Die Weihnachtskatze

Die Weihnachtskatze

Ich habe ganz heimlich durchs Fenster geschaut,
im Zimmer erschien mir gar alles vertraut.
Die Menschen, die Bilder, der Kerzenlichtschein,
wie gern wollte ich eine von ihnen sein.

Sie sangen und lachten, sie herzten und küssten,
und plötzlich sah’n alle, als ob sie es wüssten
zum Fenster hin. Hatten sie mich entdeckt?
Schnell hab ich mich hinter der Hecke versteckt.

Wie ein Dieb in der Nacht, so fühlte ich mich,
als ich leise zum nächsten Fensterchen schlich.
Die Pfoten, sie schmerzten, mein Bäuchlein war leer,
wo bekam ich denn nur was Essbares her?

Vor Erschöpfung schlief ich dann im Hauseingang ein
und träumte von Hühnchen und Braten und Wein,
als mir plötzlich eine Hand zärtlich über’s Fell strich.
Komm rein, kleine Katze, hier ist Platz für dich.

Man schuf mir ein Plätzchen ganz nah beim Kamin
und stellte ein Schälchen mit Futter mir hin.
Glücklich war ich und ich schnurrte ganz leise
eine Katzendankeschön-Weihnachtsweise.

© Regina Meier zu Verl 

Photo by u0410u043bu0435u043au0441u0430u043du0434u0430u0440 u0426u0432u0435u0442u0430u043du043eu0432u0438u045b on Pexels.com

Vier Tage noch

Vier Tage noch

Vier Tage noch, dann ist’s soweit,
dann wird das Christkind kommen.
Schön war sie, diese Wartezeit,
so hab ich’s wahrgenommen.

Viel Ruhe gab es, Kerzenschein
und Muße zum Entspannen,
zu zweit, zu dritt, auch mal allein
beim Duft von Weihnachtstannen.

So sollt es sein, doch war es so
oder war’s nur ein Traum?
Egal, ich bin heut richtig froh
und dort steht auch der Baum.

Noch ungeschmückt wartet er drauf,
dass wir ihm Lichter schenken
und dass wir dann in seinem Glanz
des Weihnachtssinns gedenken.

Das werde ich im Kerzenschein,
ich hab’s mir vorgenommen,
zu zweit, zu dritt oder allein –
das Weihnachtsfest kann kommen.

© Regina Meier zu Verl

Geschmückte Weihnachtsfenster Foto © Regina Meier zu Verl

Der kleine Strohstern – Gedicht

Der kleine StrohsternDer kleine Strohstern

Ein kleines Sternchen sagte froh:
Ich bin nicht nur ein Stern aus Stroh.
Zu Weihnachten häng ich am Baum
und das ist wahr, nicht nur ein Traum!

Da gehörst du gar nicht hin,
ich bin hier die Königin!
sprach die Kugel arrogant,
weil sie sich so entzückend fand.

Ein Stern war es, der in der Nacht
Licht über Bethlehem gemacht,
damit man es findet, das Kind im Stall.
Das weiß man schließlich überall.

Er hatte Recht, der kleine Stern.
Die Kugel hört das gar nicht gern,
doch schwieg sie still, war sehr gescheit,
er führt zu nichts, der dumme Neid!

© Regina Meier zu Verl

Sterne und Kugeln in trauter Einigkeit Foto © Regina Meier zu Verl

Der Winterspatz und die kleine Spielzeugmaus

Der Winterspatz und die kleine Spielzeugmaus

Im Garten steht ein Vogelhaus,
das Dach ist schneebedeckt.
Darin liegt eine Spielzeugmaus,
der Spatz hat sie entdeckt.

‚Hey, Maus, verschwinde’, schimpft er laut
und schlägt wild mit den Flügeln.
‚Du hast mir doch wohl nichts geklaut?
Dann werd’ ich dich verprügeln!’

Die Maus liegt still, sie rührt sich nicht.
Wie sollte sie’s auch machen?
Der Spatz blickt bös’ ins Mausgesicht,
das scheint, als würd es lachen.

‚Ja lach du nur, du wirst schon sehn,
am Ende lache ich!
Das Grinsen wird dir noch vergehn,
Mäuschen, ich warne dich.’

Übers schneebedeckte Beet
schleicht der Kater Jack.
Der Spatz hat ihn sogleich erspäht
und piepst: ‚Ich bin schon weg!’

Am Birkenstamm klettert dann Jack
hinauf zum Vogelhaus.
‚Da bist du ja, mein Mausespeck’,
ruft er begeistert aus.

Jetzt hat der Spatz das Vogelhaus
für sich ganz alleine.
Der Jack, er nahm das Mäuschen mit,
er liebt sie doch, die Kleine.

Er leckt ihr zart das Mäusefell,
dann schläft er selig ein.
Wer ist denn schon auf dieser Welt
ganz ohne Freund allein?

© Regina Meier zu Verl

aviary-3972469_1280
Bildquelle Capri23auto/pixabay

Der Traum

Der TraumDer Traum

Das Christkind schenkte mir im Traum
einen schönen Weihnachtsbaum,
der anders war als in den Jahren,
da wir noch alle Kinder waren.

Es hingen keine Kugeln dran,
kein Engelhaar, kein Räuchermann.
Nur Fensterchen an goldnen Fäden
mit winzig kleinen Fensterläden.

Schaut ich durch eines der Fenster hinaus,
sah ich den Garten vor unsrem Haus.
Dort stand ein Schneemann mit frohem Gesicht.
Ich traute meinen Augen nicht.

Durchs nächste Fenster sah ich dann,
erblickte dort den Weihnachtsmann,
er kam auf mich zu und sagte ganz leise:
Sing mir eine Weihnachtsweise.

Ich sah noch die Engel im hellen Licht,
in weißen Gewändern, sie sahen mich nicht.
Ihr Anblick war so wunderschön,
wie gern würd ich sie nochmal sehn.

Leider bin ich dann erwacht,
es war der Tag vor der Heiligen Nacht.
Im Wohnzimmer stand schon der Tannenbaum,
mit Fensterchen dran, so wie im Traum.

© Regina Meier zu Verl

Von Kindergartenkindern geschmückt Foto © Regina Meier zu Verl

Das Wunder in der Krippe

IMG_20181109_101654
Das Wunder in der Krippe

Hinter dem großen Himmelstor
fehlt ein Englein heut im Chor.
Wo ist es nur, fragt man erschreckt,
wo hat es sich denn nur versteckt?

Sie suchen und suchen und finden es nicht,
selbst Petrus macht ein besorgtes Gesicht.
Das Englein war und blieb verschwunden,
wahrscheinlich schon seit vielen Stunden.

Auf Erden ist wieder Advent,
die Menschen haben, wie man’s kennt,
die Häuser geschmückt mit Sternen und Lichtern,
ein Strahlen liegt auf ihren Gesichtern.

Am Heiligabend, im Gemeindesaal,
beim Krippenspiel eine große Zahl
von Kindern, Eltern und Verwandten
lauscht bereits den Musikanten.

Maria und Josef sind aufgeregt,
der Text ist bekannt, doch die Stimme belegt.
Die Generalprobe verlief doch gut,
sie lächeln sich an und machen sich Mut.

Dann, endlich hat das Spiel begonnen,
das Lampenfieber ist zerronnen.
Als sie in ihren Stall einzieh‘n,
liegt das Christkind schon in der Krippe drin.

Maria und Josef sind starr vor Staunen
Und durch die Gemeinde geht ein Raunen.
Ein Weihnachtswunder ist geschehen,
auch die Himmelsbewohner können es sehen.

Nachsichtlich lächelte Petrus und sprach:
Das macht dem Englein nur nicht nach,
sonst gibt es Ärger sicherlich,
seid ihr auch nett, der Chef bin ich!

© Regina Meier zu Verl

Mäuseweihnacht

Mäuseweihnacht

Mäuseweihnacht

Was machst du hier in unsrer Küche,
was hast du hier zu suchen?
Lockten dich etwa Gerüche
vom Braten und vom Kuchen?

Du bist fürwahr sehr niedlich,
doch geh jetzt in den Garten.
Bin im Moment noch friedlich
doch würde ich nicht warten

bis Mama dich gleich hier entdeckt,
sie wird ganz furchtbar toben.
Ich hätte dich ja gern versteckt,
horch, da kommt sie von oben.

Schnell, schnell, verschwinde doch du Wicht,
sonst geht’s dir an den Kragen
und das will ich nun wirklich nicht,
drum muss ich dich verjagen.

Geh zu den Deinen und bestell
nen schönen Gruß von mir.
Wenn du gehorchst, dann leg ich schnell
Was Leckres vor die Tür.

Wenn Niklaus kommt, in ein paar Tagen,
dann komm nur wieder her.
Dann gibt’s noch was für deinen Magen,
das hoffe ich doch sehr.

Wenn er mir was im Stiefel lässt
kannst du auch gerne naschen.
Das wird für dich ein Schlemmerfest,
fülle dir auch die Taschen

für die Familie Mäuserich,
ich gönne es euch sehr.
Ich habe genug für dich und mich
und noch ein bisschen mehr.

© Regina Meier zu Verl

Damals im Dezember

DAMALS IM DEZEMBER

Damals im Dezember

Über Nacht war der Winter gekommen,
Hatt’ den Bäumen letzte Blätter genommen,
eine dünne Eisschicht auf Pfützen gelegt,
den Menschen die Mützen vom Kopf gefegt.

Dann waren weiße Flocken gefallen,
uns Kindern hat das so sehr gefallen.
Fenster erstrahlten im Kerzenlichte,
im Haus ersann man Weihnachtsgedichte.

Strohsterne bastelten wir, Glitzerkarten,
die Christbaumbeleuchtung erhellte den Garten.
Im Haus roch es herrlich nach Zimt und Gebäck,
Hausmäuse schleppten die Krümel ins Versteck.

Am Abend las Mutter Geschichten vor,
vom Niklaus, Knecht Ruprecht, dem Engelschor.
Auf’s Christkind zu warten war wunderbar,
selbst dann noch, als ich schon viel älter war.

Erinnern an vergangene Zeiten,
die uns noch heute Freude bereiten.
Herrlich, die Kindheit, voller Vertrauen,
wie schön ist es einmal zurückzuschauen.

Vielen von denen, die uns getragen,
können wir nicht mehr Dankeschön sagen,
doch bleiben sie in unseren Herzen,
sind bei uns im Licht der Weihnachtskerzen.

© Regina Meier zu Verl

Weihnachtsfriede

angel-919861_960_720
Engel am Weihnachtsbaum Hans/pixabay

Weihnachtsfriede

Wie schön ist doch die Weihnachtszeit,
in allen Fenstern leuchten Kerzen,
Weihnachtsmusik berührt die Herzen,
am schönsten ist es, wenn es schneit.

Wie gern hab ich als Kind gesungen,
vom Christkind und vom Tannenbaum,
von Engeln und vom Friedenstraum.
Wie schön hat jedes Lied geklungen.

Wie spannend war für uns das Warten
aufs Christkind, das Geschenke bracht
am Heiligabend in der Nacht.
Nach Spuren suchten wir im Garten.

Geheimnisvoll war all das Treiben,
es roch nach Zimt und Tannenduft,
es lag ein Staunen in der Luft.
Ach, könnte es doch immer bleiben.

Durch Ruhe und Besinnlichkeit
erhalten wir uns dieses Glück,
holen die Freude uns zurück,
erleben froh die Weihnachtszeit.

Ach, könnte doch für alle sein
Friede auf der Welt!
Das ist es, was zählt,
nicht nur im Weihnachtskerzenschein.

© Regina Meier zu Verl

Krippenspiel im Kindergarten

Krippenspiel im Kindergarten

Krippenspiel im Kindergarten,
Eltern, Kinder, Gäste warten.
Das Spiel ist sehr gut vorbereitet.
Der Flötenchor, der es begleitet,
übte wochenlang dafür
und schon erklingt: Macht hoch die Tür.

Die Hirten müssen noch unbedingt raufen,
bei Maria beginnt die Nase zu laufen.
Die Schafe schwitzen unter dem Felle
und Josef muss mal, so auf die Schnelle.

Der Esel scharrt schon mit den Hufen,
der Ochse fällt über die Stufen,
in der Krippe liegt das Baby von Streits,
es fürchtet sich und deshalb schreit’s.

Zum Schluss läuft alles doch recht gut
und der Applaus, wie gut der tut.
Der Engel strahlt unterm Heiligenschein,
ach, könnte doch immer Weihnachten sein.

© Regina Meier zu Verl