So sieht’s aus

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Im Beet flüstern die Dahlien:

„Wir wollen nach Italien,

hier kriegen wir jetzt kalte Füße.

Wir schicken gern auch Urlaubsgrüße!“

Doch leider, und das ist echt übel,

stecken sie fest in ihrer Zwiebel.

„Kommt mit, ihr dürft nun weiterträumen

in dunklen kalten Kellerräumen!“

sagt der Mensch und rupft sie raus.

So sieht’s aus!

Regina Meier zu Verl

Das Birkenblatt

Ein goldgelbes Birkenblatt segelt durch die Lüfte.

Hui ruft es, schön ist das und diese tollen Düfte!

Kommt ihr Blätter, folgt mir nach, Kinder, das macht Spaß,

Wind, du darfst ruhig kräftig pusten, ach ich liebe das!

Ja, es dauert gar nicht lange, da ist die Birke leer,

schon nach ein paar Tagen trägt sie kein Blättchen mehr.

Traurig hängen ihre Zweige, wiegen sich im Wind,

Tränen kullern auf die Erde für jedes Blätterkind.

Die Blätterkinder aber legen auf die Erde ihre Decken

und manches Gartentier mag drunter sich verstecken,

das Igelchen, das kuschelt sich in die Blätterbetten,

dort träumt es wunderbare Träume – wetten?

© Regina Meier zu Verl

Photo by Jill Burrow on Pexels.com

Die Elfe im Dahlienbeet

Die Elfe Lila rutschte munter
den dicken Sonnenstrahl hinunter
und fiel am Ende sanft hinein
ins Dahlienbeet bei Sonnenschein.

Da freuten sich die schönen Blüten.
„Elfchen, wir wollen dich behüten,
doch unsre Zeit wird bald nun kommen,
wir werden mit ins Haus genommen!
Dort werden wir im Keller warten,
auf das Frühlingsfest im Garten!“

Lila rief: „Ein Fest, wie schön,
dann werden wir uns wiedersehn.
Schlaft gut, ihr bunten Blütensterne,
ich habe euch so furchtbar gerne!“

Dann flog sie von wo sie gekommen,
die Dahlien hat das mitgenommen.
Traurig welkten ihre Blätter
und den Rest tat dann das Wetter.

© Regina Meier zu Verl

 

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Dahlienbeet von LAGA2018/pixabay

Grünkohlzeit

Grünkohlzeit
Im Herbst, das weiß ein jeder wohl,
wächst auf dem Feld der grüne Kohl,
der dann, wenn es erst draußen friert
sein Leben schnell im Topf verliert.
Mit Mettwurst und gehackten Zwiebeln,
das darf man mir gar nicht verübeln,
mach ich mich dann über ihn her,
oh ja, ich mag ihn wirklich sehr.
Schon bald ist es wieder soweit,
ich freu mich auf die Grünkohlzeit.
© Regina Meier zu Verl

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Bildquelle Oldiefan/pixabay

Ein Herbstmorgen

Nebel liegt auf herbstlichen Wiesen,

geheimnisvoll ruht noch die Welt.

Ich wandere an Tagen wie diesen,

weil mir die Stille so gefällt.

Atme ein den Duft der feuchten Erde,

und schmecke frische kühle Luft,

während ich schweige, ruhiger werde,

betört mich feiner Morgenduft.

Am Waldrand suchen Vögel nach Beeren,

bereiten sich auf Winters Einzug vor.

Ich bin ganz still und will nicht stören,

ihr Tschilpen klingt mir wie ein Dank im Ohr.

Ganz leise, Herbst, bist du gekommen,

hast bunte Farben mitgebracht,

hast Sommerliches einfach übernommen

und deinen Stempel drauf gemacht.

Ja, mir gefällt, was ich da sehe,

verzaubert scheint mir die Natur

und während ich nach Hause gehe

erklingt ein Lied in frohem Dur.

Ich lausche und bin guter Laune,

Willkommen, Herbst, du schöne Zeit.

Ich sehe, rieche, schmecke, staune,

bin lange schon für dich bereit.

© Regina Meier zu Verl

Hier zum Anhören:

See-Idylle

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Zauberhafte Herbstzeit

Zauberhafte Herbstzeit

Blätter fallen, Blätter schweben
auf ein Bett aus Moos gemacht
gebündelt scheint das Licht soeben
beleuchtet buntes Herbstlaub sacht.

Heimlich legt der Nebel Decken
auf die Felder und die Weiden
er verbirgt die Gartenhecken
die vom Laube sich entkleiden.

Es umarmen Efeuranken
Bäume und das tu auch ich
scheuche fort trübe Gedanken
werde froh, erinnere mich.

Deine Farben machen trunken
deine Früchte nähren mich
bin in Dankbarkeit versunken
Herbstzeit, ja, ich liebe dich.

© Regina Meier zu Verl

Herbstfarbenpracht, Foto © Elke Bräunling

Herbst, Abschied und Neubeginn

Abschied und Neubeginn

Herbst – Abschied und Neubeginn

Schwebt ein Blatt mir vor den Fuß,
drauf geschrieben ist ein Gruß
in schönen Farben, leuchtend bunt,
der Herbst tut seine Ankunft kund.

Kürbisse vor Wohnungstüren,
Drachen zappeln an den Schnüren,
aus dem Schornstein steigt schon Rauch
und aus Glühweintöpfen auch.

Kinder platschen durch die Pfützen,
gut gewärmt von Schals und Mützen,
Stiefeln und auch warmen Socken –
Bratapfelgerüche locken.

Gänse schnattern auf den Weiden,
müssen bald den Tod erleiden.
Martinssänger üben Lieder
ziehn von Tür zu Tür dann wieder.

Gärten werden winterfest,
nirgends mehr ein Sommerrest.
Beete eifrig hergerichtet,
Fensterfugen abgedichtet.

Nebel auf gepflügten Feldern,
Nahrungssuche in den Wäldern,
Eichhorn sammelt fleißig ein,
Bucheckern, die schmecken fein.

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Bildquelle LoggaWiggler/pixabay

Herbst – Abschied und Neubeginn,
kommt mir wieder in den Sinn,
denn während noch die Blätter fallen,
drängt neues Leben schon in allen
Bäumen, Blumen und in Zweigen,
die sich im Frühling wieder zeigen.

© Regina Meier zu Verl

Herbstahnen

Herbstahnen

Herbstahnen

Gold‘ne Birkenblättertaler,
eingefärbt vom Herbst, dem Maler,
der eifrig seinen Pinsel schwingt
und Farbe in die Wälder bringt,
liegen zahlreich unter Bäumen,
laden ein zu feinen Träumen.

Rot getupft sind viele Blätter
und sogar bei Regenwetter
leuchten sie an ihren Zweigen,
wollen sich noch einmal zeigen,
bevor sie uns zum Abschied winken
und langsam auf den Boden sinken.

Am Himmel ziehen Vogelschwärme,
vermissen schon der Sonne Wärme,
machen zum Abflug sich bereit.
Für sie beginnt die Reisezeit.
Und wir? Wir bleiben und begrüßen
den Herbst, den viele sehr genießen.

© Regina Meier zu Verl

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Bildquelle Couleur/pixabay

An den Herbst

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Herbstzeit, ach, wie bist du schön!
Grad heute beim Spazierengehn
hat mich dein Farbenspiel verzückt
und auch dein Duft erneut beglückt.

Orange und Rot und Gelb und Grün,
Dahlien und Astern blühn,
in goldnes Sonnenlicht getaucht.
Nebel, leicht wie hingehaucht.

Letzte Früchte auf den Bäumen
laden ein zu süßen Träumen.
Äpfel mit hochroten Wangen,
tief genug, um hinzulangen.

Augenschmaus und Zungenglück,
komm, ich geb dir auch ein Stück.
Lass uns reden oder schweigen,
uns die schönsten Schätze zeigen,
die uns der September gibt –
oh Herbst, ich bin in dich verliebt!

© Regina Meier zu Verl

Dickerchen

Dickerchen

Dass es sowas Tolles gibt,
oh, ich hab mich schwer verliebt
und ich schnuppere verzückt,
diesen Duft, der mich beglückt.
Zwar ist seine Haut leicht rau,
doch betracht‘ ich ihn genau,
sehe ich die pralle Pracht,
die mich wirklich glücklich macht.

Mag ihn streicheln, ihn erkunden,
bis ich ihn, in ein paar Stunden
wasche, schneide, hacke, koche,
ach herrjeh, das reicht ‚ne Woche.
Es sei denn, ich lade Gäste
ein zu einem Kürbisfeste.
Und das ist, wie ich das seh,
eine prächtige Idee.

Nun brauche ich nur noch ein Rezept
und einen, der dich nach Hause schleppt.

© Regina Meier zu Verl

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Bildquelle Alexas_Fotos/pixabay