Weihnachtsbastelei

Weihnachtsbastelei

Greta hatte sich zum Basteln in ihr Zimmer zurückgezogen. Von Mama hatte sie eine Bastelschere, Papier und eine große Tube Klebstoff bekommen.
„Stifte und Farben hast du genügend, dann leg mal los!“, hatte Mama gesagt und seit mindestens zwei Stunden nicht einen einzigen Pieps von Greta gehört.
‚Was sie wohl macht?’, dachte Mama und rollte eine weitere Lage Plätzchenteig aus, um dann winzige Tannenbäumchen auszustechen.
‚Eigentlich könnte sie so langsam mal wieder in die Küche kommen und mir ein helfen! ’

Doch Greta hatte keine Zeit. Sie kam zwar kurz in die Küche und holte sich ein Glas Milch, naschte vom Plätzchenteig und bat ihre Mutter um einen Locher.
„Wofür brauchst du ihn denn?“
„Geheimnis! Großes Geheimnis“, sagte Greta und lächelte verschmitzt.
Mit dem Locher bewaffnet verschwand sie wieder in ihrem Zimmer und als sie am Abend zum Essen kam, hatte sie hochrote Wangen, vor lauter Eifer.

Mama war gespannt, was ihre Tochter denn gebastelt haben könnte, musste sich aber bis Weihnachten gedulden.

Am Heiligabend, als alle ihre Geschenke auspackten, lag ein Päckchen unter dem Weihnachtsbaum, das hübsch in Geschenkpapier eingepackt war und an dem ein Kärtchen hing, worauf stand „Für uns alle“.
„Wer darf es denn öffnen?“, fragte Papa.
„Das mache ich gleich selbst“, antwortete Greta und riss das Päckchen an einer Seite auf. Dann drehte sie sich juchzend um die eigene Achse und schüttelte das Päckchen.
„Schaut, es schneit!“, rief Maxi, der kleine Bruder, und versuchte die Schneeflocken einzufangen, die da durchs Zimmer wirbelten.
„Greta hat uns Schnee gebastelt, wie schön!“, rief nun auch Mama und Papa lachte.
„Unsere Tochter hat immer gute Ideen, wenn es draußen nicht schneit, dann macht sie den Schnee kurzerhand selbst!“

So gab es an diesem Weihnachtsabend Schnee in der guten Stube der Müllers und alle hatten ihre Freude daran.

© Regina Meier zu Verl

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Schnuffel wohnt jetzt bei Oma

Schnuffel wohnt jetzt bei Oma

Oma Schulz hat einen Hasen, so einen niedlichen kleinen mit Schlappohren. Den hat sie von ihrer Enkelin bekommen, die mit den Eltern nach Spanien ausgewandert ist.
„Damit du immer an mich denkst“, hatte Mira gesagt und Oma den Hasen samt Stall und Heu auf den Balkon gestellt.
Seitdem wohnt Schnuffel bei Oma Schulz und das ist gut so. Warum?
Nun ja, man kann sich vorstellen, wie allein sie sich gefühlt hat, als Mira und ihre Eltern abgereist waren. Mira hatte viele Stunden bei Oma verbracht, wenn die Eltern arbeiteten. Das war eine schöne Zeit gewesen und natürlich kommt einem alles leer und sinnlos vor, wenn man am Morgen aufsteht und keiner da ist, um den man sich kümmern kann. Keiner da, der einem mal einen Schmatzer auf die Wange drückt, niemand, der um Schokoladenpudding bettelt und auch niemand, den man trösten muss, wenn das Knie mal wieder aufgeschlagen ist, weil das Fahrrad einfach immer zu schnell ist.
Oma Schulz ist traurig, aber sie ist auch froh, dass Schnuffel da ist. Ihm kann sie alles erzählen und manchmal nimmt sie ihn und streichelt sein weiches Fell. Das tut gut.
Was auch gut tut ist, dass die Kinder aus der Nachbarschaft den Schnuffel oft besuchen. Für Oma Schulz ist das die allerschönste Zeit. Dann ist sie nicht allein und manchmal kocht sie schon am Morgen Schokoladenpudding, weil sie hofft, dass die Nachbarkinder kommen.
Geh doch auch mal hin, sie freut sich sicher und wenn du nicht in der Nähe wohnst, dann gibt es sicher auch bei euch eine einsame Oma oder einen Opa, der sich über ein Kinderlachen freut, wetten?

© Regina Meier zu Verl