Biertrinkergedicht

Biertrinkergedicht

Biertrinkergedicht

Ein Pilz stand einsam und allein
am Waldesrand im Sonnenschein.
Da kam ein Wanderer daher,
den freute dessen Anblick sehr.
„Mein Lieber“, sprach er zu dem Kleinen,
„es dauert mich, ich möchte weinen,
weil du allein bist, so wie ich,
ich weiß, das schmerzt ganz fürchterlich.“
Behutsam grub er den Pilz aus
und trug ihn dann zu sich nach Haus.
Dort pflanzt er ihn ins Erdreich ein
und war fortan nicht mehr allein.
Moral:
Ein Pilzchen nur zur rechten Zeit,
vertreibt auch deine Traurigkeit.

(Oder habe ich da was verwechselt?)

© Regina Meier zu Verl

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Bildquelle Alexas_Fotos/pixabay

Die armen Maikäfer *

Die armen Maikäfer *

Die armen Maikäfer

In der Birke grünem Kleide
sitzt Herr Maikäfer mit Frau.
An was denken alle beide?
Nur ans Fressen, ganz genau.

Knabbern’s feine Birkengrün,
bis die junge Birke spricht:
Ihr solltet endlich weiterziehn,
ihr Käfer, denn ich will euch nicht.

Auch die Buche nebenan
Ist nicht grade sehr erfreut:
Schaut euch meine Blätter an,
lauter Löcher sind im Kleid.

Und so ziehen unsre beiden
Käferlein von Ort zu Ort,
kaum sind sie wo angekommen,
jagt man sie schon wieder fort.

© Regina Meier zu Verl

Die Tulpe und der Käfer

Die Tulpe und der Käfer

Die Tulpe und der Käfer
(ein Gedicht zum Muttertag)

Es sitzt ein kleines Käferlein
in einer Tulpenblüte,
sie lädt ihn ein, ihr Gast zu sein
und spricht in ihrer Güte:

„Ruh dich aus, mein kleiner Freund,
ich schließe meine Blätter,
du bist beschützt vor jedem Feind
und auch vor jedem Wetter.“

Sanft schaukelt sie das Käferkind,
es fühlt sich wie im Himmel.
Es träumt vom lauen Frühlingswind
und Maiglöckchengebimmel.

Die Tulpe schläft und träumt dann auch,
sie lächelt sanft im Schlaf.
Sie hat ein Kind in ihrem Bauch,
das sie beschützen darf.

Nur zögernd öffnet sie am Morgen
die roten Blütenblätter,
sie möchte weiter für ihn sorgen,
zu zweit ist es viel netter.

Das Käferchen jedoch fliegt los,
es ruft noch „Danke schön!“
Die Tulpe teilt der Mütter Los,
wartet auf’s Wiedersehn.

© Regina Meier zu Verl

 

Der Künstler – ein Ostergedicht

 

Osterhäsin wartet auf ihren Mann

Der Künstler

Ich bin ein Maler von Beruf,
welch schöne Werke ich so schuf,
in all den letzten Jahren,
das sollt ihr jetzt erfahren.

Ausschließlich Eier mal ich an,
weil ich das wirklich prima kann.
Kein Ei gleichet dem andern Ei,
das ist mein Anspruch, bin so frei.

Rote Punkte, blauer Grund,
hartgekocht und so gesund,
gelbes Ei mit grünen Streifen,
dunkelrotes dann mit Schleifen.

Kleine Eier, große Eier,
bunt für manche Osterfeier,
aber auch einfarbig schlicht,
manchmal mit ’nem Lachgesicht.

Bemalt mit wunderbaren Pflanzen,
mit Elfen, die im Frühling tanzen,
mit Hasen, Rehen oder Kätzchen,
auf jedem Ei ein andres Schätzchen.

Ich versteck sie dann im Garten,
weil die Kinder doch drauf warten.
Ich freu mich, wenn Augen strahlen
und werde immer weiter malen.

Euer Osterhase

© Regina Meier zu Verl 2015

Die klugen Narzissen

Die klugen Narzissen

Die klugen Narzissen

Es sind wohl die Narzissen,
die es genauer wissen,
ob nachts in unsrem Garten
die Osterhasen warten.
Worauf sie warten, willst du wissen?
Frage doch mal die Narzissen,
denn wenn die Hasen im Garten hocken,
dann werden Narzissen zu Osterglocken!
Haben die Hasen das vernommen,
ja, dann ist ihre Zeit gekommen.
Sie verstecken die Eier geschickt im Grase
so wie ihr Chef, der Osterhase.
Stimmt nicht, sagt du – woher willst du’s wissen,
frage erstmal die Narzissen!

© Regina Meier zu Verl

Der Schokoaugen-Schneemann

Der Schokoaugen-Schneemann

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Schneemann skeeze/pixabay

Der Schokoaugen-Schneemann

Ein Glitzern hell wie Sternenstaub,
unter dem Schnee ruht welkes Laub.
Bäume tragen ein weißes Gewand.
Ich liebe den Schnee und meine Hand
taucht in die flockig weichen Kristalle
und formt den Flaum zu einem Balle.

Kugeln gerollt, groß, mittel und klein,
schon bald wird der Schneemann fertig sein.
Kohlen gibt es wohl keine mehr,
wo nehme ich denn Augen her?
Eine Möhrennase fand ich noch im Stall,
um den Hals binde ich einen alten Schal
und oben auf des Schneemanns Kopf
thront stolz ein alter Suppentopf.

Er sieht leider nichts, der arme Mann.
mir fällt nicht ein, was ich machen kann
Von Phantasie fehlt mir jede Spur,
doch plötzlich hab ich’s: Kuchenglasur!
Ich finde sie gleich, muss nicht lang suchen,
da ist sie schon, die Glasur für den Kuchen.

Nun hat er Augen, schokoladenbraune
und er schaut grad so aus, als ob er staune.
Er lächelt sogar, er fühlt sich wohl,
trägt einen Handstrauß aus grünem Kohl.
Und morgen werd‘ ich, das weiß ich genau,
für ihn bauen noch aus Schnee eine Frau.

© Regina Meier zu Verl

Die Weihnachtskatze

Die Weihnachtskatze

Ich habe ganz heimlich durchs Fenster geschaut,
im Zimmer erschien mir gar alles vertraut.
Die Menschen, die Bilder, der Kerzenlichtschein,
wie gern wollte ich eine von ihnen sein.

Sie sangen und lachten, sie herzten und küssten,
und plötzlich sah’n alle, als ob sie es wüssten
zum Fenster hin. Hatten sie mich entdeckt?
Schnell hab ich mich hinter der Hecke versteckt.

Wie ein Dieb in der Nacht, so fühlte ich mich,
als ich leise zum nächsten Fensterchen schlich.
Die Pfoten, sie schmerzten, mein Bäuchlein war leer,
wo bekam ich denn nur was Essbares her?

Vor Erschöpfung schlief ich dann im Hauseingang ein
und träumte von Hühnchen und Braten und Wein,
als mir plötzlich eine Hand zärtlich über’s Fell strich.
Komm rein, kleine Katze, hier ist Platz für dich.

Man schuf mir ein Plätzchen ganz nah beim Kamin
und stellte ein Schälchen mit Futter mir hin.
Glücklich war ich und ich schnurrte ganz leise
eine Katzendankeschön-Weihnachtsweise.

© Regina Meier zu Verl 

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Der kleine Strohstern – Gedicht

Der kleine StrohsternDer kleine Strohstern

Ein kleines Sternchen sagte froh:
Ich bin nicht nur ein Stern aus Stroh.
Zu Weihnachten häng ich am Baum
und das ist wahr, nicht nur ein Traum!

Da gehörst du gar nicht hin,
ich bin hier die Königin!
sprach die Kugel arrogant,
weil sie sich so entzückend fand.

Ein Stern war es, der in der Nacht
Licht über Bethlehem gemacht,
damit man es findet, das Kind im Stall.
Das weiß man schließlich überall.

Er hatte Recht, der kleine Stern.
Die Kugel hört das gar nicht gern,
doch schwieg sie still, war sehr gescheit,
er führt zu nichts, der dumme Neid!

© Regina Meier zu Verl

Sterne und Kugeln in trauter Einigkeit Foto © Regina Meier zu Verl

Grünkohlzeit

Grünkohlzeit

Grünkohlzeit
Im Herbst, das weiß ein jeder wohl,
wächst auf dem Feld der grüne Kohl,
der dann, wenn es erst draußen friert
sein Leben schnell im Topf verliert.
Mit Mettwurst und gehackten Zwiebeln,
das darf man mir gar nicht verübeln,
mach ich mich dann über ihn her,
oh ja, ich mag ihn wirklich sehr.
Schon bald ist es wieder soweit,
ich freu mich auf die Grünkohlzeit.
© Regina Meier zu Verl

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Bildquelle Oldiefan/pixabay

Ein Herbstmorgen

Ein Herbstmorgen

Nebel liegt auf herbstlichen Wiesen,

geheimnisvoll ruht noch die Welt.

Ich wandere an Tagen wie diesen,

weil mir die Stille so gefällt.

Atme ein den Duft der feuchten Erde,

und schmecke frische kühle Luft,

während ich schweige, ruhiger werde,

betört mich feiner Morgenduft.

Am Waldrand suchen Vögel nach Beeren,

bereiten sich auf Winters Einzug vor.

Ich bin ganz still und will nicht stören,

ihr Tschilpen klingt mir wie ein Dank im Ohr.

Ganz leise, Herbst, bist du gekommen,

hast bunte Farben mitgebracht,

hast Sommerliches einfach übernommen

und deinen Stempel drauf gemacht.

Ja, mir gefällt, was ich da sehe,

verzaubert scheint mir die Natur

und während ich nach Hause gehe

erklingt ein Lied in frohem Dur.

Ich lausche und bin guter Laune,

Willkommen, Herbst, du schöne Zeit.

Ich sehe, rieche, schmecke, staune,

bin lange schon für dich bereit.

© Regina Meier zu Verl

Hier zum Anhören:

See-Idylle

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