Lügengedicht *

Lügengedicht

Lügengedicht

Auf der Weide steht die Berta,
neben ihr die schöne Herta
und sie schmatzen
und sie kauen
von dem Gras, dem himmelblauen.

„Herta, Berta, kommt nach Hause,
denn dort melken wir die Brause,
die ist lecker
und gesund
und sie kribbelt schön im Mund.“

Doch die Kühe schütteln´s Haupt.
„Melken ist heut´ nicht erlaubt.
Heut´ ist Sonntag,
Ausruhzeit.
Wir wissen das, wir sind gescheit.“

Bauer Friedrich kommt mit Stricken,
lässt sich nicht nach Hause schicken.
Will sie packen,
muss erfahren,
dass die Kühe schneller waren.

Blitzeschnell und ohne Mühe,
wie es sich gehört für Kühe,
sind sie
über´n Zaun geflogen.
Das ist wirklich nicht gelogen.

Und ihr Schwanz wird zum Propeller,
dadurch wird der Flug noch schneller
und sie landen
elegant
unversehrt am Waldesrand.

Wieder schmatzen sie und kauen
von dem Gras, dem himmelblauen,
doch am Montag,
welch ein Glück,
zieht es sie nach Haus zurück.

© Regina Meier zu Verl

 

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Bildquelle Marys_fotos/pixabay

 

Mit einem Augenzwinkern zu lesen

Mit einem Augenzwinkern zu lesen

Es gibt ja so Dinge, denen einfach zu wenig Bedeutung beigemessen wird. Eigentlich wollte ich gar nicht drüber schreiben. Ich tu es nun doch, weil ich mich tagelang damit beschäftigt habe und gerade heute wieder daran erinnert wurde, denn genau einen Monat ist es her, dass ich etwas für mich entdeckt habe, das mir den Alltag und mein Wohlbefinden enorm erleichtert.

Man könnte jetzt denken, dass ich ein wenig spinne, wenn ich gleich erzähle, worum es denn eigentlich geht. Vielleicht ist da draußen aber auch jemand, der denkt: Hätte sie doch eher davon geschrieben, ich habe das gleiche Problem oder wenn ich das gewusst hätte, dann hätte ich ihr helfen können.
Da hier ja der ein- oder andere Mann mitliest, erkläre ich gleich vorab, dass es sich um ein Luxusproblem handelt, mit dem Mann eher nicht in Berührung kommt. Es sei denn, dass die Freundin, Ehefrau oder Geliebte sich mit einem ähnlichen Ärgernis herumschlagen muss. In diesem Fall sollte Mann weiterlesen, denn es ist ja bald Valentinstag, da wäre das, was ich entdeckt habe eine schöne Zugabe zum Lieblingsduft oder Blumenbouquet. Es ist auch gar nicht teuer!

Also: es geht um Folgendes: Im Laufe der Jahre hat sich meine Figur ein wenig verändert. Grundsätzlich bin ich zufrieden. Ich finde auch immer ein nettes Outfit, das mir gut steht und in dem ich mich wohlfühle. Wäre da nicht dieses Unterwäscheproblem, das mich seit Jahren nervt. Es geht um den BH. Ich habe das Gefühl, dass sich meine Rippen etwas mehr Platz verschafft haben, als es ursprünglich der Fall war, sprich, die Unterbrustweite – ja, so heißt das – hat sich vergrößert. Nicht aber die Körbchengröße, auch Männer wissen mit diesem Begriff etwas anzufangen, nicht wahr?

Jetzt ist es aber so, dass, wenn das Körbchen passt, die Unterbrustweite aber nicht zum Körbchen passt, also zu eng ist. Kennt ihr das, wenn Frau sich nicht traut einzuatmen, weil es schmerzt wie Hulle? Ständig zuppelt man an sich herum und, so ging es mir, kaum ist Frau zu Hause angekommen, fliegt als erstes der BH in die Ecke, damit mal wieder so richtig durchgeatmet werden kann.
Es ist ja nicht damit getan, einen größeren BH zu kaufen, also einen, der eine größere Unterbrustweite hat, denn der hat dann auch entsprechend größere Körbchen und dann schlabbert es da und sitzt nicht und sieht auch gar nicht schön aus, das ginge höchstens unter einem Schlabberpulli oder Kartoffelsack.
Doch, es gibt eine Lösung: „BH-Verlängerungen“. Gegoogelt, gefunden, für nützlich befunden. Doch wie komm ich an diese Dinger?

Vor genau einem Monat war ich also in der nächst größeren Stadt, musste sowieso da hin, und nahm mir vor, BH-Verlängerungen zu kaufen. Google sagte mir, dass es die sowohl im D*M Drogeriemarkt, als auch beim Klamottenladen mit den zwei großen Buchstaben, der eigentlich nur Mode für Zwerge und Elfen führt gibt. Ich also zum Drogeriemarkt, zunächst versuchte ich es ohne Hilfe, fand aber nichts. Also fragte ich eine freundliche Verkäuferin, die wusste nicht, was das ist. Ich erklärte ihr: Das ist ein Stückchen Stoff mit zwei oder drei Haken an der einen Seite und zwei oder drei Ösen an der anderen Seite, das Ding hakt man an den BH-Verschluss und bekommt dadurch eine größere Unterbrustweite. Die Verkäuferin fand das spannend. Helfen konnte sie mir aber nicht. Ich bedankte mich, hatte ja noch die Möglichkeit, den Klamottenladen für Elfen aufzusuchen. In der Wäscheabteilung fand ich tolle BHs, alle zu eng natürlich. Ich fragte also die junge Verkäuferin nach den Verlängerungen.
„Wie meinen?“, fragte sie und schaute mich an wie ein Ufo. „Bei uns gibt solchen … wie heißen die Dings?“
Zwecklos, dachte ich mir und legte die hübschen BHs wieder zurück. Die würde ich sowieso nicht tragen können, jedenfalls nicht ohne die Verlängerung. Ich verabschiedete mich und fuhr wieder ins Erdgeschoss, dort fragte ich an der Information nach und sagte gleich dazu, dass im Internet stehe, dass sie das haben sollten.
„Wie meinen?“, fragte die junge Dame ebenfalls. Nun gut, sie verstand mich nicht oder sie wollte mich nicht verstehen. Mitleidig schaute sie mich an, so, als wollte sie sagen: Arme Frau, braucht Dinge, die es nicht gibt
.
Ich wurde so langsam etwas wütend, besser gesagt: ich wurde sehr wütend. Grußlos verließ ich den Elfenladen und dann hatte ich einen Gedankenblitz „K*rstadt – Haushaltswarenabteilung“
Treffer auf der ganzen Linie. BH-Verlängerungen in schwarz, weiß und hautfarben, mit zwei Haken, drei Haken oder vier Haken. Ich war im Paradies, auch die Verkäuferin hatte mich auf Anhieb verstanden. Ich kaufte alle zwei-hakigen in allen vorhandenen Farben und zahlte 3,75 Euro.
Seitdem geht es mir gut, ich habe jetzt Unterwäsche, die passt und in der ich auch atmen kann. Das ist so toll. Das schönste Weihnachtsgeschenk, das ich mir machen konnte und so preisgünstig – andererseits kann ich nun viel mehr schicke BHs kaufen, denn dank der Verlängerungen passen die ja nun alle, tja!
Tipp für alle, die nun auch so ein Ding haben wollen: es gibt sie sogar bei R*ssmann und das wäre direkt hier vor Ort gewesen, na ja, wenn meine mal kaputt sind, weiß ich ja jetzt Bescheid.

© Regina Meier zu Verl

Lügengedicht

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Auf der Weide steht die Berta,
neben ihr die schöne Herta
und sie schmatzen
und sie kauen
von dem Gras, dem himmelblauen.

„Herta, Berta, kommt nach Hause,
denn dort melken wir die Brause,
die ist lecker
und gesund
und sie kribbelt schön im Mund.“

Doch die Kühe schütteln´s Haupt.
„Melken ist heut´ nicht erlaubt.
Heut´ ist Sonntag,
Ausruhzeit.
Wir wissen das, wir sind gescheit.“

Bauer Friedrich kommt mit Stricken,
lässt sich nicht nach Hause schicken.
Will sie packen,
muss erfahren,
dass die Kühe schneller waren.

Blitzeschnell und ohne Mühe,
wie es sich gehört für Kühe,
sind sie
über´n Zaun geflogen.
Das ist wirklich nicht gelogen.

Und ihr Schwanz wird zum Propeller,
dadurch wird der Flug noch schneller
und sie landen
elegant
unversehrt am Waldesrand.

Wieder schmatzen sie und kauen
von dem Gras, dem himmelblauen,
doch am Montag,
welch ein Glück,
zieht es sie nach Haus zurück.

© Regina Meier zu Verl

 

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Bildquelle Marys_fotos/pixabay