Mama malt sich schön

Deine Bilder sind der Hammer,

sage ich und das freut Mama.

Während ich die Pinsel quäle,

malt meine Ma mit Herz und Seele.

Nicht perfekt, doch zauberschön,

ihr solltet sie dabei mal sehn.

Ihre Wangen röten sich

mit jedem feinen Pinselstrich,

und ihre lieben Augen strahlen

das kommt vom Herzensbilder malen.

Sie vergisst dabei die Zeit,

sie malt ein Kind im bunten Kleid,

mit Ringelsocken an den Füßen,

die scheinbar selbstgestrickt sein müssen.

Das sind doch meine, denke ich.

Ja klar, ich bin’s, ich freue mich

als ich mich selbst im Bild erblick,

in meinen Augen strahlt das Glück.

In echt, nicht nur auf dem Papier,

Mamaschatz, ich danke dir!

© Regina Meier zu Verl

Badehose (#juniverse)

Badehose

In meinem Gartenswimmingpool
sieht mich keiner, das ist gut,
drum brauche ich, um nackt zu baden
keine Hose, keinen Hut.
Ich springe so, wie Gott mich schuf,
in das kühle Nass
und wenn ich nach dem Handtuch ruf,
dann bringt mein Mann mir das.
Ich hab es wirklich richtig gut,
ich weiß das und genieße
und weil mein Schatz das für mich tut,
massier ich ihm die Füße.

© Regina Meier zu Verl

Lagerfeuer (#juniverse)

Lagerfeuer

Was wird einmal aus meinen Briefen,
wenn ich die Welt verlassen muss?
Briefe, die über Jahre liefen,
der Austausch damals ein Genuss.
Ein jedes Wort an mich gerichtet,
ich weiß die Antworten genau,
sehr oft hab ich sie dir gedichtet,
das Briefpapier war himmelblau.
Die Briefe flogen in die Ferne,
und doch waren wir uns ganz nah,
ich hatte dich, mein Freund so gerne,
wie’s dir wohl geht? Bist du noch da?
Diese Briefe sind ein Schatz,
ich bewahre sie im Herzen,
doch nun finden sie den Platz
im Feuer und die Flammen schmerzen
ein wenig nur, es muss so sein,
ich will unser Geheimnis wahren,
wehmütig schau ich ins Feuer hinein.
Wie gute Freunde wir doch waren!

© Regina Meier zu Verl

 

Schwimmflügel (#juniverse)

Schwimmflügel

Ich hätte gerne Schwimmflügel,
dann schwömme ich durchs Meer
und wenn ich nicht mehr schwimmen könnt,
dann flög‘ ich drüber her.
Ach, das wäre ja so schön,
könnte es mir gelingen,
dann könnte ich dich wiedersehn
und würd vor Freude singen.

© Regina Meier zu Verl

Sandaletten (#juniverse)

Sandaletten

Füße, völlig hornhautfrei,
Nägel frisch lackieren,
ein Zehenring, oder auch zwei,
dann durch sie Stadt flanieren.
Sandaletten klackern hell
auf tiefgrauem Asphalt,
Riemchen drücken ziemlich schnell,
gerne macht man Halt
und unterm Tisch zieht man sie aus,
die Folterinstrumente,
gern wäre man jetzt schon zu Haus‘,
wenn man doch fliegen könnte.

© Regina Meier zu Verl

 

Kopfsprung (juniverse)

Kopfsprung

Die Knie beugen und dann mit Schwung
setze an zum federnden Sprung,
Arme und Kopf zeigen voraus,
oh Mann, das sieht so mutig aus.
Tauche ein ins kühle Nass,
glaub mir, das macht richtig Spaß.
Und ist es dir einmal gut gelungen,
wird nur noch mit dem Kopf voran gesprungen.

© Regina Meier zu Verl

 

Segelboot (#juniverse)

Segelboot

Heute bin ich Kapitän
auf einem Segelboot,
ihr solltet mich mal sehn
mich und das Abendrot.
Ach nein, das muss ja andersrum:
Das Abendrot und mich,
das hört sich falsch an, richtig dumm
so herum geht’s nicht.
Ist auch egal, wir sind halt schön,
das Abendrot und ich
ach, hättet ihr es doch gesehn,
ich spür, ihr glaubt es nicht!

© Regina Meier zu Verl
Mein Beitrag zum Aufruf meines Blogfreundes David Silbenton

Sonnenuntergang

Heute ist mir nur ein Minigedichtchen eingefallen, aber es ist wahr, das ist doch auch schön, oder? 🙂

Sonnenuntergang

Am Morgen geht die Sonne auf,
am Abend wieder unter.
Und ich werde, das ist bekannt,
erst dann so richtig munter.

Doch sollte ich, und das ist klar,
auf die Gesundheit achten,
dann könnte ich auch sicherlich
den Aufgang mal betrachten.

© Regina Meier zu Verl

Mein Beitrag zu einem Aufruf bei meinem Blogfreund David Silbenton

Himbeerbrause

Wie liebten wir die Brausetütchen,
wenn wir mit angelecktem Finger
tief tauchten ein in diese Dinger
und dann hinein ins Zuckerschnütchen.

Wie wunderbar es kitzelte
Waldmeister, Himbeer und Zitrone,
wie’s auf der Zunge brizzelte,
man glaubte fast, man kann nicht ohne.

Leider hab ich hier zu Hause
Nicht Waldmeister und nicht Zitrone
ich lebe praktisch hier ganz ohne,
wie fehlt mir meine Himbeerbrause.

© Regina Meier zu Verl

Mein Beitrag zu einem Aufruf bei meinem Blogfreund David Silbenton

Biertrinkergedicht

Biertrinkergedicht

Ein Pilz stand einsam und allein
am Waldesrand im Sonnenschein.
Da kam ein Wanderer daher,
den freute dessen Anblick sehr.
„Mein Lieber“, sprach er zu dem Kleinen,
„es dauert mich, ich möchte weinen,
weil du allein bist, so wie ich,
ich weiß, das schmerzt ganz fürchterlich.“
Behutsam grub er den Pilz aus
und trug ihn dann zu sich nach Haus.
Dort pflanzt er ihn ins Erdreich ein
und war fortan nicht mehr allein.
Moral:
Ein Pilzchen nur zur rechten Zeit,
vertreibt auch deine Traurigkeit.

(Oder habe ich da was verwechselt?)

© Regina Meier zu Verl

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Bildquelle Alexas_Fotos/pixabay