Schulanfang – Gedicht

Schulanfang

Lebt wohl, ihr alle im Kindergarten,
ihr müsst nun nicht mehr auf mich warten.
Ich bin ein Schulkind, wirklich wahr,
der große Tag ist endlich da.

Ich lerne rechnen, schreiben, lesen,
bin kürzlich schonmal dagewesen
und fand es dort recht angenehm,
ob das so bleibt, werden wir sehn.

Mein toller Tornister ist eine Wucht,
Mama und ich haben lange gesucht,
er ist kunterbunt mit Glitzerkristallen,
sicher ist er der schönste von allen.

Am meisten freue ich mich auf die Pausen,
da werde ich über den Schulhof sausen
und hüpfen und singen, fröhlich lachen,
genauso werde ich das wohl machen!

Ich bin jetzt ein Schulkind, konnt’s kaum erwarten!
Lebt wohl dann, ihr alle im Kindergarten!

© Regina Meier zu Verl
Eine Geschichte zum Schulanfang findet ihr hier: Nadja kommt in die Schule KLICK

Bildquelle Counselling/pixabay

Engelstrompete – #juniverse

Straßenmusik

Michael an der Trompete
sieht heut wie ein Engel aus,
Anton spielt die Altblockflöte,
manchmal übt er auch zu Haus.

Friedrich bläst die dicke Tuba,
lustig, seine dicken Backen.
Die Musik, sie kommt aus Kuba,
Anton hat den Schalk im Nacken,

schlägt wie wild das Tambourin,
bis die Hände heftig schmerzen,
doch egal, was kümmerts ihn,
er ist aufgelegt zu Scherzen.

Im Geigenkasten von Franz-Heinrich
landen ein paar Münzen schon.
Anton bettelt, das ist peinlich,
gehört auch nicht zum guten Ton.

Am Schluss, das Publikum ist weg,
wird einträchtig das Geld gezählt
und die Kohle kriegt dann der,
dem sie gerad am meisten fehlt.

Und: wer bekommt heute die Knete?
Der Michael an der Engelstrompete!

© Regina Meier zu Verl

Das Kussmäulchen – #Juniverse

Das Kussmäulchen

Wunderschön sind seine Blüten, in der Farbe und der Form,
überhaupt ist es so anders, zieht die Blicke an enorm,

Sein Name prägt sofort sich ein, Kussmäulchen heißt es – schau nur hin,
denn wie könnte er anders sein, man sieht sofort des Namens Sinn.

Orange Lippen, zum Kusse gespitzt verleiten dazu, die Blüte zu küssen,
ob man das tut, oder auch nicht, das wird man selbst entscheiden müssen.

© Regina Meier zu Verl

 

Kaiserkrone – #Juniverse

Des Kaisers neue Kleider

Der Kaiser ging ganz ohne Kleider
durch den Park, es war noch kühl.
Die Leute lachten laut, denn leider,
fehlte ihnen Feingefühl.
Auf dem Kopf trug er die Krone,
sie machte ihn zur Majestät,
erkannt hätte man ihn nicht ohne
doch egal, es war zu spät.
Er fragte sich, warum sie lachten,
seiner Nacktheit nicht bewusst,
über ihn sich lustig machten,
es verging Lustwandellust.

© Regina Meier zu Verl

Vergissmeinnicht – #Juniverse

Aus Versehen hatte ich diesen Beitrag und die Kommentare dazu gelöscht, sorry, hier ist er wieder!

Vergiss mich nicht, so sagte er,
der Abschied fiel ihm sichtlich schwer.
Sie versprach, an ihn zu denken,
niemandem ihr Herz zu schenken.
Sie schrieben sich fast jeden Tag,
dann weniger, woran es lag,
das konnten beide nicht beschreiben,
drum ließen sie es bald ganz bleiben.
Und dann, ihr ahnt schon, was geschah,
war von der Liebe nichts mehr da.
Kein Herzklopfen, kein stetes Sehnen,
kein Brief, kein Anruf, nichtmal Tränen.
Was bleibt ist nun dieses Gedicht,
seine Titel ist „Vergissmeinnicht“

© Regina Meier zu Verl

Mädchenauge – #Juniverse

Mädchenauge – Juniverse

In meinem kleinen Blumengarten
versammeln sich gar viele Arten,
ob Männertreu, ob Wandelröschen,
auch Dahlien gibt’s und die Mimöschen,
Mädchenaugen in gelb und rot
und Kräuter für mein Butterbrot
zum Beispiel Schnittlauch, das auch blüht
so schön in lila fürs Gemüt.
Die Schmetterlinge, die dran saugen,
genau wie an den Mädchenaugen,
die lieben meinen Garten sehr,
er ist ein wahres Blütenmeer.

© Regina Meier zu Verl

Löwenzahn – #Juniverse

Löwenzahn

Während ich die weißen Haare
noch auf meinem Kopf verwahre,
fliegen deine in die Welt
viele hundert, ungezählt.
Schwebend fliegen sie dann fort
Bis zu einem andren Ort,
lassen sich irgendwo nieder
erfreun im nächsten Jahr uns wieder.
Löwenstark, selbst im Asphalt
platzierst du deine Kinder bald.
Grün und gelb, dann weißer Flaum,
so schnell geht das, man glaubt es kaum.

© Regina Meier zu Verl

 

Glückstaler – #Juniverse

Was es braucht

Glückstaler auf der Fensterbank,
einen Notgroschen im Schrank,
ein Enkelkindchen, das dich liebt,
dir Zuckerschnutenküsschen gibt,
Sonnenschein und auch mal Regen,
auszuruhen und bewegen,
mal zu reden, mal zu schweigen
fröhlich sich der Welt zu zeigen,
all das ist so lebenswichtig
und wie’s kommt, so ist es richtig!

© Regina Meier zu Verl

silbenton.de/juniverse-2022

Nachtkerze – #Juniverse

Die Nachtkerze und ich

Eines haben wir gemeinsam,
in der Nacht blühen wir auf,
dabei sind wir beide einsam,
das ist wohl des Lebens Lauf.

Du lockst Falter, sie zu nähren
In der milden Abendluft
die zum Liebling dich erklären,
laben sich nicht nur am Duft.

Mich umkreisen nur zwei Mücken,
wollen stechen, wollen saugen,
doch ich werde sie zerdrücken,
sehe sie nicht – meine Augen

sind nicht mehr so gut in Schuss,
ich gebe auf, gehe ins Bett,
kuschle mich ein, welch ein Genuss
und denk: Sonst war der Tag recht nett.

Und du, Nachtkerze, leuchtest weiter
und beschenkst aus Blütentrichtern,
eine Nacht lang duftig heiter
die Welt mit deinen hellen Lichtern.

© Regina Meier zu Verl

silbenton.de/juniverse-2022