt auf dem Steg; wie ein riesiger Spiegel lag der See vor ihnen. Am Horizont versank die blutrote Sonne.“

Seufzend klappte Vera das Buch zu. Wie so oft, wenn sie einen guten Roman beendet hatte, wurde sie traurig. Wie gern hätte sie noch erfahren, wie die Geschichte weiter verlaufen wäre. ‚Ich wünschte, es gäbe eine Fortsetzung und dann noch eine und noch eine!’, dachte Vera.
Sofort mit einem neuen Roman zu beginnen, das wäre ihr wie ein Verrat an der letzten Geschichte vorgekommen. Aber gar nicht zu lesen, das war auch keine Alternative. Das würde sie noch trauriger machen.
Die Türklingel riss Vera aus ihren Gedanken. Sie hatte völlig die Zeit vergessen. War das etwa schon Mary, die ihr heute die Haare schneiden wollte?
Sie wischte sich mit dem Handrücken über die Augen und eilte zur Haustür.
Der Paketbote überreichte ihr ein Päckchen, das Vera quittieren musste.
„Besten Dank, einen schönen Tag Ihnen!“, verabschiedete er sich und bevor Vera die Haustür wieder schließen wollte, tauchte Mary auf der Bildfläche auf.
„Gut, dass du da bist!“ Vera begrüßte die Freundin herzlich. „Komm rein!“
„Sag mal, wie siehst du denn aus? Hast du geweint?“ Mary stellte ihren Frisierkoffer ab und schlüpfte aus der Regenjacke. „Das Wetter ist aber auch zum Heulen!“, stellte sie fest.
Vera nahm Marys Jacke.
„Die hänge ich in die Dusche, okay?“, fragte sie. „Und dann mache ich uns erstmal eine schöne Tasse Kaffee. Geh doch schon in die Küche, ich komme sofort.“
Im Bad erfrischte Vera ihr Gesicht mit kaltem Wasser, um die Spuren der Heulerei zu entfernen. Sie kniff sich in die Wangen und ermunterte sich selbst: „Alles gut, Vera, es war nur ein Buch!“
Mary saß am Küchentisch und blätterte in der Tageszeitung. Als Vera den Raum betrat, schaute sie interessiert auf.
„Nun sag schon, was ist los?“
„Ach nichts, ich komme mir so blöd vor!“
Mary kicherte und deutete auf das Buch, das auf dem Küchentisch lag.
„Ist das etwas mal wieder der Grund für deine Tränen? Ein ausgelesenes Buch?“
Sie kannte die Freundin gut und erinnerte sich an etliche Situationen, die ganz ähnlich verlaufen waren.
„Ich werde dir irgendwann das Lesen verbieten!“, frotzelte sie und erntete einen Buff in die Seite.
„Damit würdest du mir die Luft zum Atmen nehmen“, behauptete Vera ernsthaft.
„Ich bin beeindruckt. Du hast das Zeug dazu, einen Liebesroman zu schreiben, so kitschig und melodramatisch wie du bist!“ Mary lachte nun laut heraus und kramte ihre Zigaretten aus der Tasche.
„Ich darf doch, oder?“, fragte sie überflüssigerweise nachdem sie den ersten Zug genommen hatte.
„Bei dem Wetter kann ich dich ja schlecht auf die Terrasse jagen, oder? Außerdem bin ich nicht melodramatisch, ich leide halt mit den Protagonisten!“
„Prota… was?“, fragte Mary und kicherte schon wieder, wobei sie sich am Zigarettenrauch verschluckte und eine Hustentour folgte.
„Du solltest das Rauchen sein lassen!“, schimpfte Vera. „Protagonisten, das sind die Hauptpersonen in einem Roman.“
„Ach so! Und jetzt sind sie tot, die Hauptpersonen?“
„Nein, wie kommst du darauf?“
„Na, weil du so heulst!“
„Ich heule gar nicht, ich bin nur traurig, dass ich nie erfahren werde, wie es mit Josie und Frank weitergehen wird …“
„Gibt es keine Fortsetzung?“
„Nein!“
„Dann schreib eine!“ Mary drückte die Zigarette aus und ging zur Tagesordnung über. „Wollen wir heute färben?“, fragte sie.

Als sich Mary einige Stunden später verabschiedet hatte, betrachtete sich Vera wohlwollend im Spiegel. Ihre Haare glänzten herrlich, die neue Farbe stand ihr gut und deckte erstes Grau ab. Die Traurigkeit war noch da, aber nicht mehr so heftig und es hatte aufgehört zu regnen. Vera beschloss, in die Stadt zu fahren und nach einem neuen Buch zu schauen. Dann fiel ihr das Päckchen ein, das noch unbeachtet in der Küche lag.
Vera holte eine Schere aus der Schublade, öffnete die Verpackung und hielt ein hübsches Buch in der Hand, eines mit leeren Seiten, die zum Füllen einluden. Vera schmunzelte, als sie die Karte las, die sie im Päckchen fand.

„Liebe Vera, wenn ich richtig liege, dann hast du heute dein Buch ausgelesen. Du willst unbedingt wissen, wie der weitere Verlauf sein wird, stimmt’s? Hier ist ein Büchlein für dich, dort hinein kannst du deine eigene Geschichte schreiben und die wird niemals enden. Fang einfach an und wenn die Seiten gefüllt sind, dann bekommst du von mir ein neues Buch. Ich liebe dich, dein Peter“

Nun möchtet ihr wissen wie es weitergeht, nicht wahr? Vera schreibt! Jeden Tag schreibt sie und sie liest und immer dann, wenn sie ein Buch ausgelesen hat, dann schreibt sie eine Geschichte. Sie weint immer noch, aber so ist sie nun mal, die Vera!

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Opa nun wieder

Opa nun wieder

„Die große Uhr am Kirchturm schlug zwölf Mal, als die Pferdekutsche vor dem Wirtshaus vorfuhr. Der Kutscher sprang vom Bock und beeilte sich, zu den Pferden zu kommen, als sich Eingangstür öffnete und ein kleiner, hässlicher Mann mit nur einem Zahn auf der Bildfläche erschien!“
„Bernhard, du sollst doch dem Jungen keine Gruselgeschichten erzählen!“, schimpfte Oma und drohte warnend mit dem Zeigefinger.
„Und der kleine dicke Mann schimpfte und drohte mit dem Zeigefinger!“, fuhr Opa fort.
„Wie Oma“, freute sich Robin und Opa nickte. „Genau so!“ Opa grinste und fuhr fort:
„Du sollst doch nicht hier vorfahren, wenn die Turmuhr zwölf Mal schlägt. Das birgt Gefahr. Große Ge…“
„Bernhard!!!“, rief Oma. „Schweig still jetzt!“
„Aber warum denn, Oma? Es ist doch gerade so spannend!“ Robin wollte unbedingt wissen, wie es weiterging. Opa wartete einen Moment, dann erzählte er weiter.
„Weißt du, vor kleinen dicken und zudem noch hässlichen Männern mit nur einem Zahn, die mit dem Zeigefinger drohen wie Oma musst du dich sehr in Acht nehmen. Ich habe es selbst einmal erlebt, damals war ich ungefähr so alt wie du jetzt, dass ich beinahe mein Leben gelassen hätte!“
„Bernhard!“, Oma schrie es jetzt. „Hör sofort mit diesem Blödsinn auf!“
„Zu spät, Elisabeth“, sagte Opa. „Die Geschichte hält mich gefangen. Meine Freiheit erhalte ich erst wieder zurück, wenn ich sie zu Ende erzählt habe. Bis zum bitteren Ende.“
„Wer sagt das?“ Omas Stimme war nun leise geworden. Gefährlich leise. „Du willst mich wohl auf den Arm nehmen?“
„Aber nein, wo denkst du hin!“ Opa machte ein so unschuldiges Gesicht, dass Oma schon wieder ein wenig lächeln konnte. „Du kennst mich doch, Elisabeth!“
„Eben, deshalb!“, sagte Oma und machte keine Anstalten, den Raum zu verlassen. Sie würde das Erzählen überwachen und notfalls wieder eingreifen.
„Erzählst du jetzt weiter, Opa? Haben dich die kleinen, dicken Männer verhauen oder gefesselt oder mit dem Messer …?“
„Robin!“, schrie Oma. „Sei wenigstens du still! Und Schluss damit jetzt!“
„Schlimmer!“, sagte Opa da aber schon. „Viel schlimmer. Es waren meine Lehrer und die …“
„Hatten eine Kutsche? So alt bist du doch noch gar nicht, Opa, dass die Lehrer mit der Kutsche kamen und dann die Kinder gequält haben, stimmt‘s?“ Robin ließ nicht locker, er wollte nun wissen, was passiert war Ein bisschen zweifelte er ja daran, dass Opa die Wahrheit erzählte.
„Welche Kutsche?“ Opa schien mittlerweile auch zu zweifeln. Wie aus einem tiefen Schlaf erwachend riss er erschreckt die Augen auf und schüttelte den Kopf. „Was wollte ich gerade erzählen?“
„Nichts“, sagte Oma schnell.
Die beiden sahen sich an, grinsten und brachen in ein lautes Gelächter aus.
Was für eine blöde Geschichte! Robin wollte schmollen, dann aber musste er auch lachen. Opa nun wieder!

© Regina Meier zu Verl

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Das Ende der Weihnachtszeit – Eine Tannenbaumgeschichte

Das Ende der Weihnachtszeit – Eine Tannenbaumgeschichte

Niemals hätte sie gedacht, dass sie einmal zum Weihnachtsbaum werden würde. Die Tannengeschwister im Wald hatten so viel davon erzählt und in jedem Jahr waren einige von ihnen verschwunden und niemals mehr zurückgekommen. Die kleine Tanne hatte nicht gewusst, ob es erstrebenswert war, ein Weihnachtsbaum zu werden. Trotzdem hatte sie sich immer ein wenig geärgert, wenn die Menschen sie betrachtet hatten. Oft hatte sie Worte gehört wie: Die ist doch viel zu klein, geradezu mickrig. Das hatte weh getan.

In diesem Jahr hatte es geklappt. Ein Mann war mit seiner Tochter Laura in den Wald gekommen und hatte lange nach einem passenden Baum gesucht, als das Mädchen stehen blieb und rief:
„Schau hier, Papa, dieser schöne Baum ist genau richtig für uns.“
Die beiden trugen eine scharfe Säge bei sich und einigten sich schnell, dass es eine gute Wahl war, die kleine Silbertanne mitzunehmen. Als der Vater die Säge ansetzen wollte, bekam das Bäumchen heftige Angst und rief: „Halt, nicht sägen, dann sterbe ich!“

Als hätte er die Worte gehört, hielt der Mann inne. Er trat ein wenig zurück, betrachtete den Baum erneut und schüttelte den Kopf.
„Warte hier!“, sagte er zu seiner Tochter. „Dieses Bäumchen ist viel zu schade, um es abzusägen. Ich werde einen Spaten aus dem Auto holen, dann graben wir es aus.“
Glücklicherweise war der Waldboden nicht gefroren. Mitsamt aller Wurzeln wurde die Tanne in den Kofferraum geladen und dann trat sie die erste Reise seines Lebens an, hinaus aus dem Wald und hinein in eine warme Stube.
„Oh!“, staunte Lauras Mutter, „So ein schöner Baum, der ist ja niedlich! Ganz entzückend!“
Am Abend schmückte dann die ganze Familie den Baum mit bunten Glaskugeln und Strohsternen, mit Holzspielzeug und echten Kerzen. Die kleine Tanne war mächtig stolz. Wie schön es doch war, ein Weihnachtsbaum zu sein.

Es folgten glückliche Tage. Die Tanne war nie allein, denn es kamen viele Menschen zu Besuch, die Großeltern, die Nachbarn und Freunde und alle betrachteten den Weihnachtsbaum und lobten seinen schönen Wuchs und herrlichen Schmuck. Es wurden Lieder gesungen, die waren fast so schön, wie der Gesang der Waldvögel im Frühling. Die kleine Tanne war einfach nur glücklich.
Da sie in einem großen Blumentopf eingepflanzt war und regelmäßig Wasser zu trinken bekam, ging es ihr gut. Nur ab und zu war es ihr etwas zu warm und sie sehnte sich nach kühler, frischer Luft.

Als das Weihnachtsfest längst vorbei war und die Menschen wieder zur Schule gingen oder zur Arbeit, wurde es ruhiger im Wohnzimmer und die kleine Tanne fühlte sich allein.
„Morgen werden wir den Baum abschmücken und in den Garten pflanzen!“, beschloss Lauras Mutter und der Vater nickte zustimmend.
„Du hast Recht, aber ich denke, wir sollten das Bäumchen wieder an seinen alten Platz im Wald bringen.“
„Ja, Papa, das finde ich richtig“, rief auch Laura. „Ich komme mit!“

Vater und Tochter brachten die kleine Tanne zurück in den Wald. Als Laura sich verabschiedete, hängte sie ein rotes Glasherz an einen der Zweige.
„Damit ich dich immer erkennen kann, wenn ich im Wald bin und vielleicht können wir dich im nächsten Jahr wieder in unser Haus holen. Danke, kleine Tanne!“

Ein ganzes Jahr stand die Tanne wieder an ihrem Platz im Wald, freute sich über den Frühling, den Sommer und den Winter. Als es im Advent anfing zu schneien, sah man ihr rotes Glasherz schon von weitem leuchten.
„Wann kommst du, kleine Laura?“, dachte die Tanne, die so gern wieder ein Weihnachtsbaum sein wollte. Doch sie wartete umsonst.
An einem Sonntag, es war der vierte Advent, kam ein Mann einer Säge. Er schaute sich um und suchte nach einem geeigneten Baum für das Fest. Da entdeckte er die kleine Silbertanne mit dem roten Herzen.
„Na bitte“, sagte der Mann. „Hier ist doch schon ein toller Baum.“ Er setzte die Säge an; im gleichen Augenblick zerbrach das Herz aus Glas mit einem lauten Knall. Der Mann erschrak.
„Das ist kein gutes Zeichen!“, rief er. „Dich lasse ich wohl besser hier stehen!“
Er nahm seine Säge und stapfte weiter durch den Schnee.
Die kleine Silbertanne war erleichtert. War auch ihr Herz zerbrochen, so würde sie doch weiterleben und wieder einen Frühling, Sommer und Herbst erleben.

© Regina Meier zu Verl