Der Künstler – ein Ostergedicht

 

Osterhäsin wartet auf ihren Mann

Der Künstler

Ich bin ein Maler von Beruf,
welch schöne Werke ich so schuf,
in all den letzten Jahren,
das sollt ihr jetzt erfahren.

Ausschließlich Eier mal ich an,
weil ich das wirklich prima kann.
Kein Ei gleichet dem andern Ei,
das ist mein Anspruch, bin so frei.

Rote Punkte, blauer Grund,
hartgekocht und so gesund,
gelbes Ei mit grünen Streifen,
dunkelrotes dann mit Schleifen.

Kleine Eier, große Eier,
bunt für manche Osterfeier,
aber auch einfarbig schlicht,
manchmal mit ’nem Lachgesicht.

Bemalt mit wunderbaren Pflanzen,
mit Elfen, die im Frühling tanzen,
mit Hasen, Rehen oder Kätzchen,
auf jedem Ei ein andres Schätzchen.

Ich versteck sie dann im Garten,
weil die Kinder doch drauf warten.
Ich freu mich, wenn Augen strahlen
und werde immer weiter malen.

Euer Osterhase

© Regina Meier zu Verl 2015

Das Osternest

Das Osternest

Ich baue mir ein Osternest
aus Moos und dünnen Zweigen.
Ob darin sich was finden lässt,
das wird sich dann schon zeigen.

Es ist schön groß, es passt was rein,
ich liebe Nougateier,
es dürfen auch recht viele sein
für unsre Osterfeier.

Und etwas Geld wäre nicht schlecht,
ich wünsch mir doch ein Handy,
so eins wie Papa hat wär recht,
sonst das von Onkel Andy.

Am Ostersonntag geh ich raus
es ist noch früher Morgen,
ich schau nach meinem „Nestchen“ aus
und mach mir große Sorgen,

als ich es gar nicht finden kann.
Es ist und bleibt verschwunden.
Ich geb nicht auf, ich denk nicht dran,
ich suche ein paar Stunden.

Geh dann verzagt ins Haus zurück,
und sehe unterm Schranke
mein Osternest, welch großes Glück
Oh, Osterhase, Danke!

Ich wollt zu viel, das weiß ich ja,
hast vieles mir beschert.
Ein Schokohase ist auch da,
der ist mir echt was wert.

Marzipan und Nougateier
lasse ich mir schmecken.
freu mich auf die Osterfeier,
werd jetzt die Großen wecken.

© Regina Meier zu Verl

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Bildquelle stux/pixabay

 

Die klugen Narzissen

Die klugen Narzissen

Es sind wohl die Narzissen,
die es genauer wissen,
ob nachts in unsrem Garten
die Osterhasen warten.
Worauf sie warten, willst du wissen?
Frage doch mal die Narzissen,
denn wenn die Hasen im Garten hocken,
dann werden Narzissen zu Osterglocken!
Haben die Hasen das vernommen,
ja, dann ist ihre Zeit gekommen.
Sie verstecken die Eier geschickt im Grase
so wie ihr Chef, der Osterhase.
Stimmt nicht, sagt du – woher willst du’s wissen,
frage erstmal die Narzissen!

© Regina Meier zu Verl

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Bildquelle Hans/pixabay

Oster-Limericks

Oster-Limericks

Der Osterhase aus Gütersloh,
der war am Ostermorgen froh,
hatte alles geschafft,
das kostete Kraft.
Jetzt macht er Urlaub in Mexico.

Der Osterhase aus Heidelberg,
der stolperte über den Gartenzwerg.
er fiel auf die Nase,
blieb liegen im Grase
und schaffte nicht sein Tageswerk.

Der Osterhase aus Bielefeld,
der hoppelte über das Rübenfeld,
dort traf er die Frau,
die passte genau,
war so, wie er sie sich vorgestellt.

Der Osterhase aus Essen,
der hatte völlig vergessen,
die Eier zu kochen,
jetzt sind sie zerbrochen
und niemand kann sie mehr essen.

Der Osterhase aus Herten,
über den sich die Leute beschwerten,
versteckte die Eier im Garten von Meier,
obwohl sie doch Schulzes gehörten.

Der Osterhase aus Hövelhof,
der fand es immer so schrecklich doof,
Verstecke zu suchen,
laut hört man ihn fluchen,
bei Pastor Schulze im Hinterhof.

Der Osterhase aus Paderborn,
der hatte Schmerzen in beiden Ohr‘n,
doch Pflicht ist Pflicht,
anders geht es nicht,
den Beruf hatt‘ er sich ja selbst auserkor’n.

Dem Osterhasen aus Kiel,
dem war der Stress viel zu viel,
er blieb im Bett,
das fand er nett,
bis die Decke ihm auf den Kopf fiel.

Der Osterhase auf Sylt,
der hatte sich mächtig verkühlt.
Ihm lief die Nase,
der arme Hase,
wie schlecht hat er sich wohl gefühlt?

(wird fortgesetzt)

© Regina Meier zu Verl

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Bildquelle Marisa04/pixabay

Janosch und das Ostergedicht

Janosch und das Ostergedicht

Janosch soll ein Ostergedicht schreiben. Das ist die Hausaufgabe für den nächsten Tag und Janosch hat auch schon eine Idee.
„Zum Nachdenken brauche ich aber einen Schokoladenpudding“, erklärt er seiner Mutter. „Ohne Schokoladenpudding geht nichts …“
Frau Werning grinst, sie kennt ja ihren Sohn. Bei jeder Gelegenheit will er Schokoladenpudding essen. Ein richtiges Schleckermaul ist er, der Janosch.
„Fang du nur mit dem Gedicht an, ich koche einen Pudding, wenn du mir eine Idee zeigst, bekommst du ein Schälchen!“, verspricht sie und macht sich gleich an die Arbeit.
Janosch kaut auf seinem Bleistift herum und dann schreibt er:

Im Frühling feiern wir ein Fest
und bauen uns ein Osternest,
aus Moos und kleinen Zweigen

„Mama, was reimt sich denn auf „Zweigen“?“, ruft er seiner Mutter zu.
„Steigen, Geigen, zeigen, neigen, Reigen“, antwortet Mama. Doch da ist noch nicht das Richtige dabei, findet Janosch. Er überlegt und überlegt. Dann zerknüllt der das Blatt und fängt noch einmal von vorn an.

Die Ostereier sind schön bunt,
sie sind oval und gar nicht rund.

„Ach nein, das ist ja blöd. Jedes Kind weiß, dass Eier nicht rund sind. Da muss ich mir was Besseres einfallen lassen!“, stöhnt Janosch und macht einen weiteren Versuch.

In jedem Jahr, am Ostermorgen,
da mache ich mir große Sorgen,
ob denn der Hase auch gefunden
mein Nest, das ich so schön gebunden,
aus Weidenruten und aus Moos,
nicht zu klein und nicht zu groß.

Die erste Strophe ist fertig, Janosch ist zufrieden. Frau Müller, die Lehrerin, hat gesagt, dass die Schüler anschließend die Silben des Gedichtes zählen sollen, damit auch alles passt. Janosch zählt: Erste Zeile – neun, zweite Zeile neun, dritte Zeile neun, vierte Zeile neun. Prima, doch dann kommt’s, die beiden letzten Zeilen stimmen nicht, da muss er noch mal ran.

aus Weidenruten und grünem Moos,

Verflixt, Janosch fällt nichts ein, wie er das Problem lösen kann. Wieder kaut er auf dem Bleistift.

aus Weidenruten und grünem Moos,
ist es ganz prima und nicht zu groß.

So, fertig. Janosch marschiert stolz in die Küche und präsentiert seiner Mutter das Gedicht und bekommt auch gleich seine Belohnung.
„Dichten ist schwere Arbeit, den Pudding habe ich mir wohl verdient!“, verkündet er stolz und dann lässt er es sich schmecken.

© Regina Meier zu Verl

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Bildquelle congerdesign/pixabay

 

Mutter Huhn passt auf

 

Mutter Huhn passt auf

„Schau, was liegt denn da im Gras?
Mutter Huhn, vermisst du was?“

„Nein, das ist wohl nicht mein Ei,
das ist mir fremd und einerlei.
Weiß wie Schnee sind meine Eier,
dieses ist gelb, mir ungeheuer.“

„Ich schau das Ei genauer an,
stimmt, es ist gelbe Farbe dran
und, glaub es oder glaub es nicht,
es hat ein breites Grinsgesicht.“

„Ich tippe auf den Osterhasen,
den sah ich gestern hier schon grasen,
doch alles hat ihm nichts genützt,
ich habe jedes Ei beschützt,
damit er mich ja nicht beklaut,
gegackert habe ich ganz laut.“

„Ach, albern ist doch dein Gegacker,
jagt keinen Hasen übern Acker.
Du drehst dich um und eins, zwei, drei,
stiehlt er es dir, dein weißes Ei.“

Man sieht das Huhn zum Stalle gehn,
es wird tagelang nicht mehr gesehn,
es sitzt auf seinen weißen Eiern,
während die andern Ostern feiern.

Verständlich, oder?

© Regina Meier zu Verl 2016

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Bildquelle ivabalk/pixabay