19. Dezember 2021

19. Dezember

Beim Frühstück sagte Mama, dass Tina in der nächsten Nacht bei den Großeltern schlafen sollte. Sie und Papa hätten etwas vor am Abend.
Tina ging gern zu Oma und Opa, aber heute wollte sie lieber mit ihren Eltern mitgehen. Sie taten so geheimnisvoll.
„Was habt ihr denn vor? Ich möchte mit!“, sagte sie deshalb.
„Das geht leider nicht, Tinalein. Es ist die Weihnachtsfeier von Papas Firma, da sind Kinder nicht mit eingeladen. Außerdem wäre es sowieso langweilig dort!“
Das verstand Tina und scheinbar hatte es mit dem Geheimnis ja auch nichts zu tun und sie würde nichts verpassen.
Sie packte also ihre Tasche und den Puppenkoffer, die Freunde sollten ja auch mitkommen. Dann nahm sie das nächste Päckchen von der Adventskalenderleine. Das durfte sie ja dann am Morgen auspacken, ob sie nun bei Oma war oder zuhause.
Zuerst aber ging es in die Schule und nach der Schule fuhr Papa sie zu Oma und Opa.
„Hier bin ich!“, rief Tina schon im Flur. „Was machen wir denn heute?“, fragte sie gleich hinterher.
„Immer langsam, junge Dame!“, Opa lachte und hob Tina hoch. „Erstmal wird der Großvater entsprechend liebevoll begrüßt, oder?“
„Klar“, Tina schlang ihre Arme um Opas Hals und drückt ihm einen Schmatzer auf die Wangen. Auch Oma wurde mit einem Küsschen bedacht und dann verabschiedete Papa sich.
„Mach’s gut, und sei lieb, meine Große!“, sagte er noch. Als wäre Tina jemals nicht lieb gewesen, ts.
Tina erzählte ihren Großeltern, dass sie an Heiligabend zum Kinderheim gehen würden, mit der ganzen Klasse und mit Mama.
„Ja, das weiß ich schon. Deine Mama hat ja mit der Heimleiterin gesprochen!“, sagte Oma.
„Das ist gemein, davon hat sie mir gar nichts gesagt. Überhaupt ist mir das ein bisschen zu viel mit den Heimlichkeiten. Bist du sicher, dass sie heute auf eine Weihnachtsfeier gehen? Ich glaube das nämlich nicht, denn Annas Vater arbeitet in der gleichen Firma wie Papa und der muss nicht zur Weihnachtsfeier.
„Tina!“, sagte Oma entsetzt. „Du willst doch nicht behaupten, dass deine Eltern dich anlügen?“
„Nein, nicht richtig lügen – mehr so schwindeln. Mein Schneemann meint das auch!“
Nun wollte Oma aber wissen, was es mit dem sprechenden Schneemann auf sich hat und Tina erzählte ihr die ganze Geschichte.
Natürlich verhielten sich die Freunde mucksmäuschenstill, denn nur für Tina erwachten sie ja zum Leben. Aber Oma Hilde glaubte ihr trotzdem.
„Wenn man richtig fest an eine Sache glaubt, dann ist sie wahr – oder sie wird wahr werden. Daran glaube ich auch fest. Mach dir nicht zu viele Gedanken. Weihnachten ist eben mit Heimlichkeiten verbunden, du hast ja auch welche, nicht wahr?“
Tina nickte. Das stimmte ja, sie hatte Mama und Papa auch noch nichts von den lebendigen Figuren erzählt.
„Was hältst du davon, wenn wir einen schönen Spaziergang im Schnee machen?“, schlug Oma vor.
Das machten sie, Opa kam auch mit und später kuschelten sie sich aufs Sofa und erzählten sich gegenseitig Geschichten. Schön war’s!
Das Highlight des Tages war allerdings, dass Tina im großen Bett zwischen den Großeltern schlafen durfte.
Am nächsten Morgen fand Tina in ihrem Päckchen einen kleinen Schlüssel.
„Komisch, was soll ich denn mit einem Schlüssel?“, fragte sie.
„Das richtige Schloss dafür finden“, meinte Opa.

Hier geht es morgen weiter …

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