6. Dezember 2021

6. Dezember

In der Nacht zum Nikolaustag hatte Tina vom Nikolaus geträumt. Vor dem Einschlafen hatten die beiden Engel von ihm erzählt und alle waren fest davon überzeugt, dass er in der Nacht kommen würde, der Nikolaus. Vorsichtshalber hatten sie ein Lied einstudiert. Die Gitarre hatte ein Solo-Vorspiel, dann setzte die Posaune ein und die Schneemänner sangen: „Lasst uns froh und munter sein und uns recht von Herzen freun, lustig, lustig, trallalalala, bald ist Nikolausabend da. Danach sollte Tina ein Gedicht aufsagen.
Was war das denn? Tina hörte die Gitarrenklänge, die Posaune und den Schneemanngesang und dachte: „Ach du Schreck, ich bin dran!“ Sie öffnete die Augen und da stand er, der Nikolaus in voller Größe. Tina fürchtete sich ein wenig, doch der alte Mann lächelte so freundlich, dass sie ihre Angst vergaß und ihn ins Herz schloss.
Jetzt kann ich es ja verraten, im fünften Paket hatte Tina ein Gedicht gefunden. „Lerne es für den Nikolaus auswendig“, hatte draufgestanden. Das hatte Tina gemacht, deshalb konnte sie nun mit fester Stimme aufsagen:
„Willkommen, lieber Nikolaus, hier bist du in Tinas Haus.
Ich warte schon so lange und bin auch gar nicht bange.
Hast du mir was mitgebracht, was mir richtig Freude macht?“
Als sie das Gedicht aufgesagt hatte, kam ihr in den Sinn, wie unverschämt der Inhalt eigentlich war. Schließlich hatte sie seit dem 1. Dezember jeden Tag ein Geschenk bekommen und sie war doch die glücklichste Tina der Welt. Deshalb fügte sie schnell hinzu:
„Ich freue mich so sehr, dass du da bist, lieber Nikolaus. Ein Geschenk brauch ich gar nicht, nimm das für die armen Kinder, die keinen so schönen Adventskalender haben wie ich.
Der Nikolaus lachte.
„Du hast ein gutes Herz, kleine Tina. Weißt du, ich habe dich ja schon eine Weile beobachtet und ich habe viel Freude an dir. Du kannst also ruhig ein Geschenk von mir annehmen. Ich habe noch genügend weitere Geschenke auf meinem Schlitten für die anderen Kinder.“
„Wo ist denn dein Schlitten, lieber Nikolaus?“, wollte Tina wissen.
„Der steht vor dem Fenster, schau doch!“, er deutete auf das Fenster und tatsächlich, da stand er. Vier Rentiere waren angespannt und scharrten ungeduldig mit den Hufen. Tina war hin und weg. Genauso hatte sie sich das immer vorgestellt. Es war einfach wunderbar, was sie in diesem Jahr in der Adventszeit bis jetzt schon erleben durfte.
Der Nikolaus drückte Tina ein Päckchen in die Hand. „Aber erst morgen öffnen! Jetzt musst du schlafen, kleines Mädchen. Schlüpf nur schnell unter die Decke und träum was Schönes!“
Tina schaute dem Nikolaus noch nach. Dann kletterte sie ins Bett und schlief im Nu selig ein.
Am nächsten Morgen öffnete sie zuerst das Kalenderpäckchen. Darin steckte, ihr ahnt es sicher, ein Nikolaus, der genauso aussah, wie der echte Nikolaus, den Tina nun kannte. In seinem Päckchen war dann noch sein Schlitten mit den Rentieren gewesen und in Tinas Schuh gab es noch einige Lieblingssüßigkeiten.
„Was bin ich für ein glückliches Mädchen!“, murmelte Tina.

Morgen geht es hier weiter …

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