Die Taube

Die Taube

Im Frühlingsmorgensonnenschein
sitzt eine Taube ganz allein
auf Oma Hildes Fensterbank,
sie rührt sich kaum, denn sie ist krank.

Vor Kummer, denn der Täuberich
ließ offensichtlich sie im Stich.
Das bricht der Taube fast das Herz,
sie gibt sich hin dem Liebesschmerz.

„Täubchen“, hört sie dann ein Flüstern
und vernimmt ein leises Knistern.
„Täubchen, hier, das schmeckt so gut
und verleiht dir neuen Mut!“

Kuchenkrümel, oh, die schmecken,
man könnt’ sich den Schnabel lecken.
Liebespein rückt in die Ferne,
Täubchen mag den Kuchen gerne.

„Täuberich, bleib wo du bist,
ich habe dich nur kurz vermisst.
Mir geht’s gut, ich habe den Kuchen,
werde dich jetzt nicht mehr suchen.“

Ein paar Tage später …

Im Frühlingsmorgensonnenschein
sitzt eine Taube ganz allein
auf Oma Hildes Fensterbank,
sie ist jetzt dick und nicht mehr schlank.

© Regina Meier zu Verl

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Bildquelle Couleur/pixabay

 

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