Ärger in der Osterhasenschule

Ärger in der Osterhasenschule

„Ha, ha, wie siehst du denn aus?“, kicherte das Hasenmädchen Peppi. Sie konnte sich gar nicht wieder beruhigen, so lustig fand sie den Anblick des kleinen Hasenjungen, der neu in der Malschule war.
„Du hast ja Knickohren!“, lästerte sie und mit ihrem Gekicher steckte sie die anderen Hasen an, die alle mit einstimmten.
„Guck mal der, der heißt wohl Knickohr, hihi!“, rief auch Pucki, die sonst immer ausgelacht wurde. Endlich galt das Gelächter einmal nicht ihr und niemand rief „Dickerchen“. Das tat gut.
Die Lehrerin Fräulein Möhrfeld schlug mit dem Zeigestock auf ihr Pult und rief: „Ruhe! Seid sofort ruhig, oder ihr sitzt alle nach heute!“
Nachsitzen wollten die Hasenkinder nicht, auf keinen Fall, also schwiegen sie still und freuten sich auf die Pause, denn dann würden sie ihre Ärgerei wiederaufnehmen. Es machte einfach zu viel Spaß.
Doch zuerst mussten sie Schleifen und Kreise auf ihre Schiefertafeln malen, immer schön ordentlich. Danach durften sie es dann an einem Ei versuchen und wenn das gelang, dann gab es ein hübsches Tauschbildchen für die Sammlung.
„Ab morgen, liebe Schüler, werden wir dann die richtigen Ostereier bemalen. Es sind ja nur noch ein paar Tage bis zum Fest und wir müssen uns sputen, damit wir alle Eier fertigbekommen. Sonst sind die Menschenkinder enttäuscht und das wollen wir doch nicht, nicht wahr?“
Fräulein Möhrfeld zeigte auf eine Palette mit bunt gefärbten Eiern, die noch verziert werden mussten. Das war viel Arbeit, aber die Hasenkinder freuten sich, dass sie in diesem Jahr mitmachen duften. Es war ja eine sehr wichtige Arbeit. Das hatten ihre Eltern ihnen immer wieder erzählt.
Fräulein Möhrfeld ging durch die Reihen und schaute sich die Probeeier der Kinder an. Beim neuen Schüler mit den Knickohren blieb sie stehen.
„Peter, du hast ja noch gar nicht angefangen!“, stellte sie fest. Der kleine Peter hatte weder auf der Schiefertafel geübt, noch hatte er versucht Schleifen und Kreise auf das Ei zu malen. Unglücklich schaute er die Lehrerin an und dicke Tränen kullerten aus seinen Augen.
„Na, na, was ist denn los?“, fragte Fräulein Möhrfeld, doch Peter konnte nicht antworten. Pucki kam ihm zur Hilfe.
„Wir waren so gemein zu ihm!“, sagte sie und weinte gleich ein bisschen mit. „Wir haben ihn wegen seiner Ohren aufgezogen und nun ist er traurig!“
„Die Dicke ist ‚ne Petze!“, rief Pit. „Ne dicke olle Petze!“ Stolz schaute er seine Mitschüler an. Schließlich traute er sich was, ja, er war der Tollste. Das dachte er jedenfalls. Die anderen Hasenkinder sahen das wohl nicht so, sie schämten sich. Am meisten schämte sich Peppi, die als erste einen blöden Spruch gelassen hatte. Wäre sie doch nur still gewesen!
Sie stand auf und ging zu Peters Platz. Dort reichte sie ihm die Pfote. „Es tut mir so leid!“, sagte sie und Pucki und die anderen Hasenkinder schlossen sich ihr an.
Fräulein Möhrfeld musste gar nicht weiter eingreifen und wenn sie sich eben noch über ihre Hasenkinderklasse geärgert hatte, so war sie nun sehr stolz, dass die Kinder das ganz allein wieder geradegebogen hatten.
Selbst der Pit war mit gesenktem Kopf zu Peter gegangen und hatte sich entschuldigt.
„Und du …“, sagte er zu Pucki. „Bist gar nicht dick!“ Er hielt ihr sein Pausenbrot hin und Pucki griff zu. Eigentlich hatte sie ihn ja gern, den Pit.

© Regina Meier zu Verl

easter-2173343_1280
Bildquelle HelgaKa/pixabay

Erzähl mir was vom Osterhasen – Frage und Antwort *

rabbit-2137741_1280
Bildquelle RitaE/pixabay

Der folgende Dialog ergab sich, als meine Tochter mir vor vielen Jahren genau diese Frage stellte: Mama, ist der Osterhase lila? So dumm war die Frage nicht, denn in so manchem Osternest fand sich eben der Osterhase in genau dieser Farbe. Es sollen ja auch schon Kinder gefragt haben, warum die Kühe eigentlich nicht lila sind, das sind dann aber wohl eher die Kinder, die in den Städten leben. Hier bei uns auf dem Land hat man noch jede Menge Gelegenheit, Kühe zu betrachten.
Erzähl mir was vom Osterhasen – Frage und Antwort
„Mama, ist der Osterhase eigentlich lila?“
„Nein, nur die Schokoladenhasen sind in lila Papier verpackt. Der Osterhase hat doch ein Fell, vielleicht ist es braun oder auch weiß. Ich kann es dir nicht sagen! Auf jeden Fall ist es nicht lila, kein Tier hat ein Fell in dieser Farbe, soweit ich das weiß.“
„Könnte es auch schwarz sein, Mama?“
„Ja, das könnte auch gut sein, es gibt sogar mehrfarbige Hasen.“
„Mama, eine Frage habe ich noch: legen Hasen Eier?“
„Nein, wenn es so wäre, dann wären es wohl eher die Häsinnen. Aber die gebären ihre Jungen genau wie andere Säugetiere und die Menschen. Es ist nur eine größere Anzahl an Kindern, die mit einem Wurf zur Welt kommen.“
„Komisch! Werfen sie die denn weg, die armen kleinen Häschen?“
„Nein, sie gebären nicht, sie werfen. So nennt man das bei den Hasen, übrigens auch bei den Hunden.“
„Mama, ich verstehe das nicht. Wenn Hasen keine Eier legen, wo kommen dann die ganzen Ostereier her?“
„Die legen die Hühner. Du weißt doch, wo unsere Frühstückseier herkommen, oder?“
„Legen die Hühner auch die aus Schokolade?“
„Nein, die nicht. Die werden dort hergestellt, wo Pralinen und Schokolade gemacht werden.“
„Und der Osterhase?“
„Der verteilt dann alle Eier!“
„Und wie trägt er die? Oma kriegt doch immer so ein Riesenei, das kann ein Hase doch gar nicht tragen.“
„Er hat eine Kiepe auf dem Rücken, ich zeig dir das nachher mal in einem Buch. Da passt auch ein Riesenei hinein.“
„Mama …“
„Ja?“
„Ich kann das nicht glauben. Wenn der Osterhase so ein … Dingens auf dem Rücken hat, dann kullern doch alle Eier raus beim Hoppeln!“
„Ja, das stimmt, deshalb liegen sie ja auch alle im Garten verstreut, weißt du doch!“
„Ach so, stimmt ja auch. Na, dann ist ja alles gut.“
© Regina Meier zu Verl

Osterhäsin wartet auf ihren Mann