Mama malt sich schön

Deine Bilder sind der Hammer,

sage ich und das freut Mama.

Während ich die Pinsel quäle,

malt meine Ma mit Herz und Seele.

Nicht perfekt, doch zauberschön,

ihr solltet sie dabei mal sehn.

Ihre Wangen röten sich

mit jedem feinen Pinselstrich,

und ihre lieben Augen strahlen

das kommt vom Herzensbilder malen.

Sie vergisst dabei die Zeit,

sie malt ein Kind im bunten Kleid,

mit Ringelsocken an den Füßen,

die scheinbar selbstgestrickt sein müssen.

Das sind doch meine, denke ich.

Ja klar, ich bin’s, ich freue mich

als ich mich selbst im Bild erblick,

in meinen Augen strahlt das Glück.

In echt, nicht nur auf dem Papier,

Mamaschatz, ich danke dir!

© Regina Meier zu Verl

Schulanfang – Gedicht

Schulanfang – Gedicht

Schulanfang

Lebt wohl, ihr alle im Kindergarten,
ihr müsst nun nicht mehr auf mich warten.
Ich bin ein Schulkind, wirklich wahr,
der große Tag ist endlich da.

Ich lerne rechnen, schreiben, lesen,
bin kürzlich schonmal dagewesen
und fand es dort recht angenehm,
ob das so bleibt, werden wir sehn.

Mein toller Tornister ist eine Wucht,
Mama und ich haben lange gesucht,
er ist kunterbunt mit Glitzerkristallen,
sicher ist er der schönste von allen.

Am meisten freue ich mich auf die Pausen,
da werde ich über den Schulhof sausen
und hüpfen und singen, fröhlich lachen,
genauso werde ich das wohl machen!

Ich bin jetzt ein Schulkind, konnt’s kaum erwarten!
Lebt wohl dann, ihr alle im Kindergarten!

© Regina Meier zu Verl

Bildquelle Counselling/pixabay
Elfe im Regen

Elfe im Regen

Elfenregenschirm

Hockt die kleine Sumsinella unterm Regenschirm im Garten,

wo noch viele kleine Elfen auf des Sommers Rückkehr warten.

Grillen stimmen ihre Geigen, warten auf den Einsatz schon

für den bunten Sommerreigen. Wann erklingt der erste Ton?

Und so warten wir wohl alle, Mensch und Tier und Elfenkind,

weil wir, wenn die Sonne scheint, ganz besonders glücklich sind.

©  Regina Meier zu Verl

Kunigunde und Kunibert, ein Vogelpaar

Kunigunde und Kunibert, ein Vogelpaar

Kunigunde und Kunibert

Schau, wie schön der Himmel ist
flötet fröhlich Kunigunde,
ach, wie hab ich das vermisst,
komm, wir fliegen eine Runde!

Doch ihr Gatte Kunibert
macht nicht einmal die Augen auf,
denkt: Wenn sie sich auch beschwert,
ich bleibe hier und pfeif was drauf.

Kunigunde ist entsetzt,
so ein Faulpelz ist ihr Mann,
auch ist sie traurig und verletzt,
der Himmel ändert nichts daran.

Doch mit jedem Flügelschlag
gewinnt sie Fröhlichkeit zurück,
sie weiß ja, dass er sie sehr mag
und er ist auch ihr ganzes Glück.

Man kann mal Zeit allein verbringen,
dann freut man sich auf Zweisamkeit
und wird gemeinsam wieder singen:
Es lebe die Gemütlichkeit!

© Regina Meier zu Verl

Bruno und Brunhilde

Bruno und Brunhilde

Bruno und Brunhilde 

In einem Wald, recht weit von hier,
da lebte einst ein Bär.
Er war ein großes, schweres Tier
und manches fiel ihm schwer.

Sein Fell, das braun und struppig war,
war ihm oft viel zu heiß.
Drum klagte er und fluchte gar:
„Was ist das für ein … Mist!“

Ein Wunsch, der wuchs, ward riesengroß,
ging ihm nicht aus dem Sinn.
„Wie werd´ ich dieses Fell nur los,
damit ich glücklich bin?“

Er zog und zerrte fest daran,
die Haut tat ihm schon weh
und eines Tages kam sie dann,
die rettende Idee.

Er ging in eine große Stadt
Und suchte einen Schneider
Und als er ihn gefunden hatt´,
da sagte dieser: „Leider…

…kann ich nicht helfen, lieber Bär.
Da bin ich nicht der Rechte,
ich bin ein Mensch und Sie ein Bär,
wie ich bemerken möchte!“

Der Bär war traurig und verließ
des Schneiders Atelier,
kam zum Friseur mit Namen „Spieß“,
sein Herz tat ihm schon weh.

Er trug dort seine Bitte vor,
Herr Spieß, ein netter Mann,
der lieh geduldig ihm sein Ohr
und sprach zu ihm sodann:

„Man kann das Fell wohl abrasieren,
doch gäb´es ein Problem,
im Winter würden Sie dann frieren,
das ist nicht angenehm.“

„Mir ist´s egal, es stört mich wenig,
Ich friere niemals, ehrlich!“
„Der Kunde ist mir immer König,
der neue Schnitt wird herrlich.“

Gesagt, getan – das Fell war runter,
der Bär jetzt nackt und froh.
„Wie schön ich bin!“ brummte er munter.
„Sah mich noch niemals so!“

Zu Hause wartete schon lang
Die Brunhild, seine liebe Frau.
Als sie ihn sah, wurde sie bang,
erkannte ihn nicht mehr genau.

Doch als er brummte: „Hallo Frau!“
Da wusste sie Bescheid,
es war ihr Bruno, ja genau –
ganz nackt und ohne Kleid.

„Wo ist dein Fell, mein lieber Mann.
Wo hast du es gelassen?
Dein Kuschelfell, dein Schmusehaar,
oh Mann, ich kann´s nicht fassen.“

Bruno lachte und dann küsste
er sie mitten auf den Mund.
„Ja, mein Schatz, wenn ich das wüsste,
Hauptsache wir sind gesund!“

Sie schimpfte nicht und lachte auch,
und während sie ihn drückte,
nahm sie schon Maß an seinem Bauch
und strickte dann und strickte…

ein Bärenfell aus weicher Wolle,
das ihn vor Kälte schützte
und das konnt er, das war das Tolle
ablegen, wenn er schwitzte.

Und heute trägt sie selbst ein Kleid,
weil es ihr so gefällt
und sie bestrickt die ganze Zeit
die weite Bärenwelt.

(c) Regina Meier zu Verl

Dieses Gedicht ist entstanden, als ich wieder einmal einen Pullover für den Teddybär meiner Tochter strickte. Mir fällt oft etwas ein, wenn ich handarbeite und das Stricken ist meine liebste Beschäftigung, wenn ich nicht gerade musiziere oder schreibe – ich kann einfach die Hände nicht still halten. 🙂

 

Der schöne Schein (#juniverse)

Der schöne Schein (#juniverse)

Der schöne Schein

Hans-Albert war ein Frauentyp,
auf Anhieb hatte man ihn lieb.
Er war zwar schon in Rente,
doch seine Komplimente
radierten manches Lebensjahr,
die schönen Worte klangen wahr.
Ansehnlich war seine Figur,
kein Gramm zu viel, Waschbrettbauch pur
und (dritte) Zähne wie Perlen,
gehören zu gepflegten Kerlen.
Sein Cabrio war blitzeblank,
hatte immer genügend Sprit im Tank.
Doch glücklich war Hans Albert nicht,
es war kein Lächeln in seinem Gesicht,
auch fehlte es ihm an Humor,
so jedenfalls kam es mir vor.
Tja, Hans-Albert, dumm gelaufen
manche Dinge kann man nicht kaufen.

© Regina Meier zu Verl

Badehose (#juniverse)

Badehose (#juniverse)

Badehose

In meinem Gartenswimmingpool
sieht mich keiner, das ist gut,
drum brauche ich, um nackt zu baden
keine Hose, keinen Hut.
Ich springe so, wie Gott mich schuf,
in das kühle Nass
und wenn ich nach dem Handtuch ruf,
dann bringt mein Mann mir das.
Ich hab es wirklich richtig gut,
ich weiß das und genieße
und weil mein Schatz das für mich tut,
massier ich ihm die Füße.

© Regina Meier zu Verl

Lagerfeuer (#juniverse)

Lagerfeuer (#juniverse)

Lagerfeuer

Was wird einmal aus meinen Briefen,
wenn ich die Welt verlassen muss?
Briefe, die über Jahre liefen,
der Austausch damals ein Genuss.
Ein jedes Wort an mich gerichtet,
ich weiß die Antworten genau,
sehr oft hab ich sie dir gedichtet,
das Briefpapier war himmelblau.
Die Briefe flogen in die Ferne,
und doch waren wir uns ganz nah,
ich hatte dich, mein Freund so gerne,
wie’s dir wohl geht? Bist du noch da?
Diese Briefe sind ein Schatz,
ich bewahre sie im Herzen,
doch nun finden sie den Platz
im Feuer und die Flammen schmerzen
ein wenig nur, es muss so sein,
ich will unser Geheimnis wahren,
wehmütig schau ich ins Feuer hinein.
Wie gute Freunde wir doch waren!

© Regina Meier zu Verl

 

Biergarten (#juniverse)

Biergarten (#juniverse)

Thema von gestern, beinahe hätte ich es verschwitzt – heute kommen also 2 Gedichte. Selbst in Schuld, Regina!

Biergarten

Wir könnten doch einfach hier warten!

Ich zeigte auf den Biergarten

Zustimmung von allen Seiten,

ach, wie sich meine Freunde freuten

auf ein frisch gezapftes Bier

und genauso ging es mir.

Der geplante Kinobesuch fiel aus,

leicht angeschickert gings nach Haus‘.

© Regina Meier zu Verl

Schwimmflügel (#juniverse)

Schwimmflügel (#juniverse)

Schwimmflügel

Ich hätte gerne Schwimmflügel,
dann schwömme ich durchs Meer
und wenn ich nicht mehr schwimmen könnt,
dann flög‘ ich drüber her.
Ach, das wäre ja so schön,
könnte es mir gelingen,
dann könnte ich dich wiedersehn
und würd vor Freude singen.

© Regina Meier zu Verl