Der Schokoaugen-Schneemann

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Schneemann skeeze/pixabay

Der Schokoaugen-Schneemann

Ein Glitzern hell wie Sternenstaub,
unter dem Schnee ruht welkes Laub.
Bäume tragen ein weißes Gewand.
Ich liebe den Schnee und meine Hand
taucht in die flockig weichen Kristalle
und formt den Flaum zu einem Balle.

Kugeln gerollt, groß, mittel und klein,
schon bald wird der Schneemann fertig sein.
Kohlen gibt es wohl keine mehr,
wo nehme ich denn Augen her?
Eine Möhrennase fand ich noch im Stall,
um den Hals binde ich einen alten Schal
und oben auf des Schneemanns Kopf
thront stolz ein alter Suppentopf.

Er sieht leider nichts, der arme Mann.
mir fällt nicht ein, was ich machen kann
Von Phantasie fehlt mir jede Spur,
doch plötzlich hab ich’s: Kuchenglasur!
Ich finde sie gleich, muss nicht lang suchen,
da ist sie schon, die Glasur für den Kuchen.

Nun hat er Augen, schokoladenbraune
und er schaut grad so aus, als ob er staune.
Er lächelt sogar, er fühlt sich wohl,
trägt einen Handstrauß aus grünem Kohl.
Und morgen werd‘ ich, das weiß ich genau,
für ihn bauen noch aus Schnee eine Frau.

© Regina Meier zu Verl

Hey, Schneekugelmann

Hey, SchneekugelmannHey, Schneekugelmann,

du schaust so traurig aus,
sicher willst du da raus.
Du bist so stark und wieder nicht,
das Glas, es hält und niemals bricht.

Hey, Schneekugelmann,

ich würde helfen, aber wie,
mit Kraft alleine klappt das nie,
vielleicht versuche ich’s mit Singen,
bringt das die Glaskuppel zum Springen?

Hey, Schneekugelmann,

Dein Anblick tut im Herzen weh,
mir fehlt die rettende Idee,
wie lange hältst du das noch aus,
wie kriegen wir dich nur da raus?

Hey, Schneekugelmann,

jetzt weiß ich’s, ich mach mich ganz klein
und komme dann zu dir herein.
Dann sind wir beide nicht mehr einsam
und planen unser Glück gemeinsam.

Hey, Schneekugelmann,

rück mal ein Stück,
hier kommt dein Glück!

© Regina Meier zu Verl

Schneekugelmann
Bildquelle Alexas_Fotos/pixabay

Die Weihnachtskatze

Die Weihnachtskatze

Ich habe ganz heimlich durchs Fenster geschaut,
im Zimmer erschien mir gar alles vertraut.
Die Menschen, die Bilder, der Kerzenlichtschein,
wie gern wollte ich eine von ihnen sein.

Sie sangen und lachten, sie herzten und küssten,
und plötzlich sah’n alle, als ob sie es wüssten
zum Fenster hin. Hatten sie mich entdeckt?
Schnell hab ich mich hinter der Hecke versteckt.

Wie ein Dieb in der Nacht, so fühlte ich mich,
als ich leise zum nächsten Fensterchen schlich.
Die Pfoten, sie schmerzten, mein Bäuchlein war leer,
wo bekam ich denn nur was Essbares her?

Vor Erschöpfung schlief ich dann im Hauseingang ein
und träumte von Hühnchen und Braten und Wein,
als mir plötzlich eine Hand zärtlich über’s Fell strich.
Komm rein, kleine Katze, hier ist Platz für dich.

Man schuf mir ein Plätzchen ganz nah beim Kamin
und stellte ein Schälchen mit Futter mir hin.
Glücklich war ich und ich schnurrte ganz leise
eine Katzendankeschön-Weihnachtsweise.

© Regina Meier zu Verl 

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Die kleine Meise*

Ja, ich weiß es, kleine Meise,
du machst keine Winterreise.
Du bleibst hier, genau wie ich,
deshalb sorge ich für dich.
Schau, hier sind ganz viele Kerne,
magst du die denn auch so gerne?
Sie sind gesund und nähren dich,
ich lass dich wirklich nicht im Stich.
Komm nur immer wieder her,
ich warte und ich freu mich sehr,
wenn deine Freunde dich begleiten
in diesen harten Winterzeiten.

© Regina Meier zu Verl

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Bildquelle Oldiefan/pixabay

Der Winterspatz und die kleine Spielzeugmaus

Der Winterspatz und die kleine Spielzeugmaus

Im Garten steht ein Vogelhaus,
das Dach ist schneebedeckt.
Darin liegt eine Spielzeugmaus,
der Spatz hat sie entdeckt.

‚Hey, Maus, verschwinde’, schimpft er laut
und schlägt wild mit den Flügeln.
‚Du hast mir doch wohl nichts geklaut?
Dann werd’ ich dich verprügeln!’

Die Maus liegt still, sie rührt sich nicht.
Wie sollte sie’s auch machen?
Der Spatz blickt bös’ ins Mausgesicht,
das scheint, als würd es lachen.

‚Ja lach du nur, du wirst schon sehn,
am Ende lache ich!
Das Grinsen wird dir noch vergehn,
Mäuschen, ich warne dich.’

Übers schneebedeckte Beet
schleicht der Kater Jack.
Der Spatz hat ihn sogleich erspäht
und piepst: ‚Ich bin schon weg!’

Am Birkenstamm klettert dann Jack
hinauf zum Vogelhaus.
‚Da bist du ja, mein Mausespeck’,
ruft er begeistert aus.

Jetzt hat der Spatz das Vogelhaus
für sich ganz alleine.
Der Jack, er nahm das Mäuschen mit,
er liebt sie doch, die Kleine.

Er leckt ihr zart das Mäusefell,
dann schläft er selig ein.
Wer ist denn schon auf dieser Welt
ganz ohne Freund allein?

© Regina Meier zu Verl

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Bildquelle Capri23auto/pixabay

Wann kommst du, Schnee?

Wann kommst du, Schnee?

Wann kommst du, Schnee?
Wenn ich dich seh,
dann lacht mein Herz vor Freude.

Die Mütze auf, die Handschuh an,
damit ich sie genießen kann,
die Welt im weißen Kleide.

Alles scheint dann so schön sauber,
ich liebe diesen Winterzauber.
Wann kommst du, Schnee?

© Regina Meier zu Verl

Noch ein Gedicht vom Warten auf den Schnee findet ihr hier „Wann schneit es denn endlich?“


Hier ist er schon, der ersehnte Schnee – Foto (c) Regina Meier zu Verl

Der Kirchturm

Der Kirchturm

Der Kirchturm wacht über den Ort,
erhaben, stolz streckt er sein Haupt.
Er bleibet da, geht niemals fort
lädt ein den Menschen, der da glaubt.

Doch auch zum Innehalten nur
die Kirchentür steht offen.
Lausch der Musik in Moll und Dur,
zum Danken, Bitten, Hoffen.

Und nicht nur in der Weihnachtszeit
ist’s Christkind dort zu Gast.
Komm auch, der Weg ist gar nicht weit,
damit du Freude hast.

© Regina Meier zu Verl

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Bildquelle Hans/pixabay

 

Mäuseweihnacht

Mäuseweihnacht

Mäuseweihnacht

Was machst du hier in unsrer Küche,
was hast du hier zu suchen?
Lockten dich etwa Gerüche
vom Braten und vom Kuchen?

Du bist fürwahr sehr niedlich,
doch geh jetzt in den Garten.
Bin im Moment noch friedlich
doch würde ich nicht warten

bis Mama dich gleich hier entdeckt,
sie wird ganz furchtbar toben.
Ich hätte dich ja gern versteckt,
horch, da kommt sie von oben.

Schnell, schnell, verschwinde doch du Wicht,
sonst geht’s dir an den Kragen
und das will ich nun wirklich nicht,
drum muss ich dich verjagen.

Geh zu den Deinen und bestell
nen schönen Gruß von mir.
Wenn du gehorchst, dann leg ich schnell
Was Leckres vor die Tür.

Wenn Niklaus kommt, in ein paar Tagen,
dann komm nur wieder her.
Dann gibt’s noch was für deinen Magen,
das hoffe ich doch sehr.

Wenn er mir was im Stiefel lässt
kannst du auch gerne naschen.
Das wird für dich ein Schlemmerfest,
fülle dir auch die Taschen

für die Familie Mäuserich,
ich gönne es euch sehr.
Ich habe genug für dich und mich
und noch ein bisschen mehr.

© Regina Meier zu Verl

Puderschnee

Puderschnee

 

Puderschnee

Auf den Dächern liegt ein Hauch
weißer Schnee wie Puder fein
auf den Autoscheiben auch,
Scheibenwischer frieren ein.

Frost kriecht durch die Fensterritzen
Kälte breitet rasch sich aus,
wünschte mir ich würd jetzt schwitzen,
doch kühl ist es im ganzen Haus.

Starre Finger, blau gefroren,
schmerzen, Lippenhaut reißt ein,
keine Mütze auf den Ohren
ich sollte etwas klüger sein.

Werde mich wohl wärmer kleiden
Schließlich ist jetzt Winterzeit,
eigentlich mag ich es leiden,
wenn es dicke Flocken schneit.

© Regina Meier zu Verl

Damals im Dezember

DAMALS IM DEZEMBER

Damals im Dezember

Über Nacht war der Winter gekommen,
Hatt’ den Bäumen letzte Blätter genommen,
eine dünne Eisschicht auf Pfützen gelegt,
den Menschen die Mützen vom Kopf gefegt.

Dann waren weiße Flocken gefallen,
uns Kindern hat das so sehr gefallen.
Fenster erstrahlten im Kerzenlichte,
im Haus ersann man Weihnachtsgedichte.

Strohsterne bastelten wir, Glitzerkarten,
die Christbaumbeleuchtung erhellte den Garten.
Im Haus roch es herrlich nach Zimt und Gebäck,
Hausmäuse schleppten die Krümel ins Versteck.

Am Abend las Mutter Geschichten vor,
vom Niklaus, Knecht Ruprecht, dem Engelschor.
Auf’s Christkind zu warten war wunderbar,
selbst dann noch, als ich schon viel älter war.

Erinnern an vergangene Zeiten,
die uns noch heute Freude bereiten.
Herrlich, die Kindheit, voller Vertrauen,
wie schön ist es einmal zurückzuschauen.

Vielen von denen, die uns getragen,
können wir nicht mehr Dankeschön sagen,
doch bleiben sie in unseren Herzen,
sind bei uns im Licht der Weihnachtskerzen.

© Regina Meier zu Verl