Typisch Mann?

Typisch Mann

Typisch Mann?

Ein Mann, der gern Kartoffeln aß,
nachdenklich vor dem Teller saß.
„Oh, Knolle, wie ich dich verehre,
tagtäglich mich nach dir verzehre.“

Das hörte seine Frau, die Anne
und sprach erstaunt zu ihrem Manne:
„Mir solltest du das auch mal sagen,
doch Liebe geht wohl durch den Magen.“

„Ach Schatz, ich weiß, ich bin ein Stoffel.
Ich lieb dich mehr, als die Kartoffel.
Das solltest du niemals vergessen
und jetzt lass mich in Ruhe essen!“

© Regina Meier zu Verl


Und am meisten liebt er … KARTOFFEL-Puffer ;), Foto © Elke Bräunling

 

Eine kluge Frau

Eine kluge Frau
„Hans-Werner, mach doch nicht immer so ein Brimborium um einen Filmabend mit den Enkelkindern. Das ist ja nicht auszuhalten!“
Oma Gerlinde schüttelt unwillig den Kopf. Auf dem Tisch stehen verschiedene Schalen und Schachteln mit Süßigkeiten, Chips und Popcorn. Dann eine ganze Batterie Limonadeflaschen in allen Sorten. Zitrone, Orange, Mandarinen-Brause und Dunkelbier gibt es da.
„Wieso? Wenn wir nachher zusammen den Film anschauen, dann will niemand in die Küche laufen und für Nachschub sorgen. Ich denke halt mit!“ Opa Hansi stöhnt. Dass seine Gerlinde das einfach nicht verstehen will.
„Aber wir machen doch einen Filmabend, keine Süßigkeiten Verkostung und außerdem ist doch dieser ganze Süßkram ungesund. Das weißt du doch!“ Oma greift nach der Schale mit den Gummibärchen.
„Halt!“, ruft Opa Hansi verärgert. „Die bleiben stehen! Ich habe Kira versprochen, dass es Gummibärchen geben wird!“
„Also gut“, Oma Gerlinde stellt die Schale wieder hin und greift nach den Schokoküssen.
„Halt!“, ruft Opa. „Die sind für Flory, du weißt doch, dass er die so gerne mag!“
„Stimmt, hatte ich vergessen“, seufzt Oma. Ihre Augen wandern über den Tisch und bleiben bei den roten und schwarzen Zuckerhimbeeren hängen. Die kann sie unmöglich wegnehmen, Amelie liebt diese megasüßen Dinger so sehr.
„Hans-Werner“, sagt Oma nachdenklich.
„Ja, Gerlinde?“
„Ich glaube unsere Enkelkinder lieben uns auch ohne diesen ganzen Kram!“
„Das stimmt, aber …“
„Aber?“
„Mit diesen Leckerchen lieben sie uns noch ein bisschen mehr!“
„Das ist Quatsch, ganz großer Quatsch!“
„Wir machen eine Probe. Wir stellen alle Süßigkeiten weg und schnippeln schnell einen Teller voll Gemüse. Möhren, Gurken, Paprika und Stangensellerie. Dazu gibt es Kräuterquark und Cracker.“ Opa Hansi grinst, er könnte sich vor Freude selbst auf die Schulter klopfen, so toll findet er seine Idee.
„Okay!“, sagt Oma und kommt binnen zwei Minuten zurück mit einer riesigen Gemüseplatte und diversen kleinen Dippschälchen.
„Hier, bitte!“
Opa Hansi staunt. Seine Gerlinde ist flink wie ein Wirbelwind, und das in ihrem Alter.
„Wie hast du das denn so schnell hinbekommen?“, fragt Opa stolz.
„Hatte ich schon fertig!“, sagt Oma und lächelt still vor sich hin. Sie verrät Opa Hansi auch nicht, dass sie genau das bereits beim Mittagessen vorgeschlagen hatte. Das hatte Opa aber wohl vergessen, oder verdrängt und da es ihm so wichtig ist, dass es seine Idee war, schweigt Oma Gerlinde. Kluge Frau, oder?

© Regina Meier zu Verl


Photo by Maria Orlova on Pexels.com

Der dicke Kürbis

Der dicke Kürbis

In diesem Gedicht geht die Liebe wohl durch den Magen 🙂

Der dicke Kürbis

Es prangt ein dicker Kürbis,
fast schöner als Adonis,
im Feld hinter dem Haus.
Goldgelb, so wie die Sonne,
sein Anblick ist ’ne Wonne,
ich halte das nicht aus.

Gewaltig ist mein Sehnen,
nach ihm, dem Wunderschönen,
er raubt mir fast den Schlaf.
Ich könnte fabulieren,
im Prahlen mich verlieren,
ich weiß nicht, ob ich’s darf.

Wie gern würd ich ihn ernten
und kochen, den Entkernten,
nach alter Tradition.
Mit Sahne dann abschmecken,
und Würstchen drin verstecken,
ne riesige Portion.

Doch schau ich ihn so an,
weiß ich nicht, ob ich’s kann.
Es bricht mir fast das Herz.
Drum ess ich heute süße
Schaumschokoladenküsse
und pflege meinen Schmerz.

© Regina Meier zu Verl


Na, welcher von denen ist wohl das Objekt meiner Begierde?, Foto © Regina Meier zu Verl


Eine Kürbisgeschichte findest du HIER, Vom Kürbis, der aus seinem Beet ausriss 

Und hier ein weiteres Kübisgedicht: Dickerchen