Kunigunde und Kunibert, ein Vogelpaar

Kunigunde und Kunibert

Schau, wie schön der Himmel ist
flötet fröhlich Kunigunde,
ach, wie hab ich das vermisst,
komm, wir fliegen eine Runde!

Doch ihr Gatte Kunibert
macht nicht einmal die Augen auf,
denkt: Wenn sie sich auch beschwert,
ich bleibe hier und pfeif was drauf.

Kunigunde ist entsetzt,
so ein Faulpelz ist ihr Mann,
auch ist sie traurig und verletzt,
der Himmel ändert nichts daran.

Doch mit jedem Flügelschlag
gewinnt sie Fröhlichkeit zurück,
sie weiß ja, dass er sie sehr mag
und er ist auch ihr ganzes Glück.

Man kann mal Zeit allein verbringen,
dann freut man sich auf Zweisamkeit
und wird gemeinsam wieder singen:
Es lebe die Gemütlichkeit!

© Regina Meier zu Verl

magpie-3224919_1280
Bildquelle sandid/pixabay

Die Elfe im Dahlienbeet

Die Elfe Lila rutschte munter
den dicken Sonnenstrahl hinunter
und fiel am Ende sanft hinein
ins Dahlienbeet bei Sonnenschein.

Da freuten sich die schönen Blüten.
„Elfchen, wir wollen dich behüten,
doch unsre Zeit wird bald nun kommen,
wir werden mit ins Haus genommen!
Dort werden wir im Keller warten,
auf das Frühlingsfest im Garten!“

Lila rief: „Ein Fest, wie schön,
dann werden wir uns wiedersehn.
Schlaft gut, ihr bunten Blütensterne,
ich habe euch so furchtbar gerne!“

Dann flog sie von wo sie gekommen,
die Dahlien hat das mitgenommen.
Traurig welkten ihre Blätter
und den Rest tat dann das Wetter.

© Regina Meier zu Verl

 

cosmea-3585657_960_720
Dahlienbeet von LAGA2018/pixabay

Das vorlaute Löwenmaul


Löwenmäulchen

Ein Löwenmaul im Blumenbeet,
das nahm sich furchtbar wichtig.
„Schaut her“, rief es, „damit ihr seht,
ich mache alles richtig!“

„Mein Maul, das öffne ich ganz weit,
kommt’s Bienchen angeflogen,
fliegt es gleich rein und lässt sich Zeit
und das ist nicht gelogen!“

„Zu mir“, rief die Lupine
recht laut und voller Zorn,
„kommt jede kleine Biene
und auch zum Rittersporn.“

„Das stimmt“, sprach die Tagetes,
die klein und sehr bescheiden
stand am Rand des Beetes.
„Mich mögen sie auch leiden!“

Die Bienchen, die das hörten,
die kicherten und lachten
über die sehr Empörten,
die sich Gedanken machten.

„Der Nektar ist vom Feinsten,
vorzüglich, süß und rein
selbst von den Allerkleinsten;
er könnt nicht besser sein.“

So flogen sie von einer
zur andern hin und her –
ob größer oder kleiner,
keine beschwert sich mehr.

Das Löwenmaul nun leise
wünscht allen „Gute Nacht“,
und sagt noch ziemlich weise:
„Ich hab nur Spaß gemacht!“

© Regina Meier zu Verl

Froschliebe

Der dicke Frosch steigt aus dem Teich
und spricht zum Fröschefräulein:
„Schau, dieser Teich, er ist mein Reich
und du sollst meine Frau sein!“

Das grüne Fräulein wundert sich,
bekommt leicht rote Wangen
und denkt sich: „Meint er etwa mich?
Dann muss er mich erst fangen.“

Mit einem kühnen Satze springt
das Froschfräulein ins Wasser.
„Komm her, wenn dir das auch gelingt!“
Der Frosch wird blass und blasser.

„Die krieg ich nicht, sie schwimmt rasant!“
denkt er ganz irritiert,
da sieht er wie vom Teichesrand
ein Storch heranspaziert.

„Fräulein! Du bist in Gefahr!“
ruft er, so laut er kann.
„Sieh doch, Meister Adebar!
Er schleicht sich an dich ran!“

Das Fröschlein kann sich schnell verstecken
unter einem großen Blatt.
Hier würd der Storch sie nicht entdecken.
Welch ein Glück sie heute hat!

Später küsst sie ihren Retter
mitten auf die breite Schnute.
„Ach“, sagt sie, „Du bist ein netter
und so klug, das ist das Gute!“

Sie sind Freunde nun fürs Leben
und leben beide voller Glück.
Manchmal fällt die Liebe eben
dir zu erst auf den zweiten Blick!

© Regina Meier zu Verl

frog-3869456_1280
Bildquelle Alexas_Fotos/pixabay

Bruno und Brunhilde

Bruno und Brunhilde 

In einem Wald, recht weit von hier,
da lebte einst ein Bär.
Er war ein großes, schweres Tier
und manches fiel ihm schwer.

Sein Fell, das braun und struppig war,
war ihm oft viel zu heiß.
Drum klagte er und fluchte gar:
„Was ist das für ein … Mist!“

Ein Wunsch, der wuchs, ward riesengroß,
ging ihm nicht aus dem Sinn.
„Wie werd´ ich dieses Fell nur los,
damit ich glücklich bin?“

Er zog und zerrte fest daran,
die Haut tat ihm schon weh
und eines Tages kam sie dann,
die rettende Idee.

Er ging in eine große Stadt
Und suchte einen Schneider
Und als er ihn gefunden hatt´,
da sagte dieser: „Leider…

…kann ich nicht helfen, lieber Bär.
Da bin ich nicht der Rechte,
ich bin ein Mensch und Sie ein Bär,
wie ich bemerken möchte!“

Der Bär war traurig und verließ
des Schneiders Atelier,
kam zum Friseur mit Namen „Spieß“,
sein Herz tat ihm schon weh.

Er trug dort seine Bitte vor,
Herr Spieß, ein netter Mann,
der lieh geduldig ihm sein Ohr
und sprach zu ihm sodann:

„Man kann das Fell wohl abrasieren,
doch gäb´es ein Problem,
im Winter würden Sie dann frieren,
das ist nicht angenehm.“

„Mir ist´s egal, es stört mich wenig,
Ich friere niemals, ehrlich!“
„Der Kunde ist mir immer König,
der neue Schnitt wird herrlich.“

Gesagt, getan – das Fell war runter,
der Bär jetzt nackt und froh.
„Wie schön ich bin!“ brummte er munter.
„Sah mich noch niemals so!“

Zu Hause wartete schon lang
Die Brunhild, seine liebe Frau.
Als sie ihn sah, wurde sie bang,
erkannte ihn nicht mehr genau.

Doch als er brummte: „Hallo Frau!“
Da wusste sie Bescheid,
es war ihr Bruno, ja genau –
ganz nackt und ohne Kleid.

„Wo ist dein Fell, mein lieber Mann.
Wo hast du es gelassen?
Dein Kuschelfell, dein Schmusehaar,
oh Mann, ich kann´s nicht fassen.“

Bruno lachte und dann küsste
er sie mitten auf den Mund.
„Ja, mein Schatz, wenn ich das wüsste,
Hauptsache wir sind gesund!“

Sie schimpfte nicht und lachte auch,
und während sie ihn drückte,
nahm sie schon Maß an seinem Bauch
und strickte dann und strickte…

ein Bärenfell aus weicher Wolle,
das ihn vor Kälte schützte
und das konnt er, das war das Tolle
ablegen, wenn er schwitzte.

Und heute trägt sie selbst ein Kleid,
weil es ihr so gefällt
und sie bestrickt die ganze Zeit
die weite Bärenwelt.

(c) Regina Meier zu Verl

Dieses Gedicht ist entstanden, als ich wieder einmal einen Pullover für den Teddybär meiner Tochter strickte. Mir fällt oft etwas ein, wenn ich handarbeite und das Stricken ist meine liebste Beschäftigung, wenn ich nicht gerade musiziere oder schreibe – ich kann einfach die Hände nicht still halten. 🙂

teddy-bear-524251_1280
Bildquelle Pezibear/pixabay

 

Badehose (#juniverse)

Badehose

In meinem Gartenswimmingpool
sieht mich keiner, das ist gut,
drum brauche ich, um nackt zu baden
keine Hose, keinen Hut.
Ich springe so, wie Gott mich schuf,
in das kühle Nass
und wenn ich nach dem Handtuch ruf,
dann bringt mein Mann mir das.
Ich hab es wirklich richtig gut,
ich weiß das und genieße
und weil mein Schatz das für mich tut,
massier ich ihm die Füße.

© Regina Meier zu Verl

Lagerfeuer (#juniverse)

Lagerfeuer

Was wird einmal aus meinen Briefen,
wenn ich die Welt verlassen muss?
Briefe, die über Jahre liefen,
der Austausch damals ein Genuss.
Ein jedes Wort an mich gerichtet,
ich weiß die Antworten genau,
sehr oft hab ich sie dir gedichtet,
das Briefpapier war himmelblau.
Die Briefe flogen in die Ferne,
und doch waren wir uns ganz nah,
ich hatte dich, mein Freund so gerne,
wie’s dir wohl geht? Bist du noch da?
Diese Briefe sind ein Schatz,
ich bewahre sie im Herzen,
doch nun finden sie den Platz
im Feuer und die Flammen schmerzen
ein wenig nur, es muss so sein,
ich will unser Geheimnis wahren,
wehmütig schau ich ins Feuer hinein.
Wie gute Freunde wir doch waren!

© Regina Meier zu Verl

 

Biergarten (#juniverse)

Thema von gestern, beinahe hätte ich es verschwitzt – heute kommen also 2 Gedichte. Selbst in Schuld, Regina!

Biergarten

Wir könnten doch einfach hier warten!

Ich zeigte auf den Biergarten

Zustimmung von allen Seiten,

ach, wie sich meine Freunde freuten

auf ein frisch gezapftes Bier

und genauso ging es mir.

Der geplante Kinobesuch fiel aus,

leicht angeschickert gings nach Haus‘.

© Regina Meier zu Verl

Schwimmflügel (#juniverse)

Schwimmflügel

Ich hätte gerne Schwimmflügel,
dann schwömme ich durchs Meer
und wenn ich nicht mehr schwimmen könnt,
dann flög‘ ich drüber her.
Ach, das wäre ja so schön,
könnte es mir gelingen,
dann könnte ich dich wiedersehn
und würd vor Freude singen.

© Regina Meier zu Verl

Luftmatratze (#juniverse)

Luftmatratze

Du aufgeblasenes Objekt

hast mich die ganz Nacht geneckt,

habe das Löchlein nicht erwischt

aus dem es stetig leis gezischt.

Nach nicht einmal einer Stunde

ging es in die nächste Runde:

aufblasen hieß es, mit Lungenkraft,

danach war ich echt völlig geschafft.

Demnächst schlaf ich auf der Campingliege,

oder ob ich dafür zu viel wiege?

© Regina Meier zu Verl