Sandaletten (#juniverse)

Sandaletten (#juniverse)

Sandaletten

Füße, völlig hornhautfrei,
Nägel frisch lackieren,
ein Zehenring, oder auch zwei,
dann durch sie Stadt flanieren.
Sandaletten klackern hell
auf tiefgrauem Asphalt,
Riemchen drücken ziemlich schnell,
gerne macht man Halt
und unterm Tisch zieht man sie aus,
die Folterinstrumente,
gern wäre man jetzt schon zu Haus‘,
wenn man doch fliegen könnte.

© Regina Meier zu Verl

 

Kopfsprung (juniverse)

Kopfsprung (juniverse)

Kopfsprung

Die Knie beugen und dann mit Schwung
setze an zum federnden Sprung,
Arme und Kopf zeigen voraus,
oh Mann, das sieht so mutig aus.
Tauche ein ins kühle Nass,
glaub mir, das macht richtig Spaß.
Und ist es dir einmal gut gelungen,
wird nur noch mit dem Kopf voran gesprungen.

© Regina Meier zu Verl

 

Segelboot (#juniverse)

Segelboot (#juniverse)

Segelboot

Heute bin ich Kapitän
auf einem Segelboot,
ihr solltet mich mal sehn
mich und das Abendrot.
Ach nein, das muss ja andersrum:
Das Abendrot und mich,
das hört sich falsch an, richtig dumm
so herum geht’s nicht.
Ist auch egal, wir sind halt schön,
das Abendrot und ich
ach, hättet ihr es doch gesehn,
ich spür, ihr glaubt es nicht!

© Regina Meier zu Verl
Mein Beitrag zum Aufruf meines Blogfreundes David Silbenton

Sonnenuntergang

Sonnenuntergang

Heute ist mir nur ein Minigedichtchen eingefallen, aber es ist wahr, das ist doch auch schön, oder? 🙂

Sonnenuntergang

Am Morgen geht die Sonne auf,
am Abend wieder unter.
Und ich werde, das ist bekannt,
erst dann so richtig munter.

Doch sollte ich, und das ist klar,
auf die Gesundheit achten,
dann könnte ich auch sicherlich
den Aufgang mal betrachten.

© Regina Meier zu Verl

Mein Beitrag zu einem Aufruf bei meinem Blogfreund David Silbenton

Himbeerbrause

Himbeerbrause

Wie liebten wir die Brausetütchen,
wenn wir mit angelecktem Finger
tief tauchten ein in diese Dinger
und dann hinein ins Zuckerschnütchen.

Wie wunderbar es kitzelte
Waldmeister, Himbeer und Zitrone,
wie’s auf der Zunge brizzelte,
man glaubte fast, man kann nicht ohne.

Leider hab ich hier zu Hause
Nicht Waldmeister und nicht Zitrone
ich lebe praktisch hier ganz ohne,
wie fehlt mir meine Himbeerbrause.

© Regina Meier zu Verl

Mein Beitrag zu einem Aufruf bei meinem Blogfreund David Silbenton

Biertrinkergedicht

Biertrinkergedicht

Biertrinkergedicht

Ein Pilz stand einsam und allein
am Waldesrand im Sonnenschein.
Da kam ein Wanderer daher,
den freute dessen Anblick sehr.
„Mein Lieber“, sprach er zu dem Kleinen,
„es dauert mich, ich möchte weinen,
weil du allein bist, so wie ich,
ich weiß, das schmerzt ganz fürchterlich.“
Behutsam grub er den Pilz aus
und trug ihn dann zu sich nach Haus.
Dort pflanzt er ihn ins Erdreich ein
und war fortan nicht mehr allein.
Moral:
Ein Pilzchen nur zur rechten Zeit,
vertreibt auch deine Traurigkeit.

(Oder habe ich da was verwechselt?)

© Regina Meier zu Verl

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Bildquelle Alexas_Fotos/pixabay

Der Schokoaugen-Schneemann

Der Schokoaugen-Schneemann

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Schneemann skeeze/pixabay

Der Schokoaugen-Schneemann

Ein Glitzern hell wie Sternenstaub,
unter dem Schnee ruht welkes Laub.
Bäume tragen ein weißes Gewand.
Ich liebe den Schnee und meine Hand
taucht in die flockig weichen Kristalle
und formt den Flaum zu einem Balle.

Kugeln gerollt, groß, mittel und klein,
schon bald wird der Schneemann fertig sein.
Kohlen gibt es wohl keine mehr,
wo nehme ich denn Augen her?
Eine Möhrennase fand ich noch im Stall,
um den Hals binde ich einen alten Schal
und oben auf des Schneemanns Kopf
thront stolz ein alter Suppentopf.

Er sieht leider nichts, der arme Mann.
mir fällt nicht ein, was ich machen kann
Von Phantasie fehlt mir jede Spur,
doch plötzlich hab ich’s: Kuchenglasur!
Ich finde sie gleich, muss nicht lang suchen,
da ist sie schon, die Glasur für den Kuchen.

Nun hat er Augen, schokoladenbraune
und er schaut grad so aus, als ob er staune.
Er lächelt sogar, er fühlt sich wohl,
trägt einen Handstrauß aus grünem Kohl.
Und morgen werd‘ ich, das weiß ich genau,
für ihn bauen noch aus Schnee eine Frau.

© Regina Meier zu Verl

Vier Tage noch

Vier Tage noch

Vier Tage noch

Vier Tage noch, dann ist’s soweit,
dann wird das Christkind kommen.
Schön war sie, diese Wartezeit,
so hab ich’s wahrgenommen.

Viel Ruhe gab es, Kerzenschein
und Muße zum Entspannen,
zu zweit, zu dritt, auch mal allein
beim Duft von Weihnachtstannen.

So sollt es sein, doch war es so
oder war’s nur ein Traum?
Egal, ich bin heut richtig froh
und dort steht auch der Baum.

Noch ungeschmückt wartet er drauf,
dass wir ihm Lichter schenken
und dass wir dann in seinem Glanz
des Weihnachtssinns gedenken.

Das werde ich im Kerzenschein,
ich hab’s mir vorgenommen,
zu zweit, zu dritt oder allein –
das Weihnachtsfest kann kommen.

© Regina Meier zu Verl

Geschmückte Weihnachtsfenster Foto © Regina Meier zu Verl

Der traurige Wetterhahn

Schau, der goldne Wetterhahn
auf der Kirchturmspitze
sieht die Welt von oben an,
bei Kälte und bei Hitze.

Ganz alleine thront er dort,
dreht sich stetig mit dem Wind,
träumt von einem schönen Ort,
wo auch seinesgleichen sind.

Hühner gäb‘ es da und Pflanzen,
frisches Futter und Getreide
mit den Hennen würd‘ er tanzen,
rundumher auf grüner Weide.

Krähen würde er am Morgen,
und die Menschen zeitig wecken,
ach, er hätte keine Sorgen,
würd den Rest der Welt entdecken.

Doch er muss dort oben hocken,
Tag für Tag und Jahr für Jahr
still lauscht er den Kirchenglocken
und sein Traum wird niemals wahr.

© Regina Meier zu Verl