Nalani und die Ruhe des Himmels*

Nalani und die Ruhe des Himmels

„Weißt du wieviel Sternlein stehen, an dem blauen Himmelszelt. Weißt du wieviel Wolken gehen weithin über alle Welt? Gott der Herr hat sie gezählt, dass ihm auch nicht eines fehlet“, sang Oma leise, während sie ihr Enkelmädchen sanft auf dem Schoß wiegte. Die kleine Nalani* sah die Großmutter aufmerksam an, so, als verstünde sie jedes Wort, das diese sang. Vielleicht war es auch so? Wer wusste schon, was kleine Kinder alles verstanden? Weniger mit den Ohren als umso mehr mit der Weisheit ihrer kleinen Seelen. Oma glaubte fest daran, dass Kinder mit einem Wissen auf die Erde kommen, von dem wir nichts ahnen.
Schon die eigenen Kinder hatte sie so gewiegt und diese Zeit sehr genossen. Sie betrachtete es als das größte Geschenk, auch ihr Enkelkind im Arm halten zu dürfen.
Nalani hatte nun die Augen geschlossen. Ihr kleines Mündchen zuckte im Schlaf und bildete ab und zu ein seliges Lächeln. Wie niedlich das aussah, daran konnte man sich nicht sattsehen. Man muss es einfach lieben dieses entzückende Menschlein.
„So hat Lena auch ausgesehen, wenn sie entspannt geschlafen hatte. Die gleichen Gesichtszüge!“, murmelte die Großmutter. „Und das gleiche, unmerkliche Seufzen beim Einatmen. Wo oft habe ich es gehört … und wie lange nun nicht mehr.“ Nun seufzte Oma auch im Rhythmus von Nalanis Atemzügen. Ganz still war es im Zimmer, nur das Seufzen der beiden Menschen war zu hören und das Ticken der alten Wanduhr, die schon ihren Dienst geleistet hatte, als Lena noch ein Baby gewesen war.
Sie schloss die Augen und fiel in einen leichten Schlaf. Sie sah ein Kind, das dort auf einer Bühne inmitten eines Chores stand. War es Lena, oder doch Nalani? Die Oma konnte es nicht erkennen. Warum sangen die Kinder nicht? Sie mussten singen! Es war doch ein Chor.
„Oma, sing doch weiter“, rief das Kind und nun wusste die Großmutter, dass es Nalani sein musste. Beunruhigt schreckte sie auf und sah direkt in die Augen des Kindes.
„Weißt du wieviel Sternlein stehen, an dem blauen Himmelszelt?“, sang sie leise. Nalani lächelte.

© Regina Meier zu Verl

*Der Name Nalani bedeutet Himmelszelt oder die Ruhe des Himmels. Er kommt aus Hawaii.

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Oma Betty und das Karnevalskostüm

Oma Betty und das Karnevalskostüm

„Ach!“, stöhnt Oma Betty. „Ich mag mich eigentlich gar nicht verkleiden!“
Das kommt mir bekannt vor, denn es ist jedes Jahr das gleiche. Sie zetert und schimpft und dann macht es ihr doch Freude.
„Dann lass es doch einfach sein, geh als Oma Betty zum Karnevalsfest und gut isses!“, schlage ich vor.
„Das geht nicht, es herrscht Kostümzwang“, sagt sie und wirft ein knallbuntes Kleid zurück aufs Bett, nachdem sie es eingehend betrachtet hat.
„Es passt aber nicht zu dir, dass du dich zu etwas zwingen lässt!“, meine ich und grinse vor mich hin. Meine Oma weiß genau, was sie will und was sie nicht will. Auf jeden Fall will sie zum Fest gehen und deshalb wird sie sich verkleiden, wie immer.
„Na ja, das Wort Kostümzwang klingt vielleicht hart, ist aber nicht böse gemeint. Es geht ja darum, dass keiner aus der Rolle fällt und sich über die Verkleideten lustig macht!“, versucht sie mir zu erklären. Das will mir aber nicht einleuchten.
„Also amüsieren sich die, die nicht verkleidet sind über die Verkleideten und deshalb dürfen sie nicht rein? Ich dachte immer, dass es um Spaß geht! Und außerdem ist das unlogisch: die nicht Verkleideten fallen aus der Rolle? Aus welcher Rolle denn, ich dachte, dass man eine Rolle spielt, wenn man sich verkleidet, oder?“
Oma winkt ab. „Das verstehst du noch nicht!“, sagt sie.
Typisch, wenn sie nicht weiterweiß, dann kommt immer dieser Spruch. Ich finde den voll blöd, echt! Also sage ich nichts mehr dazu.
Oma setzt einen riesigen Hut auf, der mit bunten Federn geschmückt ist.
„Wie findest du den?“, fragt sie.
Ich bin verstimmt und habe keine Lust, ihr Modeberater zu sein, deshalb schweige ich lieber.
„Sprichst du nicht mehr mit mir?“, will sie wissen und ihre Stimme nimmt so einen Jammerton an.
„Doch, aber von Karneval und Kostümzwang verstehe ich nichts. Ich gehe in diesem Jahr als Oma Betty, das ist einfach!“
Oma lässt den Hut fallen und setzt sich aufs Bett.
„Erzähl, wie geht das?“, sagt sie. Der Jammerton ist weg, aber ihre Stimme ist gefährlich leise geworden, gleich wird sie mit den Lippen zittern.
„Ganz einfach: ich ziehe eine Jeans an, so wie du. Dann leihe ich mir einen Pulli von dir, vielleicht in Pink. Ich ziehe meine Augenbrauen nach, schminke meine Lippen und mache ein freundliches Gesicht – kurz: ich bin die schönste Oma der Welt!“
Oma Bettys Lippen zittern, aber nicht vor Ärger. In ihren Augen ist Hochwasser, gleich werden die Tränen kullern, so gerührt ist sie.
Vorsichtshalber drückt sie mich, damit ich ihre Tränen nicht sehen kann, dabei flüstert sie mir ins Ohr:
„Leihst du mir deine Baseball-Kappe? Ich werde eine Jeans tragen, ein Sweatshirt und deine Kappe und dann gehe ich als bester Enkel der Welt!“
„Check!“, sage ich und halte meine Hand hoch.
„Check!“, sagt sie und somit ist das Problem mit dem Kostüm erledigt.

© Regina Meier zu Verl

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Opas Chaiselongue

Opas Chaiselongue

„Opa machte seinen Mittagsschlaf stets auf der Chaiselongue. Oma ärgerte sich darüber, denn dann musste sie nach dem Essen leise sein, durfte nicht mit dem Geschirr klappern, geschweige denn es abspülen. Einen Geschirrspüler gab es damals noch nicht und auch keine Küchentür, die sie hinter sich schließen konnte“, erzählte Mama. Jakob hat sie darum gebeten, ein wenig von ganz früher zu erzählen, weil sie in der Schule gerade von der Zeit sprachen, als seine Eltern noch Kinder gewesen waren.
„Was ist denn eine Chaise… was weiß ich, wie das Dings heißt?“, fragte Jakob.
„Das ist so eine Art Sofa, ich zeige dir mal so ein Möbelstück, wenn du willst“, sagte Mama und holte ihren Laptop. Dort gab sie ‚Chaiselongue‘ in die Suchmaschine ein und schon konnte Jakob sehen, wie so ein Sofa aussah. Im Grunde war es ein verlängerter Sessel. Große Menschen konnten sicher nicht so gut darauf schlafen, weil das einzige Kopfende hochgestellt war.
„Interessant!“, sagte Jakob, der seinen Uropa gern kennengelernt hätte. Aber das war ihm nicht vergönnt. Frieder Paulsen aus seiner Klasse hatte sogar noch beide Urgroßeltern. Das kam nicht so oft vor, meinte Mama.
„Hat der Uropa denn gar nicht beim Spülen helfen müssen?“, will Jakob jetzt von seiner Mutter wissen, denn gerade fällt ihm ein, dass sein Papa, als der Geschirrspüler einmal kaputt war, immer helfen sollte. Die Kinder mussten dann alles wegräumen. Das war blöd gewesen, hatte Papa auch gesagt und schnell dafür gesorgt, dass der Elektriker die Maschine wieder reparierte.
„Nein, ich glaube, er glaube, er hat nicht im Haushalt geholfen. Oma sorgte sogar dafür, dass man ihn in Ruhe ließ, wenn er aus dem Stall kam und das Vieh versorgt hatte. Ich erinnere mich noch gut daran, dass alle dann mucksmäuschenstill sein mussten.“
Jakob überlegte einen Moment, bevor er die nächste Frage stellte.
„Durfte Uroma dann auch mal auf die Chaiselongue?“, er war ganz stolz, dass ihm das schwere Wort wieder eingefallen war.
„Ich glaube schon“, antwortete die Mutter. „Aber weißt du, was richtig schön war?“
„Nein, erzähl doch schon“, drängelte Jakob.
„Das war, wenn Opa auf seiner Chaiselongue saß wie auf einem Pferd, also mit ausgebreiteten Beinen. Dann klopfte er auf das Polster und das hieß, dass ich dann zu ihm mit auf sein Ross kommen durfte und wir taten so, als ritten wir wie die wilden Kerle durchs Wohnzimmer. Das war schön!“ Mama hatte rote Wangen von Erzählen bekommen und vom Erinnern. Das tat gut!
„Mama?“
„Ja, Jakob?“
„Ich wünschte, wir hätten auch eine Chaiselongue!“, flüsterte Jakob.
„Wir nehmen einfach die Sofalehnen, komm!“, rief Mama und schon ritten wir wie die wilden Kerle durchs Wohnzimmer.

© Regina Meier zu Verl

Die Eselsbrücke

Die Eselsbrücke

„Was ist denn das? Das ist doch kein Winter!“, sagt Frau Müller kopfschüttelnd. „Wenn ich da so an meine Kindheit zurückdenke … da gab es Schnee, massenhaft. Man konnte noch Schneemänner bauen und Rodelbahnen. Ach, was hatten wir für einen Spaß!“
Die junge Kassiererin lächelt freundlich und nimmt Frau Müllers EC-Karte, steckt sie in das Gerät und dreht eben dieses der Kundin zu. „Bitte geben Sie die Geheimzahl ein!“. fordert sie die Kundin auf.
Diese überlegt, tippt dann schnell vier Zahlen ein und sieht unmittelbar die Nachricht: Falscher Pin Code. Frau Müller versucht es noch einmal, fest davon überzeugt, dass sie sich einfach nur vertippt hat. Es klappt wieder nicht. Da Frau Müller mal gehört hat, dass nach dreimaliger falscher Eingabe die Karte gesperrt wird, traut sie sich nun nicht mehr. An der Kasse hat sich mittlerweile eine Schlange gebildet.
Die Kassiererin ruft durch ihr Mikrophon: „Frau Sauerland, bitte an Kasse 2!“ Frau Müller ist blass geworden, sie überlegt fieberhaft und ihr will die Geheimzahl nun einfach nicht mehr einfallen.
Die Warteschlange wandert geschlossen zu Kasse 2, so dass die freundliche Kassiererin sich ganz auf Frau Müller konzentrieren kann. Sie kennt das, die Kundin ist nicht die Erste, der das passiert.
„Immer mit der Ruhe“, sagt sie deshalb. „Denken Sie einen Moment an etwas anderes, dann fällt Ihnen die Nummer sicher wieder ein!“
Frau Müller hört nicht zu. Sie ist zu sehr mit sich selbst beschäftigt. Trotzdem fällt ihr dieser verflixte Pin-Code nicht ein. Nervös blättert sie in ihrem Portemonnaie und zählt den Inhalt. Es reicht nicht, um den Einkauf bar zu bezahlen.
„Was mache ich denn jetzt?“ Frau Müller ist dem Weinen nahe.
„Wir packen Ihre Einkäufe einfach in den Wagen, legen den Kassenzettel dazu und ich bringe den Wagen in unser Lager. Sie gehen eine Tasse Kaffee trinken und versuchen an etwas anderes zu denken, dann wird sicher die Geheimzahl wieder da sein. Ich habe das schon öfter erlebt. Später holen wir dann ihre Einkäufe wieder zurück und sie zahlen. Machen Sie sich keine Sorgen!“
Frau Müller ist dankbar. Das klingt unkompliziert und notfalls muss sie einfach schnell nach Hause fahren, denn sie hat die Zahlen dort notiert – für alle Fälle. Zuerst aber folgt sie dem Rat der netten Angestellten und setzt sich in das kleine Café direkt im Supermarkt. Sie bestellt einen Kaffee und ein dickes Stück Schwarzwälder Kirschtorte. Den Gedanken an die Geheimzahl kann sie aber noch nicht loslassen. Erst als die sahnige Köstlichkeit auf ihrer Zunge zergeht, wandern die Gedanken zurück in die Kindheit. Sie denkt an ihre Mutter, die immer die herrlichsten Torten gebacken hat. Jedes Rezept hatte sie im Kopf gehabt. Sie war eine Meisterin im Backen gewesen. Ach ja, das war eine schöne Zeit, die Kindheit. Damals hatte es ja auch noch jede Menge Schnee gegeben.
Frau Müller lächelt und genießt. In Gedanken sieht sie die Mutter und baut mit ihr zusammen einen großen Schneemann. Auch der Vater ist da, er rollt die größte Kugel für den Unterbau, die Frauen kümmern sich um den Oberkörper und den Kopf. Als der Schneemann steht, nimmt die kleine Elisabeth ihren Schal und bindet ihn dem Schneemann um. Die Mutter holt eine Möhre aus der Küche und zwei Kohlen für die Augen. Mit Mamas rotem Lippenstift malen sie ihm einen Lachmund. Elisabeth ist so stolz. Dann beginnt der Schneemann zu sprechen: „Juli, August, Januar, Februar!“, sagt er.
Frau Müller lacht begeistert auf. Das ist es. So hat sie sich die Geheimzahl eingeprägt. Dass sie das vergessen konnte! Juli, August, Januar und Februar stehen für die Zahlen. Es ist doch ganz einfach. Schnell isst sie das letzte Stückchen Torte, trinkt noch einen kräftigen Schluck Kaffee und bezahlt. Ein großzügiges Trinkgeld gibt sie, dann eilt sie zur Kasse zurück. Strahlend!
„Sehen Sie, ich wusste es doch!“, empfängt sie die freundliche junge Dame. Sie rechnet noch schnell ab und schließt dann die Kasse. Dann holt sie Frau Müllers Einkaufswagen aus dem Supermarktlager. Mit dem Bezahlen gibt es nun auch keine Schwierigkeiten mehr. Wie gut, dass es diese Eselbrücke gab und dass sie Frau Müller rechtzeitig genug wieder eingefallen ist. Oder hat etwa der Schneemann tatsächlich gesprochen?

© Regina Meier zu Verl 2016

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Was man nicht alles im Kopf hat …

Gesangsstunde mit Lukas (Kindermund)

aus dem Archiv vom 10.08.2011, damals war Lukas 4 Jahre alt

Das Abendessen ist fertig. Lukas ist noch mit Opa im Pferdestall. Von dort bekomme ich ihn schlecht weg, es sei denn ich setze mich ans Klavier bei weit geöffneter Balkontür.
Sobald er die ersten Töne vernimmt, kommt er ins Haus und will mitspielen. Heute auch, ich spiele ein Menuett und bin kaum am Schluss, da sitzt er schon neben mir auf der Klavierbank.
„Rück mal, Oma!“
Klar rücke ich, viel zu gern tu ich das.
„Nehmen wir das randere Buch?“ Lukas krabbelt auf die Bank und sucht das Buch mit den Kinderliedern. Niedlich klingt das, wenn er „andere“ sagt, er setzt nämlich immer ein R davor, das randere Buch eben.
Wir spielen: Hänschen klein, Ein Männlein steht im Walde, Wer will fleißige Handwerker sehn?
Lukas singt alles mit, er liebt diese Gesangstunden mit mir und ich erst.
Dann sagt er plötzlich: „So, jetzt machen wir das Klavier zu, die Katastrophe ist zu Ende.“

 

Klebrige Küsse

Als Monika von ihren Kindern ein Handy geschenkt bekam, war sie zunächst wenig begeistert. Irgendwie hatte sie immer Angst etwas falsch zu machen. Manchmal war sie regelrecht erschöpft vom Ausprobieren der vielen Funktionen dieses Wundergerätes. Doch recht bald freundete sie sich mit ihm an. Schließlich war sie lernfähig.
Dabei ging es ihr gar nicht um die ständige Erreichbarkeit. Ab und zu braucht jeder seine Ruhe, vor allem abends. Monika stellte das Handy dann auf „lautlos“, erwischte sich aber dabei, dass sie ständig auf das Display schaute, ob jemand geschrieben oder angerufen hatte.
Praktisch fand sie auch, dass sie ihre Termine im Kalender nun verwalten konnte und jeweils eine Nachricht am Morgen und eine weitere genau eine Viertelstunde vor dem jeweiligen Termin bekam. Auf diese Weise konnte sie gar nichts mehr verpassen. Das gefiel ihr!
Adressen, Telefonnummern, Geburtstage und vieles mehr speicherte Monika sorgfältig im Handy ab und es erfüllte sie mit diebischer Freude, dass sie nun nichts, aber rein gar nichts mehr vergaß. Selbst dem Schulfreund aus lange vergangener Zeit schrieb sie eine SMS zu dessen Geburtstag – aufs Festnetz, denn das konnte man ja auch machen. Herrlich!
Nicht mit einer Silbe hatte sie daran gedacht, dass genau das zu Verwicklungen führen könnte.
Der Wortlaut der SMS war folgender: Rate, wer an dich denkt. Denk an klebrigen Kuss bei Abschiedsparty. Dornröschen
Lange hatte sie daran herumgefeilt, denn sie durfte nur 80 Zeichen verwenden. Sich kurz zu fassen, das war eigentlich nicht ihr Ding. Aber letztendlich war sie zufrieden. Die Nachricht beinhaltete alles, was wichtig war.
Achim würde sie schon verstehen. Monika kicherte, als sie sich an das Spiel erinnerte, das sie auf der Fete gespielt hatten. Damals verließen sie die Grundschule und gingen danach auf verschiedene Schulen, Achim aufs Gymnasium und sie selbst zur Realschule. Für das Spiel bekam ein Kind die Augen verbunden und wurde dann im Kreis gedreht, bis es die Orientierung verlor. Dann musste es einen Klassenkameraden ertasten und diesen dann küssen. Was man nicht wusste war, dass dieser zu Küssende einen Schaumkuss vor sein Gesicht hielt und dann ordentlich zudrückte, wenn sich der Mund des jeweiligen Kuss-Suchenden näherte. Das war eine Schweinerei, aber eine leckere und lustige. Monika hatte damals Achim ertastet und den Rest kann man sich denken.
Obwohl sie in der gleichen Stadt wohnten, hatten sie sich irgendwann aus den Augen verloren. Monika hatte seine Telefonnummer aber gefunden und an seinen Ehrentag erinnerte sie sich noch gut, weil es der gleiche Tag war, an dem auch ihre Mutter Geburtstag hatte.
Nachdem sie die SMS verschickt hatte, überkamen Monika Zweifel. Was wäre, wenn Achim den Anruf gar nicht entgegennehmen würde? Vielleicht war er ja verheiratet und seine Frau ging ans Telefon. Sicher war er verheiratet, er war schon damals ein Mädchenschwarm gewesen.
„Ich bin so blöd!“, schalt sie sich und starrte ihr Handy an. Sollte sie anrufen und das klarstellen? Sie traute sich nicht. Wie ein Tiger lief sie von einer Ecke des Zimmers in die andere. Sie nahm ein Buch und versuchte zu lesen, schaltete den Fernseher ein und wollte sich ablenken, es gelang nicht.
Nach einer gefühlten Ewigkeit erklang dann die Melodie der „Kleinen Nachtmusik“, ihr Handyklingelton. „Ja bitte!“, meldete sie sich mit zittriger Stimme.
„Halle Dornröschen!“ War das Achims Stimme? Klang er so als Erwachsener?
„Achim?“
„Nee, hier ist Volker. Ich bin Achims Mann!“
Schweigen.
„Aber … entschuldigen Sie. Ich wollte Achim zum Geburtstag gratulieren, wir sind zusammen zur Schule gegangen!“
„Und Sie haben klebrige Küsse getauscht!“, die Stimme des Mannes klang belustigt.
„Ja, wissen Sie, das war ganz harmlos damals und es ist ja auch schon sehr lange her“, stotterte Monika.
„Warum haben Sie ihn nicht einfach angerufen? Er steht hier neben mir und amüsiert sich prächtig, Moment …“
Oh weh, war das peinlich, Monika setzte sich. Sie hatte das Gefühl, dass sie jeden Moment ohnmächtig werden würde.
„Hallo Dornröschen!“ Das war Achim, unverkennbar. „Überraschung gelungen!“
Die Beiden plauderten noch eine Weile und Monika lud Achim und seinen Mann für das nächste Wochenende zum Essen ein.

Nach diesem Schlüsselerlebnis schrieb Monika keine SMS-Nachrichten mehr und schon gar nicht ins Festnetz und ganz sicher nicht, wenn sie nicht ganz genau wusste, dass sie damit keine Verwirrungen oder gar Unfrieden stiften konnte.

© Regina Meier zu Verl

Die Webers ziehen um

Die Webers ziehen um

Leise unterhalten sich die Eltern. Die Kinder sollen nicht mitbekommen, worum es geht.
„Sie werden enttäuscht sein. Das lässt sich wohl nicht vermeiden!“, sagt die Mutter.
„Es gibt keine andere Chance, ich muss diese Stelle annehmen. Eine solche Gelegenheit wird sich nicht wieder bieten und ich bin es wirklich leid zu kämpfen und jeden Cent dreimal umdrehen zu müssen!“
Der Vater hat ein Stellenangebot bekommen. Dafür muss die Familie aber umziehen.
„Ohne euch macht es keinen Sinn für mich und es ist einfach zu weit, um jedes Wochenende hierher zu fahren. Dreihundert Kilometer! Das will ich nicht!“
Die Mutter möchte das auch nicht, die Kinder sind einfach noch zu klein. Sie brauchen Mutter und Vater. Es ist ihr klar, dass sich vieles nun verändern wird. Aber so, wie es in den letzten sechs Monaten war, kann es ja auch nicht weitergehen. Mit der Situation sind alle unzufrieden.
„Wann fährst du, um den Vertrag zu unterschreiben?“, fragt sie und schlägt vor, dass sie und die Kinder doch mitfahren könnten, um sich das Städtchen einmal anzuschauen.
„Vielleicht ist es ja so nett dort, dass wir uns auf Anhieb wohlfühlen!“ Sie versucht immer, alles von der positiven Seite her zu betrachten. Vieles gelingt dann einfach besser.
„Es ist sehr ländlich dort, aber schön“, Vater ist am Anfang der Woche zum Vorstellungsgespräch schon dagewesen. Gerade eben hat der Personalchef angerufen und ihm mitgeteilt, dass man sich unter vielen Bewerbern für ihn entschieden habe. Natürlich freut er sich, das ist klar. Wäre da nicht dieses große Aber.
„Okay, wir fahren alle hin am Freitag. Dann können wir es auch den Kindern erzählen. Sie lieben Ausflüge und werden guter Stimmung sein, die beste Voraussetzung für Neuigkeiten. Um die Zwillinge mache ich mir weniger Sorgen. Schwieriger wird es für Simon werden, wo er doch gerade erst eingeschult wurde.“
„Daran habe ich auch schon gedacht. Aber auch die Mädchen haben bereits ihre Freundinnen im Kindergarten. Das wird sicher Tränen geben.“
Am Freitag ist es dann so weit. Die Familie Weber, ausgerüstet mit einem Picknickkorb und in allerbester Laune, fährt in die Stadt, die ihre neue Heimat werden wird. Die Kinder thronen in ihren Sitzen auf der Rückbank. Simon hat seine lilafarbenen Kopfhörer im Ohr und für die Mädchen läuft eine Märchen-CD im Autoradio. Simon meint, dass er schon viel zu groß für Märchen ist. Dass er plötzlich seinen Walkman leiser dreht, und einen Kopfhörer heimlich aus dem Ohr nimmt, merkt niemand. Das wäre ihm doch zu peinlich gewesen. So aber lauscht er dem schönen Märchen von dem Jungen Pedro, der nur mit einer Dose Schuhcreme, einer Bürste und einem weichen Lappen sein Glück in der großen weiten Welt gefunden hat. Er summt sogar leise mit, wenn die Melodie wieder erklingt, die der kleine Schuhputzer immer singt, wenn er einem Fremden die Schuhe auf Hochglanz poliert. Auch die Zwillinge klatschen begeistert in die Hände und immer wenn die Stelle kommt, wo es heißt „Eins, zwei, drei, blitzblank im Nu ist der feine Lederschuh“, dann singen alle laut mit, Mama auch und Papa lacht aus vollem Herzen. So fröhlich waren sie alle schon lange nicht mehr unterwegs.
„Was haltet ihr davon, wenn wir unser Glück auch in der weiten Welt suchen, so wie der kleine Pedro?“, fragt Mama und dreht sich gespannt zu den Kindern um.
„Sollen wir etwa auch Schuhe putzen?“, fragt Simon.
Nun ist es an der Zeit, den Kindern den Sinn der Reise zu erklären. Papa steuert den nächsten Parkplatz an und bevor all die leckeren Sachen aus dem Picknickkorb verspeist werden, erzählt Papa von seiner neuen Arbeit.
„Wir suchen uns eine schöne Wohnung oder vielleicht ein kleines Haus mit Garten, in dem wir dann wohnen werden. Wie findet ihr das?“
Simon überlegt. Die Zwillinge haben nur die Pfannkuchen im Sinn, so richtig haben sie noch nicht verstanden, um was es eigentlich geht. Für sie ist erstmal wichtig, dass Mama dick Schokocreme auf die Pfannkuchen streicht, sie dann aufrollt und den Mädchen je einen in die Hand drückt. Mmh, sind die lecker!
„Und was ist mit Oma?“, fragt Simon plötzlich. Wenn er drüber nachdenkt, dass Oma dann ganz allein ist und er sie gar nicht besuchen kann, dann drückt das im Bauch und wenn es im Bauch drückt, dann dauert es auch gar nicht lang, bis die Tränen rollen.
Mama Weber schaut ihren Sohn bestürzt an. Dass sie daran noch gar nicht gedacht hat! Sie schämt sich. Aber als Papa sagt:
„Die nehmen wir einfach mit!“, wird ihr ganz warm vor Freude. Das Leben ist gar nicht so kompliziert, wie es sich manchmal anfühlt, denkt sie und nimmt einen Schluck Kaffee.
„Klar, so machen wir das!“, sagt sie.
„Eins, zwei, drei, das ist der Hit, kommt die Oma einfach mit!“, singt Simon und alle stimmen ein.
Nun müssen sie nur noch die Oma fragen, ein schönes Häuschen finden und dann kann es losgehen.
Wie es mit den Webers weitergeht, das ist dann schon wieder eine andere Geschichte.

© Regina Meier zu Verl

Wunderkerzensilvester

Die nachfolgende Geschichte stammt aus dem letzten Jahr, leider ist sie noch genauso aktuell wie zum Jahresübergang 2020/2021.Hoffen wir auf ein Wunder!

Wunderkerzensilvester

„Heute Nacht“, sagte der kleine Playmobilmann, „setze ich mich auf eine dieser Silvesterraketen und fliege einfach mit ins Universum!“
„Du bist ja verrückt!“, meinte die Barbiepuppe Cindy, die gerade ihre Fingernägel lackierte. Sie konnte sich nicht vorstellen, einfach in den Himmel zu fliegen. Dort gab es wahrscheinlich weder Nagellack, Lippenstifte und hübsche Kleidung, noch Kinder, die mit ihr spielen würden. Nein, sie wollte auf der Welt bleiben, ganz sicher.
„Wieso sollte ich verrückt sein? Schau doch mal, ich habe sogar einen Raumfahreranzug an!“, meinte der Playmobilmann und zeigte stolz auf seinen Anzug.
„Du bist nur verkleidet, du bist gar kein richtiger Astronaut, so wie ich keine richtige Kuh bin“, rief die winzige rot bunte Kuh, die in der Alpenlandschaft der Eisenbahnanlage stand.
„Wieso bis du keine richtige Kuh?“, fragte Barbie und pustete ihre Fingernägel trocken. „Du siehst jedenfalls aus wie eine und du riechst auch so!“, sie rümpfte die Nase.
Die Spielzeuge hätten weiter gestritten, wenn nicht in diesem Moment Tine das Zimmer betreten hätte. Sofort war alles mucksmäuschenstill. Tine hatte schlechte Laune, zuerst hatte sie die Tür mit einem Knall hinter sich ins Schloss geschmissen und dann war sie aufs Bett zugestürzt und hatte sich mit lautem Geheule ins Kopfkissen vergraben.
Nach einer Weile setzte das Mädchen sich auf und schimpfte: „Erwachsene sind gemein, so gemein!“
Insgeheim nickten die Spielzeuge. Stimmte nämlich, denn wenn es nach den Erwachsenen ging, dann hatten sie jeden Abend in der Schublade zu verschwinden und man gönnte ihnen nicht einmal die Geisterstunde um Zwölf. Die Schublade bekamen sie nämlich allein nicht auf und nur, wenn einer von ihnen draußen geblieben war, konnte er helfen, dass sie sich um Mitternacht frei bewegen konnten. Aus diesem Grund versteckte sich der Teddy Paul gern unter dem Bett, damit er nicht ins Schubfach musste, denn ins Bett nahm Tine ihn nicht mehr mit. Es hatte andere Zeiten gegeben, aber die waren wohl vorbei.
Nun hätten die Spielzeuge nur allzu gern gewusst, warum Tine so traurig war. Barbie versuchte, das Mädchen zu hypnotisieren, indem sie durchdringlich in ihre Augen schaute und es wirkte.
„Letztes Jahr haben sie gesagt, dass ich noch zu klein sei, um an Silvester aufzubleiben und die Schießerei anzuschauen und sie haben mich vertröstet, dass ich es in diesem Jahr darf und nun das! Es gibt keine Party und Knaller gibt es auch nicht, das ist so gemein!“, schluchzte Tine.
Die Spielzeuge konnten ja nicht nachfragen, aber sie ahnten schon, dass das wieder so eine Corona-Sache war. Erst neulich hatte Mama das ganze Kinderzimmer ausgeräumt, geputzt und sämtliche Stofftiere in die Waschmaschine gesteckt. Nachmittags war nämlich eine Freundin, Merle, zu Besuch gewesen und die Familie dieser Freundin hatte einen Test machen müssen, der war positiv, was auch immer das heißen sollte.
„Ich hasse dieses blöde Corona!“, schimpfte Tine. „Zuerst darf Merle nicht mehr kommen und an Weihnachten durften wir nicht zu Oma und Opa und jetzt wird nicht mal geböllert zu Silvester. Ausgerechnet dieses Jahr, wo ich endlich auch mal aufbleiben dürfte!“
Papa kam in diesem Moment ins Zimmer. „Komm mal her, mein Mädchen!“, sagte er und setzte sich zu Tine aufs Bett. Tine kletterte auf seinen Schoß und weinte dicke Tränen auf seine Schulter. Das tat gut, auch wenn es nichts änderte.
Papa streichelte ihren Kopf und redete beruhigend auf Tine ein und dann zog er ein Päckchen Wunderkerzen aus der Hosentasche. „Kommst du mit mir in den Garten? Wir zünden die Kerzen an und warten auf ein Wunder“, schlug er vor.
„Wunder?“, fragte Tine.
„Klar, deshalb heißen sie doch Wunderkerzen. Wer weiß, was passieren wird?“, antwortete Papa und reichte Tine die dicke Jacke. „Komm meine Große!“, sagte er.
Auf der Terrasse wartete Mama, auf dem Tisch standen Becher und eine Thermoskanne und am Zaun zur Straße stand ein kleines Tischchen mit einer Kerze drauf. Mama füllte zwei Becher mit heißem Punsch, die sie auf das Zauntischchen stellte. Die erste Wunderkerze war gerade erloschen, da kamen zwei Leute zum Zaun, warm eingepackt. Tine erkannte sie erst auf den zweiten Blick. „Oma und Opa!“, rief sie glücklich und wollte gleich losspringen, als ihr einfiel, dass sie das nicht durfte!
„Wie schön, dass ihr da seid!“, rief sie und machte ein kleines Freudentänzchen.
„An der Haustür hängt eine Tüte mit allerlei kleinen Silvesterüberraschungen!“, sagte Opa und Oma erzählte, dass sie auch noch eine ordentliche Portion Weihnachtsplätzchen dazu gepackt habe.
„Und um zwölf rufen wir an!“, versprachen die beiden, nachdem sie ihren Punsch ausgetrunken hatten. Tine war versöhnt und konnte sich nun wieder auf den Abend freuen.
So hatten die Wunderkerzen für ein kleines Wunder gesorgt und vielleicht war im nächsten Jahr alles wieder gut und sie konnten gemeinsam mit den Großeltern Weihnachten und Silvester feiern. Das wünschte Tine sich von Herzen und zündete gleich noch eine Wunderkerze an.

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Der Rockabilly-Traum

Der Rockabilly-Traum


Rockabilly war der Begriff für eine Spielart des Rock ’n‘ Roll. Blues mit Countrymusic vermischt, so könnte man die Musik beschreiben. Später wurde der entsprechende Kleidungsstil als Rockabilly-Style bezeichnet. Dieser war, wie die Musik auch, auffällig, rebellisch, immer ein wenig überdreht und angesagt.
Meine Musik war das nie, aber die Mode hat mir immer gefallen. Hier bei uns in Gütersloh gab es ein Geschäft, das sich auf genau diesen Style eingeschossen hatte. Ein toller Laden mit toller Mode und tollen Inhaberinnen, die lebten, was sie verkauften. Meine Tochter hat sich dort einmal ein Kleid gekauft, für eine Hochzeit. Sie sah großartig darin aus und irgendwie hatte ich immer den Wunsch, auch einmal so ein Kleid zu tragen. Es sprach aber immer etwas dagegen, z.B. gab es für mich keine Gelegenheit, so ein Kleid mit bauschigem Petticoat zu tragen, oder ich hatte nicht die richtige Figur dafür, oder oder…
Das nur als Vorgeschichte zu meinem Traum von heute Nacht und nun geht es los:
Jemand, ich weiß nicht genau, wer es war (mein Mann war es nicht), hatte mich ins Kino eingeladen. Es gab einen alten Film mit Elvis Presley. Ich freute mich auf den Kinobesuch und sah endlich einmal die Gelegenheit, mein tolles Rockabilly-Kleid zu tragen. Selbstverständlich ging ich an dem Tag auch zum Frisör und ließ meine Haare entsprechend stylen – hochtoupiert, eine Art Dutt auf dem Kopf und eine Schleife um das ganze Kunstwerk. Lidstrich und knallrote Lippen waren genauso selbstverständlich wie ein aufgemalter Leberfleck rechts über der Oberlippe.
Der Petticoat stand so weit vom Körper ab, dass ich im Auto hinten sitzen musste, weil der Fahrer, wer auch immer das war, sonst nichts hätte sehen können. Ich fands lustig und kicherte die ganze Zeit vor mich hin.
Im Kino gingen dann die Schwierigkeiten aber erst richtig los. Die Stühle hatten Armlehnen und ich passte mit all dem Bausch nur schwer dazwischen. Man muss dazu sagen, dass ich auch in meinem Traum keine Modellfigur hatte. Schließlich hatten wir, mein Begleiter und ich, die Röcke aber so eng an den Körper gehalten, dass ich mich niederlassen konnte. Jetzt konnte ich allerdings die Leinwand gar nicht sehen, weil der Rock vor meinen Augen war. Es ging aber, wenn ich ihn mit den Händen nach unten drückte. Leider hatte ich so keine Hand für Cola und Popcorn frei, aber: wer schön sein will muss leiden, nicht wahr?
Schlimmer war, dass der Kinobesucher hinter mir keine Chance hatte, etwas zu sehen. Weder nach vorn blickend, noch rechts oder links an mir vorbei. Der ärgerte sich lautstark und forderte, dass ich mich in die letzte Reihe begeben sollte. Ich glaube, er war aber nicht so freundlich, wie sich das hier anhören mag. Ich konnte nichts erwidern, da ich in diesem Moment aufwachte …

© Regina Meier zu Verl

Ein seltsamer Traum

So intensiv wie in der letzten Nacht habe ich lange nicht geträumt. Eigentlich träume ich immer, kann mich aber meist nicht daran erinnern, oder es tauchen nur Bruchstücke auf in meiner Erinnerung. Diesmal ist es anders, vermutlich wird es der Inhalt einer Geschichte werden, die ich nun umgehend aufschreiben werde. Warum ich das jetzt schon erzähle, ohne über den Traum zu reden?
Kann ich erklären: ich setze mich damit ein wenig unter Druck, denn so kann ich am besten arbeiten und wenn ich es versprochen habe, dann halte ich das auch ein. Also, bleibt gespannt, es wird lustig!