Reizwortgeschichte „Josh im Bärenwald 2“

Das sind die Reizwörter, die heute verarbeitet werden mussten.

Fingerhut, Libelle, plumpsen, durchnässt, wuschelig

Bitte lest auch bei meinen Kolleginnen:

Lore

Martina

Fortsetzung der letzten Reizwortgeschichte „Josh im Bärenwald“

„Wenn man zwei Mal Zwillinge zu versorgen hat …“, seufzte Mama Bär, während sie sich in ihren Lieblingssessel plumpsen ließ.
„Dann sind das vier Kinder!“, vervollständigte Papa Bär den Satz und lachte.
„Witzbold!“, schimpfte Mama Bär. „Schließlich sollte ich es genau wissen. Jeden Tag vier Hosen, vier Pullover, vier Paar Socken und vier Schlafanzüge, die im Wäschekorb landen, dazu vier bis acht Lätzchen und unzählige Unterhosen, wenn mal wieder etwas danebengegangen ist und alles völlig durchnässt ist. Waschlappen und Handtücher nicht zu vergessen. Ach, jede Menge Wäsche!“
„Stimmt!“, sagte Papa und machte ein bekümmertes Gesicht.
„Vielleicht sollten wir mal die Rollen tauschen!“, meinte Mama Bär, setzte ihren Fingerhut auf und nahm sich die Socke wieder vor, die sie angefangen hatte zu stopfen.
„ich bringe nun erst einmal die Kinder ins Bett, dann sehen wir weiter!“, sagte Papa Bär und ging ins Kinderzimmer, wo alle vier Bärenkinder schon auf ihn warteten.

Bärta, Bärt, Robärt und Bärthild lagen in ihren Betten und schauten ihrem Papa erwartungsvoll entgegen.
„Welche Geschichte erzählst du uns heute?“, fragte Bärta neugierig. Sie war die Älteste, aber nur fünf Minuten älter als Bärt, ihr Zwillingsbruder.
Lasst euch überraschen, ich erzähle heute von Waldemar Waschbär, also passt auf:

Es war einmal eine Bärenfamilie, die hatte vier Kinder. Sie lebten in dem großen Wald, gleich hinter dem See, in dem man im Sommer so herrlich baden konnte.
„Papa Bär, das sind wir, oder?“, fragte Bärta neugierig.
„Das könnte sein, wir sind ja auch eine große Familie!“, sagte Papa und lächelte. „Aber hört erstmal weiter zu!“
Die Kinder kuschelten sich aneinander.
„Die Eltern liebten ihre Kinder sehr, deshalb machte es ihnen auch gar nicht viel aus, dass sie so viel Arbeit hatten. Eines Tages aber wurde die Mama Bär krank. Sie sollte ein paar Tage das Bett hüten und Papa war mit dem Haushalt und den Kindern auf sich allein gestellt. Er stöhnte und klagte, es half aber nichts, das Essen musste zubereitet werden, die Zimmer mussten in Ordnung gehalten werden und dann die viele Wäsche! Wäscheberge häuften sich, Papa Bär wuchs die Arbeit über den Kopf. Jeden Abend sank er erschöpft ins Bett, konnte aber nicht einschlafen. Er grübelte darüber nach, was er verändern könnte, damit für ihn, aber auch später für Mama Bär, die Arbeit erleichtert werden konnte.

„Konnten die Kinder denn nicht helfen?“, fragte Bärthild, die jüngere von den Zwillingen, die zwei Jahre jünger waren als Bärta und Bärt.
„Ja, ja!“, riefen auch die anderen Bärenkinder. „Es hätten doch alle mithelfen können!“
Papa Bär lächelte. Wie klug doch seine Kinder waren und wie empfindsam. Nun wäre es zu schön, wenn sie ab morgen auch selbst ein wenig mithelfen würden. Aber erst einmal erzählte er weiter:

Ja, die Kinder halfen, wo sie konnten. Aber viele Dinge waren einfach zu schwer für sie. Da war die Sache mit der vielen Wäsche, die wurde zum Fluss geschleppt und dort gewaschen und gespült und gewrungen. Wie hätten die Kinder das schaffen sollen?
Doch mit einem Mal hatte Papa Bär eine Idee. Die Nachbarin hatte ihm erzählt, dass in dem verlassenen Schuppen am Flüsschen ein Waschbär eingezogen war. Der konnte doch helfen, oder täuschte sich Papa Bär etwa? Machte ein Waschbär gar keine Wäsche?
Ein Versuch macht klug, dachte Papa und gleich am Abend wollte er den Waschbären besuchen und ihn bitten, die Wäsche der Familie zu übernehmen. Er, Papa Bär, würde dafür sorgen, dass der Waschbär täglich eine gute Mahlzeit dafür bekam.
„Guten Abend, Herr Waschbär!“, sagte Papa Bär, nachdem er laut an der Schuppentür angeklopft hatte.
„Wer stört?“, fragte der Waschbär unfreundlich. Er hatte offensichtlich geschlafen.
„Ich bin es, Papa Bär und ich habe eine kranke Frau und vier Kinder, zwei Mal Zwillinge, wenn Sie wissen, was ich meine!“, sagte Papa Bär aufgeregt.
Der Waschbär trat ein wenig weiter ins Licht. Er sah wuschelig aus, er hatte wirklich geschlafen. Waschbären werden eben erst am Abend aktiv. Er grinste!
„Meinen Sie, ich weiß nicht, wie viel 2 x 2 ist? Halten Sie mich etwa für dumm?“, fragte er.
„Aber nein, im Gegenteil. Ich bin gekommen, um Ihnen ein Geschäft vorzuschlagen!“, sagte Papa Bär.
„Ich höre!“, antwortete der Waschbär.
„Ich brauche jemanden, der mir die Wäsche macht, solange meine Frau krank ist und vielleicht darüber hinaus. Könnten Sie das für uns übernehmen? Ich biete Ihnen eine warme Mahlzeit am Tag dafür!“, schlug Papa Bär vor.
Der Waschbär schwieg zunächst, dann gluckste er und dann brach er in ein furchtbares Gelächter aus.
„Hör sich das einer an!“, sagte er und es fiel ihm schwer, die Worte vor Lachen herauszubekommen. „Meint der Herr Bär, ich könnte sein Sklave sein und seine Schmutzwäsche waschen, dass ich nicht lache. Soll ich dabei etwa noch eine Fliege oder Libelle, oder wie das Ding heißt, das ein Butler um den Hals trägt, umbinden?“
Papa Bär ließ den Kopf hängen. Das hatte er sich anders vorgestellt. Nun wurde er ausgelacht, das kratzte an seiner Ehre.

„Das war aber auch gemein von dem Waschbären!“, meinte Bärt.
„Ja, das war es!“, bestätigte Papa Bär. „Aber wenigstens hat der Vater es versucht. Vielleicht hat er später eine bessere Lösung gefunden, warten wir es doch ab. In der nächsten Geschichte erfahren wir sicher mehr und jetzt wird geschlafen, okay?“
Es dauerte auch gar nicht lange, da waren alle vier eingeschlafen. Papa Bär ging ins Wohnzimmer zu seiner Frau und versprach ihr, dass er von nun an immer bei der Wäsche helfen wollte.
„Eigentlich wollte ich einen Waschbären einstellen, nun mache ich es eben selbst!“, sagte er und dafür bekam er einen dicken Kuss, das gefiel ihm sehr!

© Regina Meier zu Verl