Engel der Obdachlosen

Vorwort:
Die Geschichte stammt aus einer Sammlung mehrerer Geschichten rundum den Advent und Weihnachten. In der Rahmenhandlung befinden wir uns in einem Café und dort treffen die unterschiedlichsten Menschen aufeinander. Insgesamt sind es 20 Begegnungen, eine davon möchte ich hier vorstellen.

„Engel der Obdachlosen“

Heute ist es ruhig im Café. Ein jüngerer Mann sitzt an einem Tisch in der Nische, er scheint nervös zu sein, denn immer wieder schaut er auf seine Uhr. Sarah bringt ihm einen Kaffee und ein großes Glas Wasser. Auf ihre freundlichen Worte reagiert er kaum. Nach einer Viertelstunde betritt ein weiterer, älterer Man den Raum, schaut sich suchend um und begrüßt dann den Jüngeren. Sarah hört, wie er sich vorstellt. Die beiden Männer kennen sich also nicht persönlich. Auch er bestellt einen Kaffee. Sie sprechen leise miteinander, doch als das Gespräch in Fluß kommt, schnappt die junge Kellnerin einige Sätze auf, die sie dazu veranlassen, sich diskret zurück zu ziehen.

„Er hat oft von Ihnen gesprochen, wissen Sie?“
Siegfried Müller schüttelte den Kopf.
„Wie soll ich das wissen, ich habe ihn ja gar nicht gekannt!“
„Entschuldigen Sie, das war gedankenlos!“ Herr Stein hob bedauernd die Hände, überlegte einen Moment und fuhr dann fort:
„Vielleicht sollte ich einfach von vorn anfangen, also von unserer ersten Begegnung. Sie sollen alles erfahren, was ich über ihn weiß!“
„Gut, erzählen Sie einfach. Ich bin sehr dankbar, dass ich durch Sie etwas von meinem Vater erfahren werde.“
„Es war ein Sonntag, Anfang Dezember 1985. Es hatte schon seit Tagen gefroren und die Bäume waren über und über mit Raureif bedeckt. Sie glitzerten in der Morgensonne. Herrlich sah das aus. Ich ging mit meinem Hund im Park spazieren. Damals konnte man die Hunde einfach so laufen lassen, ohne dass man damit rechnen musste, eine Strafe zu bekommen. Heute geht das ja nicht mehr, ist ja auch richtig so. Aber ohne den alten Bruno hätte ich Leo, Ihren Vater, wohl niemals kennengelernt. Mein Hund lief immer ein Stückchen voraus, aber ich musste nur kurz pfeifen, dann kann er zu mir zurück. Nicht so an diesem Tag. Ich machte mir schon Sorgen, da ich ihn seit einigen Minuten nicht gesehen hatte, als er plötzlich anschlug. Irgendetwas hatte er entdeckt und nun wartete er auf mich, um es mir zu zeigen.
Auf einer etwas abgelegenen Bank saß Leo, völlig in sich zusammen gesunken. Ich dachte schon, dass er tot sei, weil er sich gar nicht rührte. Aber er war nur starr vor Angst und Kälte, wie sich später herausstellte. Ich nahm meinen Bruno an die Leine und sprach Ihren Vater an. Nie werde ich diesen traurigen Blick vergessen. Mir war klar, dass es mit einem netten Gespräch nicht getan war, dieser Mann war in Not und ich musste handeln. Ich lud ihn also ein, eine Tasse Kaffee bei mir zu trinken, da ich ja ganz in der Nähe wohnte. Ich nahm seinen Rucksack, hielt den Bruno an der kurzen Leine und ging los. Er stand schwerfällig auf und folgte mir, oder seinem Rucksack, der scheinbar sein ganzes Hab und Gut enthielt. Bis dahin hatte er noch kein einziges Wort gesprochen. Ich weiß nicht, wie es kam, dass ich ihm sofort vertraute und nicht einen Gedanken daran verschwendete, was passieren könnte, wenn ich ihn in mein Haus einlud. Ich schätzte ihn auf ungefähr fünfzig Jahre. Später stellte sich dann erst heraus, dass wir beide im gleichen Jahr geboren waren, 1950. Na ja, das machte wohl das Leben auf der Straße, das einen altern lässt. Die Kälte, die Nässe, die unregelmäßigen Mahlzeiten. Damals lebte er ja schon fünf Jahre von der Hand in den Mund, ein schreckliches Schicksal, dachte ich mir.“
Friedrich Stein nahm einen Schluck Kaffee und winkte die Kellnerin heran, um sich ein Wasser zu bestellen.
„Entschuldigen Sie, mein Mund ist ganz trocken vom vielen Erzählen“, sagte er und dann ging es weiter.
„Meine Frau hatte das Frühstück vorbereitet, als wir beide zu Hause eintrafen. Auch für sie war es keine Frage, dass er mit uns essen und trinken sollte. Man merkte allerdings, dass er selbst ein Problem damit hatte und es schlecht annehmen konnte. Er sprach nicht viel, bedankte sich aber höflich und man konnte merken, dass er, wie man so sagt, aus gutem Hause kam. Wir stellten ihm keine Fragen, obwohl mir vieles auf den Lippen brannte. Bescheiden aß er und trank seinen Kaffee. Dann erhob er sich und verabschiedete sich. „Ich danke Ihnen Herzen!“, sagte er noch. Dann nahm er seinen Rucksack, zog seinen alten Parka an und wollte das Haus verlassen. „Warten Sie!“, rief meine Frau und verschwand im Wohnzimmer. Kurz darauf kam sie mit einem Paar Stricksocken und selbst gestrickten Fausthandschuhen zurück. „Die habe ich für unseren Kirchenbasar gestrickt!“, sagte sie und drückt ihm die Wollsachen in die Hand. „Die werden Sie wärmen!“
Leo nahm beides an, dann verließ er das Haus und wir sahen ihn einige Tage nicht mehr. Jeden Morgen im Park hielt ich nach ihm Ausschau, ich machte mir Sorgen. Ich war ja zu der Zeit noch berufstätig und war morgens immer nur kurz mit Bruno im Park. Ingrid, meine Frau, gab mir jeden Morgen ein Paket mit Broten mit, falls ich ihn treffen sollte. Das legte ich dann auf die Bank, an der wir uns zum ersten Mal begegnet waren. Das Proviantpaket war stets am nächsten Tag verschwunden.“
Jakob Stein machte eine Pause. Er schaute den Jüngeren an und erkannte die Züge des Vaters in dessen Gesicht.
„Hat er sie genommen?“, fragte Siegfried Müller.
„Ja, das habe ich aber erst später erfahren. Er schellte eines Tages an unserer Tür und brachte einen Blumenstrauß für meine Frau und eine Flasche Wein für mich. Ich habe mich so gefreut, ihn zu sehen, dass ich ihn erneut einlud, zu bleiben und ein wenig von sich zu erzählen. Er berichtete, dass er sich endlich Hilfe gesucht habe und nun in einem Heim für Obdachlose untergekommen war. So musste er den Winter nicht draußen verbringen. Mittlerweile war es ja bitterkalt geworden. Es war ein paar Tage vor Weihnachten.“
„Von welchem Geld hat er Blumen und Wein kaufen können? Wissen Sie das?“
„Ja, er fand einen Job. Als Weihnachtsmann verkleidet zog er durch die Straßen und wenn es zu kalt war, dann hatte er seinen Platz im Eingangsbereich des Kaufhauses. Eine Agentur hatte ihn vermittelt. Ich habe dort mal nach ihm geschaut. In seinem Kostüm war er kaum zu erkennen. Es fiel mir auf, dass seine Augen strahlten, wenn die Kinder ehrfürchtig vor ihm standen. Er hat das sehr genossen, ich hatte sogar das Gefühl, dass er glücklich war.“
Siegfried Müller lächelte. Es tat gut, zu hören, dass der Vater irgendwie die Kurve bekommen hatte.
„Leider war das ja ein Job auf Zeit. Wer braucht schon nach Weihnachten einen Weihnachtsmann, nicht wahr?“
„Wie ging es weiter?“, fragte der Jüngere ungeduldig.
„Gesehen habe ich ihn danach nur noch ein paar Mal. Er kam zu uns und bat meine Frau, ihm das Socken stricken beizubringen! Diese warmen Socken haben ihm so gut geholfen damals, dass er auch anderen damit helfen wollte. Die beiden haben dann im Wohnzimmer gesessen und gestrickt. Er hatte das sehr schnell begriffen. Irgendwann konnte er es ganz allein. Meine Frau hat ihm dann noch jede Menge an Restwolle geschenkt und dann haben wir ihn aus den Augen verloren.“
„Hat er Ihnen erzählt, warum er uns damals verlassen hat?“, fragte Siegfried Müller mit Tränen in den Augen.
„Nein! Wir haben auch nicht gefragt. Wir hatten Angst, dass wir ihn damit verschrecken würden. Ich habe nur immer wieder gespürt, dass er eine große Sehnsucht nach Ihnen hatte. Er war aber wohl zu stolz, um Kontakt zu Ihnen aufzunehmen. Ich habe angenommen, dass Ihre Mutter ihn sehr verletzt haben muss.“
Die beiden Männer schwiegen eine Weile. Dann suchte Herr Stein etwas in seiner Brieftasche und beförderte schließlich einen alten Zeitungsartikel hervor mit der Überschrift „Leo, der Engel der Obdachlosen“. Er gab dem Jüngeren den Artikel, der über einen Obdachlosen berichtete, der es sich zur Aufgabe gemacht hatte, den Obdachlosen seiner Stadt mit selbstgestrickten Socken zu warmen Füßen zu verhelfen.
„Behalten Sie den Ausschnitt, vielleicht finden Sie ihren Vater ja dadurch. Ich fand diesen Bericht erst im letzten Jahr in unserer Heimatzeitung!“
„Ich danke Ihnen so sehr, lieber Herr Stein. Ich werde ihn suchen und vielleicht habe ich ja das Glück, ihm hiermit ein wenig näher gekommen zu sein!“
Die beiden Männer tauschten noch ihre Adressen aus, dann verließen sie das Café, beide in der Hoffnung, dass sie der Weihnachtsfreude noch ein Stück weit näher gekommen waren.

(c) Regina Meier zu Verl

Der kleine Strohstern – Gedicht

Der kleine StrohsternDer kleine Strohstern

Ein kleines Sternchen sagte froh:
Ich bin nicht nur ein Stern aus Stroh.
Zu Weihnachten häng ich am Baum
und das ist wahr, nicht nur ein Traum!

Da gehörst du gar nicht hin,
ich bin hier die Königin!
sprach die Kugel arrogant,
weil sie sich so entzückend fand.

Ein Stern war es, der in der Nacht
Licht über Bethlehem gemacht,
damit man es findet, das Kind im Stall.
Das weiß man schließlich überall.

Er hatte Recht, der kleine Stern.
Die Kugel hört das gar nicht gern,
doch schwieg sie still, war sehr gescheit,
er führt zu nichts, der dumme Neid!

© Regina Meier zu Verl

Sterne und Kugeln in trauter Einigkeit Foto © Regina Meier zu Verl

3. Dezember 2021

3. Dezember

Am dritten Tag war zu dem Schneemann eine Schneefrau gekommen und Tina genoss die Unterhaltungen Kinderzimmer sehr. Tinas Mutter wunderte sich, dass ihre Tochter gar nicht mehr sagte: Ich so bin allein und mir ist so langweilig.
Als sich Tina am Abend des dritten Dezembers ins Bett legte, betrachtete Sie noch lange die Puppenstube, die sie auf den Nachttisch gestellt hatte. Darin hatten die beiden Schneemänner ein Zimmer bezogen und der Engel lag im Puppen-Himmelbett. Das war so niedlich anzusehen. Tina schlief mit einem Lächeln auf den Lippen ein.
Sie wurde wach, als ihre Nasenspitze ganz kalt wurde. Die Schneefrau hatte sich mitten auf Tinas Nase gesetzt, denn mit ihrem dünnen Stimmchen hatte sie Tina nicht wach bekommen. Als der Schneemann, der auf Tinas Bauch saß sah, das Tina die Augen öffnete, rief er: „Komm schnell da runter, Frau, sonst wischt Tina dich mit einer Handbewegung weg.“
Tina war sofort hellwach und lachte.
„Das würde ich niemals machen!“, versprach sie.
„Komm schnell ans Fenster, es gibt wieder etwas zu sehen!“, rief der Engel, der schon auf der Fensterbank stand. Schnell kletterte er auf den Blumentopf, damit er besser sehen konnte.
„Hey Engel, du kannst doch fliegen!“, meinte Tina.
„Kann ich, aber will ich gerade nicht! Schau nur, da draußen.“
Auf der Außenfensterbank im Schnee saß ein weiterer Engel. Es hatte eine Gitarre auf dem Schoß. Tina öffnete das Fenster. Sofort erklangen leise Gitarrenklänge und das Engelchen sang mit silberheller Stimme, aber Tina konnte nichts verstehen. Was war denn das für eine Sprache?
„Il est né, le devin enfant. Jouez hautbois, ressonnez musettes …“
„Ich kann nichts verstehen“, flüsterte Tina aufgeregt.
„Das ist Französisch“, sagte der Schneemann wichtigtuerisch. Zum Beweis dafür, dass er diese Sprach auch beherrscht, sang er gleich ein bisschen mit.
„Es ist geboren, das heilige Kind. Spielt den Dudelsack …“, übersetzte die Schneefrau und zwinkerte mit den Augen.
Und dass im vierten Päckchen ein Engel mit Gitarre war, muss ich euch wohl gar nicht erzählen, oder?

morgen geht es weiter …

Helene und die Puppenfamilie

Helene und die Puppenfamilie

Früher hat Tante Helene noch bei uns gewohnt. Sie war Omas Schwester, unverheiratet, ein altes Fräulein, sagte Opa immer und kniff ein Auge zu. Das bedeutete für mich, dass ich das nicht sagen durfte, altes Fräulein. Irgendwann wurde Tante Helene dann krank und Opa sagte: „Der liebe Gott hat das alte Fräulein zu sich geholt!“
Daran erinnere ich mich noch gut und auch an den leckeren Butterkuchen, den es zum Kaffeetrinken nach der Beerdigung gab. An die leise Klaviermusik, die oft aus ihrem Zimmer tönte, kann ich mich noch gut erinnern. Grieg und Schumann und Tschaikowsky, das waren ihre Lieblingskomponisten und sie hatte von ihnen eine Unmenge Schallplatten. Was aus ihnen wohl geworden ist? Immer, wenn ich heute die vertrauten Stücke höre, stelle ich mir diese Frage. Und nicht nur diese.
Damals war ich ein Kind, oft bekam ich keine Antworten auf meine Fragen; von Tante Helene sowieso nicht. Die war schweigsam. Aber man konnte in ihrem Gesicht lesen. Oft hatte sie so ein feines Lächeln, dass mir ganz warm wurde, wenn ich sie anschaute. Oma sagte immer: Helene ist so ganz anders als ich. Ich glaube, sie denkt, sie sei was Besseres.
Was sie damit meint, habe ich damals nicht verstanden. Tante Helene war für mich eine alte Frau, aber sie war schön. Eine schöne alte Frau mit den schneeweißen langen Haaren, die sie zu einem locker gebundenen Knoten trug – und manchmal, an Wochenenden, ließ sie sie auch lang über den Rücken hängen. So schöne lange weiße Haare, fast bis zu ihrem Po.
Ich habe Zöpfe geflochten und mit bunten Schleifen zugebunden, oder sie wie eine Krone um den Kopf gewickelt. Dann die Zöpfe wieder gelöst und das seidige Haar sanft gebürstet. Tante Helene hat das sehr gefallen, das hat sie jedenfalls gesagt. Sie war geduldig und nahm sich die Zeit für mich. Das tat mir gut. Überhaupt war ihr Zimmer für mich immer wie eine Zufluchtsburg. Ärger oder Unfriede fanden hier kein Einlass und immer, wenn ich mit meinen Eltern Krach hatte, suchte ich bei ihr Unterschlupf. Mama und Papa wirkten so spießig gegenüber Tante Helene, die doch viel älter war als sie und als spätes Fräulein in den Augen der Leute doch die Spießige war. Falsch.
Es war ein paar Tage vor Weihnachten, als ich wieder einmal in Tante Helenes Zimmer auf dem Boden saß und mit meinen Puppen spielte. Ich redete immer mit ihnen. Meine Ursula, die größte der Puppen, war die Mutter, Heidi und Susi spielten die Kinder. Alle Puppen waren von Oma eingekleidet worden, trugen wollene Unterhosen und Hemden, Rüschenkleider mit adrettem Kragen, Kniestrümpfe und winzig kleine Lederschuhe. Es fehlte nur noch der Vater, doch den hatte ich nicht. „Es gibt keine Vater-Puppen“, hatte mir Mama immer wieder erklärt und ich fand das ehrlich blöde. Zu einer richtigen Familie gehörte ein Vater. Das war nun einmal so. Aber Mama ließ nicht mit sich reden und deshalb bettelte ich schon seit dem Sommer bei Tante Helene, dass sie mir zu Weihnachten eine Vaterpuppe schenkte.
„Ich werde sehen, was ich machen kann. Aber eigentlich bringt ja das Christkind die Geschenke, nicht wahr?“, fragte sie mit einem Augenzwinkern.
Das stimmte. Ich wollte ein bisschen schmollen, denn irgendwie verließ ich mich auf Tante Helene mehr, viel mehr als auf das Christkind. Das war so und das war für mich auch das Gute und Wichtige, das mich zu ihr hinzog. Ich konnte ihr vertrauen.
Als der Heiligabend endlich gekommen war, platzte ich fast vor Ungeduld. Ich hatte meine Puppen besonders hübsch angezogen und frisiert und auch mich selbst hatte ich herausgeputzt. Meine Haare trug ich auf die gleiche Art und Weise hochgesteckt, wie Tante Helene und mein schönes Kleid hatte die Tante mir gekauft.
Papa spielte „Ihr Kinderlein kommet“ auf dem Harmonium und dann durfte ich das Wohnzimmer betreten. Und dann, ja, dann hatte ich all die Lieder, die ich gelernt hatte, vergessen. Ich konnte nichts anderes tun als auf die Geschenke zu starren, die unter dem Christbaum lagen. Vor allem zwei große, längliche Pakete hatten es mir angetan. Zwei Pakete? In meinem Kopf rasten die Gedanken und endlich, endlich war es soweit. Bescherung! Und ich hatte recht gehabt: es waren zwei Pakete mit zwei Puppen. Mit einer Papapuppe nämlich und einer Tantenpuppe, denn die, so sagte Mama, gehörte schließlich auch in eine richtige Familie, so wie Tante Helene zu uns gehörte.
Das war das letzte Weihnachtsfest, das sie mit uns verbrachte und ich bin so froh, dass Mama das damals gesagt hat, denn es hat Tante Helene sehr gutgetan. Meine Tantenpuppe sitzt noch immer auf meinem Sofa, ich bringe es nicht übers Herz, sie in die Kiste zu den anderen zu räumen. Irgendwann werde ich selbst Kinder haben, die können dann damit spielen, vorausgesetzt ich werde kein altes Fräulein, wie Tante Helene. Ich muss lächeln, bei dem Gedanken, denn manchmal wäre ich so gern wie sie, ja, ganz bestimmt!

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Familie Maus feiert Weihnachten

Familie Maus feiert Weihnachten

Toni Maus hatte gut vorgesorgt. Viele Wintervorräte hatte er in die Familienhöhle geschleppt. Sogar an die Weihnachtsgeschenke für die Kinder hatte er gedacht.
Um diese aber vor den neugierigen Blicken seiner Kinder zu schützen, hatte er sie zu seinem Vetter Franz gebracht. Franz lebte allein in einer Kirche. Toni kümmerte sich ein wenig um ihn, denn viel zu fressen bekam der arme Kerl ja nicht. Wer isst schon in der Kirche? Ist das nicht sogar verboten? Nun ja, eigentlich ist es egal, die Hauptsache ist doch, dass der Franz nicht verhungert.
Im Gegenzug war Franz aber immer für ihn da, wenn ihn irgendwelche Sorgen plagten, oder es etwas zu besprechen gab, was man nur unter „Männern“ bereden konnte. Gerade in der letzten Woche hatte Toni Maus mal wieder auf den Rat seines Vetters gesetzt. Ihm fiel nämlich absolut nicht ein, was er seiner Gundula schenken sollte. Für seine Frau sollte es etwas ganz Besonderes sein, denn er liebte sie von Herzen.
Leider hatte auch Franz keine Idee. Wie sollte er auch, schließlich kannte er Gundula nicht so gut wie ihr Liebster. Toni runzelte die Stirn. Gundi liebte die leckeren Getreidekörner, aber wo sollte er die in dieser Jahreszeit auftreiben. Mutlos senkte er den Kopf, dann fiel ihm etwas ein. Sie liebte es sich zu schmücken. In der Speisekammer lag doch noch eine leere Ähre, daraus könnte er seiner Liebsten einen Halsschmuck basteln. Schnell huschte er in die Speisekammer, nahm den Strohhalm ins Mäulchen und sauste zu seinem Vetter.
„Was willst du denn damit?“, fragte Franz und schüttelte unwillig den Kopf.
„Mit Müll kann man gar nichts anfangen, also wirklich, ich kann doch nicht Stroh zu Gold spinnen, wie im Märchen“, schimpfte Franz, dann aber leuchteten plötzlich seine Augen auf.
„Warte, ich habe eine Idee!“, rief er und verschwand hinter seinem Vorratsschrank.
Gleich darauf kam er wieder, im Mäulchen eine Kette mit weißen Perlen. Er legte sie Toni vor die Füße.
„Was ist denn das?“
„Das ist ein Rosenkranz, habe ich in der Kirche unter einer Bank gefunden. Dieses Ding haben die Leute manchmal in der Hand, wenn sie beten. Vorne dran war noch ein Kreuz, das ist aber abgebrochen. Das wäre doch eine schöne Halskette für deine Frau.“
Toni legte den Kopf schief und betrachtete zweifelnd die Kette, deren Perlen in unregelmäßigen Abständen aufgezogen waren.
„Ist die nicht zu groß für den Hals meiner lieben Gundula?“
„Sie müsste mehrfach um ihren Hals gewickelt werden, dann geht das schon.“
Toni grinste, als er sich das vorstellte, so richtig überzeugt war er aber noch nicht.
„Du hast Recht, ich danke dir Franz.“ Franz antwortete nicht und schaute betrübt auf seine Füße.
„Was ist los?“, wollte Toni wissen.
„Da doch alle deine Geschenke für deine Familie schon bei mir sind, könnten wir doch Bescherung bei mir machen? Ich bin allein und wir könnten auch den schönen Liedern, die die Menschen in der Messe singen, lauschen.“
„Das ist eine gute Idee! Das machen wir, aber gerade kommt mir noch eine gute Idee!“
Die beiden tuschelten miteinander und sie kicherten vor Freude, wenn sie sich vorstellten, wie Gundula sich freuen würde über ihr Geschenk, das nun zu einem Geschenk für vier Mäuse werden sollte. Denn Toni hatte sich überlegt, dass doch all seine Mädchen, also Gundi und die drei Töchter, etwas davon haben sollten. Franz und er zählten die Perlen ab und nagten den Rosenkranz an den entsprechenden Stellen durch. Beim neuen Verknoten taten sie sich etwas schwer, aber schließlich gelang es.
So ging die Adventszeit langsam, aber sicher auf ihren Höhepunkt zu. Am Heiligabend versammelte sich die ganze Familie Maus in der Kirche bei Vetter Franz. Zuerst naschten sie von den Vorräten, die Toni zusammengetragen hatte, dann war Bescherung angesagt. Gundi hatte Tränen in den Augen, als sie die herrlichen Ketten sah, die sie und ihre Töchter auch gleich umlegen durften. Heute war ein besonderer Anlass, sich zu schmücken. Darin waren sich alle einig.
Dann huschten sie aus der Sakristei in die Kirche, in der mittlerweile schon einige Gottesdienstbesucher Platz genommen hatten. Franz und Familie Maus versteckten sich unter dem Altar, der mit einem blütenweißen Tuch abgedeckt war und wenn man sich auf den Bauch legte, dann konnte man gut ins Kirchenschiff blicken.
Die Glocken riefen die Gläubigen herbei und dann füllte sich die Kirche mehr und mehr. Die Orgel spielte leise, feierlich flackerten die unzähligen Kerzen und alle, Mäuse und Menschen, waren in einer ganz besonderen Stimmung.
Als der kleine Christian der Familie Baumann durch die Kirche krabbelte, gab es für unsere Mäuschen einen kurzen Schreckmoment. Der Kleine krabbelte nämlich direkt auf den Altar zu und entdeckte die Mäusefamilie, die vor Schreck erstarrte.
Als Christian dann rief: „Piep, piep, haben will!“, da huschten die Mäuse schnell in die Sakristei zurück. Dabei verlor Gundi ihre nagelneue Kette, die mit einem leisen ‚Pling‘ auf den Boden fiel.
Dort fand sie später der Pastor, der sie mit einem Lächeln in die Sakristei trug und auf den Tisch legte.
„Wenn sie nachher nicht mehr da ist, dann habe ich richtig gesehen!“, murmelte er und lächelte versonnen.
Als er dann zur Nachmittagsandacht zurückkam, war die Kette tatsächlich verschwunden. Ihr wisst ja, wo sie hingekommen ist, nicht wahr?

© Regina Meier zu Verl

Die Gans in der Krippe

Die Gans in der Krippe

„Gänse haben in Krippen nichts zu suchen!“, meinte Opa Josef. Er sagte das so bestimmt, dass niemand wagte, ihm zu widersprechen. Außer Mama, die war mutig!
Jochen und Nele kicherten und zogen sich etwas zurück von den beiden Streithähnen. Mama aber stemmte beide Arme in die Seiten und funkelte ihren Schwiegervater wütend an.
„Wieso nicht? Jesus kam in einem Stall zur Welt und da sind nun mal Tiere!“
„Ja Ochs und Esel!“ grollte der Opa.
„Und Schafe,“ fügte Jochen hilfreich hinzu. Mama drehte sich um und warf ihrem Sohn einen wütenden Blick zu.
„Schafe haben erst die Hirten mitgebracht!“
Mama nahm die kleine hölzerne Gans und stellte sie direkt neben die Krippe, in der das Jesuskind liegen sollte. Natürlich erst am Heiligabend, wie es sich gehört!
„Da bleibt sie!“, ordnete sie an.
„Das werden wir ja sehen!“, schimpfte Opa, der sich insgeheim aber amüsierte.
Er genoss es sich mit seiner Schwiegertochter zu kabbeln, dabei fühlte er sich so herrlich lebendig. Also warf er ihr einen grimmigen Blick zu und verließ das Zimmer.
„Pah!“ schnaubte Mama und verließ ebenfalls das Zimmer. Jochen und Nele sahen sich an und prusteten los, dann traten sie an die Krippe und betrachteten die Gans.
„Du kannst ja gar nicht dafür, dass sie streiten, kleine Gans!“, sagte Jochen und nahm die Gans aus der Krippenlandschaft. Jeden Tag zog dort ein neues Tier ein, bis es am Heiligabend endlich so weit war, dass auch das Jesuskind in die Krippe gelegt wurde. Opa erzählte immer die Geschichte dazu, die in jedem Jahr ein wenig anders ausfiel. In diesem Jahr würde wohl die Gans mitspielen, danach sah es jedenfalls aus.
„Wer, meinst du, wird gewinnen?“, fragte der Junge seine Schwester. Diese zuckte mit den Schultern.: „Keine Ahnung, Dickschädel sind sie beide.“
„Sollen wir eine Wette abschließen? Das wäre doch spannend!“, meinte Nele und rieb sich voller Vorfreude die Hände.
„Ich stimme für Opa!“ Sie lachte, als sie Jochens Gesicht sah, der ärgerte sich offensichtlich.
„Das wollte ich doch schon!“, jammerte er.
„Pech, ich hab’s zuerst gesagt und du musst nun Mama nehmen. Hast du denn kein Vertrauen zu Mama?“ lachte Nele. „Doch, aber nicht, wenn es um Opa geht“, murmelte Jochen verdrossen.
„Weißt du, Nele, wir wollen nicht wetten, wir warten einfach ab wie sich alles entwickelt.“
Jochen sah seine Schwester fragend an. Diese dachte einen Moment nach, dann hob sie die Hand und sie klatschten ab.
Jochen stellte die Gans zurück zur Krippe und dann wandten sich die Geschwister anderen Dingen zu. Sie wollten noch an ihren Geschenken basteln und zogen sich auf ihre Zimmer zurück.
Als im Wohnzimmer Ruhe eingekehrt war und auch niemand mehr zu sehen war, erklang ein feines Stimmchen.
„Diese Streiterei immer, die macht mich ganz kribbelig!“, das war Stimme vom Jesuskind, das in der Schachtel neben der Krippe lag.
„Ach Jesus, du kennst doch die Menschen schon so viele Jahre. Sie meinen es nicht böse und natürlich wird die Gans dabei sein, dafür werde ich schon sorgen, glaub mir!“, sagte der kleine Floh, der im Krippenheu wohnte.
„Wie willst du das denn anstellen?“ brummte der Ochse, der als erster in den Stall gestellt worden war.
„Er wird die beiden Streithähne so fest plagen, dass sie keine Zeit mehr zum Streiten haben,“ lachte der Esel.
Die Gans aber schnatterte: „Ja, lieber Flo macht das bitte, ich möchte doch so gerne hierbleiben.“
„Nein, nein!“, sagte das Jesuskind. „Ich habe eine bessere Idee, die keinem wehtun wird! Dafür müsste mich aber mal jemand von euch aus dieser Schachtel rausholen und mir dann in die Krippe helfen!“
Kaum hatte es das ausgesprochen, da wurde der Deckel von der Schachtel abgehoben und Ochs und Esel schauten hinein.
„Eselchen, lass mal deine Ohren hängen und beug dich zu mir runter, bitte!“, bat das Jesuskind. Der Esel tat das sogleich, liebte er doch das Kind so sehr.
Das Jesuskind streckte seine Arme aus und hielt sich an den zotteligen Ohren des Esels fest. Der trug es dann zur Krippe, in die er es sanft hineinplumpsen ließ.
„Und jetzt bitte die Gans zu mir in die Krippe!“, sagte das Kind.
Als diese Bitte ebenfalls erfüllt war, legte das Kind die Arme um den Hals der Gans und genau so fanden Opa und Mama die Krippe vor, als sie am Morgen ein Schäfchen dazustellen wollten.
Dass die Gans bleiben durfte, ist ja klar, wo sich doch das Christkind persönlich darum gekümmert hatte, nicht wahr?

© Regina Meier zu Verl

Hier lese ich euch die Geschichte vor.

Von leisen Basstönen, oder Papa ist raus

Von leisen Basstönen, oder Papa ist raus

„Ich habe doch früher sogar in einem Knabenchor gesungen!“, sagte Papa beleidigt, als wir ihm sagten, dass er in unserem Weihnachtsspiel nicht mitsingen durfte. „Ich habe sogar in der ersten Reihe gestanden!“
„Ja, Papa, das wissen wir. Aber heute bist du ein Brummbass und passt so gar nicht zu den hellen Stimmen der Engel!“, versuchte ihm meine große Schwester Carina zu erklären. Sie war es auch, die die Idee für das Weihnachtsspiel gehabt hatte und nun mit großem Eifer versuchte umzusetzen. Bei der heutigen Probe ging es um den Gesang der Engel an der Krippe. Dafür hatte Carina eigens ein Lied geschrieben, das ganz wunderbar klang.
„Aber“, versuchte es Papa noch einmal, „aber im Orchester spielt doch auch ein Bass mit und seine leisen tiefen Töne tragen das Orchester durch das jeweilige Stück!“, sagte er.
Carina überlegte einen Moment und ich grinste schon einmal vorsorglich, denn ich wusste genau, was bei dieser Diskussion herauskommen würde. Papa würde seinen Willen bekommen, wie immer.
„Papa, da hast du auch ein bisschen recht!“, lenkte Carina ein und sofort widersprach Papa.
„Ein bisschen recht gibt es nicht, Punkt! Ich habe recht und deshalb darf ich mitsingen!“, trompetete Papa siegessicher.
Carina gab sich vorläufig geschlagen. „Also gut!“, sagte sie, fügte aber noch hinzu: „Die Betonung liegt auf „leise Töne“, Papa. Okay?“
Wir stellten uns also rundum den Zeitungsständer auf, der heute als Krippe diente. Wir, das waren wir Schwestern Nicole, also ich, und Sina, sowie unsere Freundinnen aus dem Nachbarhaus Anna und Lisa. Papa hielt sich im Hintergrund. Carina saß am Klavier. Sie spielte die Einleitung. Sehr leise und gefühlvoll machte sie das, dann kam unser Einsatz:
„Hier sind wir, Herr Jesus, an deiner Seit‘,
wir hoffen, dass unser Anblick dich freut!“
Das klang schön, lediglich Papas Basstöne schienen etwas zu schief und etwas zu laut zu sein. Oder waren sie überhaupt fehl am Platz? Carina schien jedenfalls angesäuert zu sein.
Sie klatschte in die Hände.
„Also nochmal, die Mädels kräftig bitte und du Papa, denk an die leisen Töne!“
Alle nickten, Carina spielte wieder das Vorspiel, dann setzten wir ein.
„Hier sind wir …“ Carina winkte ab. „Es ist nicht zu überhören, dass ihr da seid, aber das Kind in der Krippe bekommt einen mächtigen Schrecken, wenn ihr so brüllt!“, schimpfte sie.
„Ich geh aufs Klo!“, verkündete Sina und Anna schaute genervt auf die Uhr. „Kommt zu Potte, ich habe noch was vor!“, sagte sie und jeder wusste, dass sie sich mit Stephen treffen wollte, ihrem Lieblingsmenschen.
„So wird das nichts!“, meinte Carina. „Es sind nur noch vier Wochen bis Weihnachten, das schaffen wir niemals, wenn wir jetzt nicht vernünftig proben!“
„Ich hätte da mal einen Vorschlag!“, sagte Papa. Er hatte den Arm gehoben und zeigte auf wie in der Schule.
„Ja, Papa?“, ermunterte Carina ihn zu sprechen. „Lass hören!“
„Wir alle reißen uns nun für eine halbe Stunde zusammen und machen dann Feierabend. Niemand drängelt und motzt, ich eingeschlossen, und wir holen Mama als neutrale Beobachterin dazu. Die kann dann sagen ob mein Bass passt oder nicht und ob die Engel zu laut sind. Einverstanden?“
Ich fand das gut, Carina wohl auch und auch die anderen nickten zustimmend, außer Sina, die war noch auf dem Klo. Aber die war auch noch so klein, die hatte sowieso nichts zu sagen!
Wir haben es dann tatsächlich geschafft, das Lied zufriedenstellend zu singen. Woran lags? An Mama, die hat nämlich als erstes Papa den Mund verboten, ganz geschickt hat sie das gemacht.
„Bernd, du hältst dich besser zurück bei diesem Engelgesang, dafür bekommst du das Hirtensolo. Was meinst du, Carina?“
Den Felsbrocken, der Carina vom Herzen gefallen ist, konnten wir alle hören. Und das Beste: Papa war gar nicht beleidigt und das Hirtensolo, das hat er später ganz wunderbar gesungen, ehrlich!

© Regina Meier zu Verl

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Eine runde Sache – oder warum ist der Adventskranz rund?

Weihnachtswichtel

„Opa, machen wir ein Spiel?“, fragte Lina ihren Opa Andy, als die beiden auf dem Weg zum Tierpark waren. „Dann ist der Weg nicht so langweilig!“, fügte sie hinzu.
„Also gut, was für ein Spiel machen wir?“, wollte Opa wissen.
„Es heißt: Frage und Antwort. Pass auf, es geht so: Ich sage ein Wort und du erzählst mir deinen ersten Gedanken dazu. Danach sagst du ein Wort und ich sage was dazu. Okay?“
„Gut, fang an!“ Opa schaute auf seine Armbanduhr. „Der Bus muss gleich kommen, wir nehmen die „Fünf“ und fahren ein Stück, den Rest laufen wir dann!“
Das gefiel Lina. Doch zuerst wollte sie spielen. „Hier ist mein erstes Wort, Opa. Es heißt Weihnachten!“
Opa dachte kurz nach, aber wirklich nur ganz kurz, dann sagte er: „Weihnachtsbaum und Sauerbraten!“
Lina kicherte. „Du denkst immer ans Essen, Opa! Jetzt dein Wort!“
„Adventskranz“, sagte Opa und schaute Lina erwartungsvoll an.
„Rund mit vier Kerzen!“, antwortete Lina. „Warum ist ein Adventskranz eigentlich rund?“, wollte sie dann wissen. Opa hatte mit der Frage gerechnet, wie es schien.
„Das Runde ist das Zeichen für Unendlichkeit, es gibt keinen Anfang und kein Ende“, erklärte er.
„Verstehe ich nicht, was hat das mit Weihnachten zu tun?“ Mit großen Augen sah Lina ihren Großvater an.
„Die Liebe Gottes zu den Menschen ist unendlich, das war so und es wird immer so bleiben, das ist Unendlichkeit!“ Lina überlegte einen Augenblick, dann strahlte sie.
„Wie bei meinem Schwimmring!“, posaunte sie hinaus. „Der hat auch keinen Anfang und kein Ende und er trägt mich sicher durch das Wasser!“
Nun strahlte auch Opa Andy. So ein kluges Kind war seine Lina.
„Stimmt genau und so wie dich der Schwimmring trägt, trägt uns auch Gottes Liebe!“
„Immer!“, sagte Lina und schob ihre Hand in die ihres Großvaters.
„Immer!“, sagte Opa und drückte die kleine Hand liebevoll.

Regina Meier zu Verl

Hier kannst du die Geschichte anhören, ich habe sie mit Viktoria Vorderbrüggen zusammen aufgenommen, danke Viktoria!