Noch ist es nicht so weit

Noch ist es nicht so weit

Zu weit nach vorn zu schauen, das ist nicht gut. Trotzdem kommt mir manchmal schon der Herbst in den Sinn, weil ich ihn so mag. Aber – noch ist es nicht so weit!
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Die Bäume werfen ihr Gewand
von oben runter in den Sand,
doch das ist Quatsch, es sind nur Phrasen,
die Blätter landen auf dem Rasen.
Das mit dem Sand sei hier geduldet,
war lediglich dem Reim geschuldet.
Wie geht’s nun weiter im Gedicht?
Ehrlich gesagt, ich weiß es nicht,
Würd‘ gern mich zu den Blättern legen,
statt unermüdlich Laub zu fegen.
Geht ihr mir wieder auf den Leim?
Stimmt ja, ich fege nicht, ich reim!
Was Kluges fällt mir heut nicht zu,
drum gebe ich jetzt wieder Ruh.
Noch sind die Blätter an den Bäumen
und ich werde nun weiterträumen,
vom Herbst, der mich so sehr erfreut,
meine Lieblingsjahreszeit!

© Regina Meier zu Verl

Ein Herbstmorgen

Nebel liegt auf herbstlichen Wiesen,

geheimnisvoll ruht noch die Welt.

Ich wandere an Tagen wie diesen,

weil mir die Stille so gefällt.

Atme ein den Duft der feuchten Erde,

und schmecke frische kühle Luft,

während ich schweige, ruhiger werde,

betört mich feiner Morgenduft.

Am Waldrand suchen Vögel nach Beeren,

bereiten sich auf Winters Einzug vor.

Ich bin ganz still und will nicht stören,

ihr Tschilpen klingt mir wie ein Dank im Ohr.

Ganz leise, Herbst, bist du gekommen,

hast bunte Farben mitgebracht,

hast Sommerliches einfach übernommen

und deinen Stempel drauf gemacht.

Ja, mir gefällt, was ich da sehe,

verzaubert scheint mir die Natur

und während ich nach Hause gehe

erklingt ein Lied in frohem Dur.

Ich lausche und bin guter Laune,

Willkommen, Herbst, du schöne Zeit.

Ich sehe, rieche, schmecke, staune,

bin lange schon für dich bereit.

© Regina Meier zu Verl

Hier zum Anhören:

See-Idylle

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Kastanie

KastanieKastanie
Ein kleines Kastaniengedicht

Für deinen ersten Auftritt
musstest du fallen,
tief hinab aufs Pflaster.
Die Hülle gebrochen,
stachliges Kleid abgelegt
tiefrote Seide
glänzt jetzt im Laub.
Dein weißes Gesicht
spricht mich an:
Nimm mich mit!
Und schon
ruhst du in meiner Hand,
die dich sanft streichelt
und sich
an deiner kühlen Glätte
erfreut.

© Regina Meier zu Verl


Rosskastanien, Foto © Regina Meier zu Verl

Zauberhafte Herbstzeit

Zauberhafte HerbstzeitZauberhafte Herbstzeit

Blätter fallen, Blätter schweben
auf ein Bett aus Moos gemacht
gebündelt scheint das Licht soeben
beleuchtet buntes Herbstlaub sacht.

Heimlich legt der Nebel Decken
auf die Felder und die Weiden
er verbirgt die Gartenhecken
die vom Laube sich entkleiden.

Es umarmen Efeuranken
Bäume und das tu auch ich
scheuche fort trübe Gedanken
werde froh, erinnere mich.

Deine Farben machen trunken
deine Früchte nähren mich
bin in Dankbarkeit versunken
Herbstzeit, ja, ich liebe dich.

© Regina Meier zu Verl

Herbstfarbenpracht