Froschliebe

Der dicke Frosch steigt aus dem Teich
und spricht zum Fröschefräulein:
„Schau, dieser Teich, er ist mein Reich
und du sollst meine Frau sein!“

Das grüne Fräulein wundert sich,
bekommt leicht rote Wangen
und denkt sich: „Meint er etwa mich?
Dann muss er mich erst fangen.“

Mit einem kühnen Satze springt
das Froschfräulein ins Wasser.
„Komm her, wenn dir das auch gelingt!“
Der Frosch wird blass und blasser.

„Die krieg ich nicht, sie schwimmt rasant!“
denkt er ganz irritiert,
da sieht er wie vom Teichesrand
ein Storch heranspaziert.

„Fräulein! Du bist in Gefahr!“
ruft er, so laut er kann.
„Sieh doch, Meister Adebar!
Er schleicht sich an dich ran!“

Das Fröschlein kann sich schnell verstecken
unter einem großen Blatt.
Hier würd der Storch sie nicht entdecken.
Welch ein Glück sie heute hat!

Später küsst sie ihren Retter
mitten auf die breite Schnute.
„Ach“, sagt sie, „Du bist ein netter
und so klug, das ist das Gute!“

Sie sind Freunde nun fürs Leben
und leben beide voller Glück.
Manchmal fällt die Liebe eben
dir zu erst auf den zweiten Blick!

© Regina Meier zu Verl

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Bildquelle Alexas_Fotos/pixabay

Die Weihnachtskatze

Die Weihnachtskatze

Ich habe ganz heimlich durchs Fenster geschaut,
im Zimmer erschien mir gar alles vertraut.
Die Menschen, die Bilder, der Kerzenlichtschein,
wie gern wollte ich eine von ihnen sein.

Sie sangen und lachten, sie herzten und küssten,
und plötzlich sah’n alle, als ob sie es wüssten
zum Fenster hin. Hatten sie mich entdeckt?
Schnell hab ich mich hinter der Hecke versteckt.

Wie ein Dieb in der Nacht, so fühlte ich mich,
als ich leise zum nächsten Fensterchen schlich.
Die Pfoten, sie schmerzten, mein Bäuchlein war leer,
wo bekam ich denn nur was Essbares her?

Vor Erschöpfung schlief ich dann im Hauseingang ein
und träumte von Hühnchen und Braten und Wein,
als mir plötzlich eine Hand zärtlich über’s Fell strich.
Komm rein, kleine Katze, hier ist Platz für dich.

Man schuf mir ein Plätzchen ganz nah beim Kamin
und stellte ein Schälchen mit Futter mir hin.
Glücklich war ich und ich schnurrte ganz leise
eine Katzendankeschön-Weihnachtsweise.

© Regina Meier zu Verl 

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Die Elstern und der Regenwurm

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Die Elstern und der Regenwurm

Zwei Elstern saßen auf dem Rasen,
sie sprachen freudig über’s Wetter.
„Wie wunderbar kann man hier grasen,
bei Sonnenschein ist es noch netter.

Weil’s kurz vorher geregnet hat,
da kommen auch die Würmer raus
dann werden wir ganz sicher satt.
Wie schön, das wird ein Festtagsschmaus.“

Ein Regenwurm, der in der Nähe
gerade aus der Erdreich kroch,
der hörte das und dacht „oh wehe,
das wär ja was, das fehlte noch.“

Schnell zog er seinen Kopf zurück
und verschwand schnell wie der Wind.
Das war fürwahr sein großes Glück,
zu hause wartet Frau und Kind.

Den Elstern aber knurrt der Magen,
kein Würmchen heute weit und breit.
Nun ja, was soll man dazu sagen,
ein bisschen tun sie mir auch leid.

© Regina Meier zu Verl